Niedertaufkirchen – Nach 23 Jahren ist Schluss für den Niedertaufkirchner Bürgermeister Sebastian Winkler. Am Ende seiner letzten Bürgerversammlung als Gemeindeoberhaupt wünschte er seinem möglichen Nachfolger schon jetzt Kraft und Erfolg.
Feuerwehren
bestens ausgestattet
Zuvor hatte er seine Erfolge mit den Gemeinderäten des letzten Jahres in einem einstündigen Referat präsentiert. In sieben Gemeinderatssitzungen hatte er mit dem Gremium die Wege für seine 1482 Mitbürger geebnet. Die Grundschule ist in guten Händen und braucht demnächst wieder das dritte bereits vorhandene Klassenzimmer.
Es wurde ein zweiter Flucht- und Rettungsweg geschaffen. Für die Kindertageseinrichtungen wurde personell und räumlich vorausschauend gearbeitet, sodass deren Zukunft gesichert ist.
Die Feuerwehren sind bestmöglich ausgestattet, allerdings bleibt Roßbachs Feuerwehrhaus trotz vieler Verhandlungen weiterhin ein Problem. Für 41.250 Euro wurde zur Verkehrssicherheit ein Geh- und Radweg bei Brandlhub entlang der Kreisstraße errichtet. In zwei Jahren werden alle Anwesen der großflächigen Gemeinde einen Glasfaseranschluss erhalten.
Um die Sicherstellung regenerativer Energie für alle Bürger zu erreichen, beschloss der Gemeinderat, sich dem Landkreiswerk anzuschließen. Davon könne der einzelne Bürger nur Vorteile haben.
Viele Gedanken habe er sich mit den Räten über die Vorsorge für Krisen und Katastrophen gemacht. Er empfahl allen Haushalten selbst, für derlei Vorfälle Sorge zu tragen, wie sie sich in letzter Zeit andernorts schon eingestellt haben.
Alle Haushalte werden in den nächsten Wochen eine gedruckte Broschüre zum Thema „Vorsorge für Krisen und Katastrophen“ erhalten.
Da in der Verwaltungsgemeinschaft aktuell ein Arbeitsplatz und eine Ausbildungsstelle zu besetzen sind, bittet Winkler seine Bürger, sich darum zu bewerben. In einer längeren Lobesrede dankte er allen, die während der letzten 23 Jahre hauptamtlich oder ehrenamtlich die Geschicke dieser Gemeinde recht erfolgreich geleitet hatten. Und die Gemeinde dankte ihrem scheidenden Oberhaupt für 23 Dienstjahre mit minutenlangem Beifall. Auch Landrat Maximilian Heimerl dankte anschließend dem Bürgermeister für beste Zusammenarbeit.
Gleichzeitig bedauerte er anlässlich der kommenden Kommunalwahlen die Scheu der Bürger vor öffentlichen Ämtern. Doch der Landkreis könne ab 1. Mai wieder alle 31 Gemeinden mit Bürgermeistern besetzen. Dann schilderte er, warum Mühldorf ein Chancen-Landkreis sei. Die vorausschauenden Planungen – auch seiner Vorgänger – hätten im Bildungs- und Gesundheitswesen Situationen geschaffen, die optimale Bedingungen für die Zukunft schufen. Auch die Zusammenarbeit im Kreis mit Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen hätten die Corona-Zeit und „Flüchtlingshochzeit“ überschaubar gemeistert.
Der Flüchtlingsstrom ebbe spürbar ab. Deutlich erklärte er seine Gründe zum MVV-Beitritt, zum Landkreiswerk und zu Windrädern. Um Bauernland zu schützen, solle man neue Wege für die Schaffung von Ausgleichsflächen finden.
Klagenswert sei die allgemeine Finanznot aller Kommunen, die durch die andauernden Kostensteigerungen nicht geringer werde. Auch solle man im Bauwesen Anfragen über Änderungen und Baugenehmigungen überhaupt mehr den Gemeinden selbst überlassen.
Haushaltsplan
erklärt
Zwischen beiden Hauptrednern erklärte der Geschäftsstellenleiter den Niedertaufkirchner Haushaltsplan 2025. Die Summe der Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt sei mit jeweils 3.344.000 Euro veranschlagt. Die Summe der Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt betrage jeweils 1.760.600 Euro.
Der Gesamthaushalt habe somit ein Volumen von 5.104.600 Euro. Da der Kredit, der wegen der Kita-Erweiterung in Höhe von 650.000 Euro nötig geworden war, bereits 2026 vollständig getilgt werden konnte, betrage der tatsächliche Schuldenstand der Gemeinde heute 99.992 Euro. Die Höhe der Rücklagen auf Grundlage des Haushaltsplans 2025 werde erst im Rahmen der Jahresrechnung festgestellt.