Traunstein – Die Vorwürfe gegen eine 41-jährige Traunsteinerin lassen einen fassungslos zurück: Am Dienstag, 24. Februar, soll sie ihr Kind in einem Mehrparteienhaus in Traunstein umgebracht haben. Gegen 15.35 Uhr meldete ein Zeuge der Integrierten Leitstelle, dass er ein totes Kind in der Wohnung gefunden hatte.
Bisher keine
Polizeieinsätze
Inzwischen ist bekannt: Das Kind war gerade mal vier Jahre jung. Nach Angaben von Lisa Maier, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber chiemgau24.de, handelt es sich um ein Mädchen. Weiter gibt sie an, dass es bei der Familie in der Vergangenheit sonst keine Polizeieinsätze gegeben habe. Zur Tatwaffe wollte sich die Polizei nicht äußern. Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte die Frau aber mit einem Messer auf die Vierjährige eingestochen. Anschließend versuchte die Frau wohl, sich selbst zu verletzen. Die Mutter wurde im selben Gebäude, das sich in der Traunsteiner Innenstadt befindet, aufgefunden. Sie fügte sich selbst leichtere Verletzungen zu. Laut dem Polizeipräsidium ist ihr Gesundheitszustand stabil.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Traunstein einen Befehl zur Unterbringung der 41-Jährigen. Die Frau – für die die Unschuldsvermutung gilt – befindet sich in der Psychiatrie. Der Vater des getöteten Mädchens und weitere Angehörige wurden durch ein Team des Kriseninterventionsdienstes betreut.
Nach ersten Angaben der Polizei gibt es keine Anhaltspunkte, dass weitere Personen an der Tötung beteiligt waren. Auch für die Rettungskräfte stellte der Fall einen Großeinsatz dar: Zwei Notärzte sowie neun Rettungskräfte, acht vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), einer von den Maltesern, waren vor Ort, so Jakob Goëss, Leiter Rettungsdienst beim BRK in Traunstein, gegenüber chiemgau24.de. Jetzt ermitteln die Beamten des Fachkommissariats K1 bei der Kriminalpolizei Traunstein wegen eines Tötungsdelikts.
Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie, oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existenziellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer 0800-1110111. Hilfe rund um die Uhr bieten auch die Krisendienste Bayern unter 0800-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienste. bayern.