Bangen um die Ausreise

von Redaktion

Mettenheimerin Elfi Prucker erlebt Raketenalarm – Eine Stadt im Stillstand

Mettenheim – Für die Mettenheimerin Elfi Prucker schlägt die Urlaubsstimmung jäh in Sorge um: Nach einem Moschee-Besuch erlebt die ehemalige Zweite Bürgermeisterin in Manamah Raketenalarm und Sirenengeheul. Nun bangt sie wegen gesperrter Grenzen um ihre Ausreise aus Bahrain. „Wir harren der Dinge, die noch kommen“, schreibt Elfie Prucker, ehemalige Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Mettenheim. Sie hält sich aktuell mit einer Reisegruppe in Manamah, Hauptstadt der Inselnation Bahrain im Persischen Golf, auf. Am Tag vor dem Angriff der USA auf den Iran hatte die Mettenheimerin noch Bilder vom Besuch der Al-Fatih Moschee in Manamah in ihrem Whatsapp-Status gepostet. „Da war die Welt noch in Ordnung!“

Plötzlich Einschläge nur
wenige Kilometer entfernt

Tags darauf, am Sonntag, dann Bilder von Rauchschwaden über den Dächern der Wolkenkratzer von Manamah, die belegen sollen, dass auch Bahrain Ziel des Vergeltungsschlages des Iran war. Die Einschläge, so zeigen es die Bilder von Prucker, sind offenbar nur wenige Kilometer entfernt. „Hier ist noch immer Sirenengeheul, wenn wieder ein Angriff ist, und man hört dann das Dröhnen der Einschläge beziehungsweise der Drohnenabwehr“, schildert sie auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen am Sonntagmorgen.

„Die Stadt ist im Stillstand, wir sollen auch nicht nach draußen gehen, sind aber im Hotel bis jetzt sicher, mit Luftschutzbunker im Keller und immer Mitteilungen auf dem Handy, wenn wieder ein Angriff ist“, schildert sie die dramatischen Stunden am Sonntag. Viel kann sie nicht sagen, weil die Informationen, zumindest am Sonntag, noch sehr dürftig waren. „Wir kriegen unsere Infos auch über Focus oder ZDF vom Handy.“ Auch das Auswärtige Amt informiere auf seinem Portal; einmal eingeloggt, kämen regelmäßig Updates zur aktuellen Lage.

Hoffnung keimt
am Montag auf

Wie es weiterging, darüber vermochte Prucker am Sonntag noch nichts zu sagen. „Der Luftraum ist nach wie vor gesperrt und Saudi Arabien hat seine Grenze dicht gemacht, sodass wir auch nicht über den Landweg über Ägypten ausreisen können“, teilte sie am Sonntag noch mit. Etwas hoffnungsvoller klingt die Einschätzung dann aber schon am Montag: „Sind gerade an der Grenze zu Saudi Arabien und hoffen, dass wir einreisen dürfen“, schreibt sie über die derzeit einzige Möglichkeit, außer Landes zu kommen. In Saudi-Arabien wäre sie sicherer, „da wir dann wieder auf dem Land sind und nicht mehr auf den Inseln“. Denn dort seien alle Lufträume gesperrt und infolgedessen alle Möglichkeiten blockiert, außer Landes zu kommen. Zwei Wochen war Prucker mit ihrer Schwester im Nahen Osten unterwegs. Oman, Dubai und Bahrain waren die Reiseziele der Mettenheimerin.

Sorge wegen einer
Lebensmittelknappheit

Am 2. März sollte der Flieger zurück in die Heimat gehen. Jetzt sitzt die Mettenheimerin in Bahrain fest. Sie berichtet von einer Reservierung eines Hotels in Saudi Arabien und hofft nun auf einen Rückflug am Mittwoch. Je länger es dauere, umso wahrscheinlicher sei es, dass auch die Lebensmittelversorgung knapp werde, „da ja alles importiert wird“. Sorgenvoll blicke sie auf Dubai. Dort hätten ihr Reisende davon berichtet, dass Reiseveranstalter versuchen, mittlerweile ihre Gäste in Hotels in der Wüste unterzubringen, weil die Einschläge immer mehr auf zivile Gebäude ausgeweitet würden.

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