Waldkraiburg – Seit Jahren ist das Thema bekannt, jetzt muss dringend etwas gemacht werden: Die Flur-, Umkleide- und Duschbereiche der Turnhalle an der Graslitzer-Grundschule befinden sich in einem schlechten Zustand, wiederholte Wasserschäden haben die Problematik noch weiter verschärft. Jetzt besteht akuter Handlungsbedarf. Was gemacht werden muss, dazu gab es im Bauausschuss die nötigen Informationen.
Sämtliche Leitungen
erneuern
Vor allem betroffen sind die im Boden verlegten Heizungs- und Trinkwasserleitungen. Diese befinden sich zwischen Estrich und Bodenplatte und sind durch eindringendes Wasser stark korrodiert. Weitere Undichtigkeiten können nicht ausgeschlossen werden, wie es im Bauausschuss hieß. Ein Ausfall der Heizungs- oder Wasserversorgung wäre im schlimmsten Fall die Folge – mit erheblichen Auswirkungen auf den Schul- und Vereinsbetrieb. In Teilbereichen weist der Estrich wellenartige Verformungen und Absenkungen auf. Ursache ist hier eingedrungenes Wasser aus undichten Leitungen, das zu einem Zersetzungsprozess von Estrich- und Dämmmaterial geführt hat. Aus verkehrssicherheitstechnischer Sicht besteht hier ebenfalls Handlungsbedarf. Deshalb soll nun saniert werden. Dabei sollen der Bodenaufbau bis auf die Bodenplatte zurückgebaut, sämtliche Leitungen erneuert und künftig nicht mehr im Boden, sondern im Decken- und Wandbereich verlegt werden. Wegen der geringen Aufbauhöhe ist nämlich eine Verlegung unter dem Estrich nicht mehr möglich.
Der neue Bodenaufbau sieht eine Abdichtung der Bodenplatte, eine Wärme- und Trittschalldämmung – soweit technisch möglich –, einen neuen Estrich sowie Fliesen im Duschbereich vor. In den übrigen Bereichen werden geeignete, belastbare Bodenbeläge eingebaut. Begleitende Malerarbeiten werden im Zuge der Maßnahme ausgeführt. Zusätzlich ist vorgesehen, in den Umkleiden abgehängte Decken einzubauen, um den erforderlichen Schallschutz sicherzustellen.
Duschbereich
wird zweigeteilt
Auch funktionale und rechtliche Anforderungen werden bei der Sanierung berücksichtigt: Der bisherige Einraum-Duschbereich ohne Trennung wird künftig in getrennte Mädchen- und Knabenbereiche unterteilt. Damit wird den gesetzlichen Vorgaben entsprochen. Armaturen, die sich in gutem Zustand befinden, sollen weiterverwendet werden.
Für die Sanierung des Bodenbereichs und der Versorgungsleitungen waren im Haushalt ursprünglich 200.000 Euro eingeplant. Nach aktueller Kostenschätzung belaufen sich die Ausgaben jedoch auf rund 290.000 Euro.
Außerdem besteht dringender Handlungsbedarf bei der Heizungs- und Lüftungstechnik der Turnhalle. Die gasversorgte Warmluftheizung ist rund 35 Jahre alt und zunehmend störanfällig. Ersatzteile sind nicht mehr verfügbar, sodass im Schadensfall keine Reparatur mehr möglich wäre. Eine Schließung der Turnhalle für Schul- und Vereinsnutzung wäre dann unausweichlich.
Im Zuge der Erneuerung der Heizung soll eine moderne Lüftungsanlage installiert werden. Dabei können zugleich weitere bauliche Mängel behoben werden: Die innen liegenden Dusch-, Umkleide- und Sanitärbereiche verfügen bislang über keine Be- und Entlüftung. Dies ist baurechtlich nicht zulässig und aus hygienischer sowie gesundheitlicher Sicht nicht mehr vertretbar.
Versorgung auf
Geothermie umstellen
Ein weiterer Vorteil der Maßnahme liegt in der geplanten Umstellung der Energieversorgung von Gas auf Geothermie der Stadtwerke – ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger und zukunftsfähiger Energieversorgung. Die Kosten für die Erneuerung der Lüftungsanlage werden auf rund 270.000 Euro geschätzt und sind bislang nicht im Haushalt berücksichtigt.
Die Verwaltung hat bezüglich der Mängel und Risiken eine klare Meinung: Eine Sanierung der Bodenbereiche einschließlich der Erneuerung der Heizungs- und Trinkwasserleitungen sowie der Einbau einer modernen Lüftungsanlage sind zwingend erforderlich.
Auch der Bauausschuss bewertete dies genauso: Einstimmig segnete das Gremium die Maßnahme ab.