Magische Traumreisen
Eine Szene aus dem Kindermusical „Anouk“ mit Piraten auf der Bühne. Foto Huckemeyer
Peter Maffays Musical „Anouk“ begeistert das Publikum im Haus der Kultur
Waldkraiburg – Peter Maffay und seine Frau Hendrikje Balsmeyer waren zwar nicht anwesend, als im Haus der Kultur das Kindermusical Anouk aufgeführt wurde. Dennoch blieb das Ehepaar von der ersten Minute an präsent, denn ihnen ist es zu verdanken, dass Anouk überhaupt geboren wurde. Damit ist einmal die gemeinsame siebenjährige Tochter gemeint sowie die Kinderbuchreihe und das gleichnamige Musical, das nun die deutschsprachigen Bühnen erobert.
Die Titelheldin kann Schlafengehen eigentlich gar nicht leiden. Doch das ändert sich, als sich für Anouk jede Nacht eine Tür in eine Welt voller Magie und Abenteuer öffnet. Das kleine Mädchen geht mit Plüschtier Affi auf Traumreise und erlebt dabei ein aufregendes Abenteuer nach dem anderen. Anouks Eltern können es gar nicht fassen und zweifeln an den Fantasiegeschichten ihrer Tochter. „Ihr seid einfach viel zu erwachsen“, glaubt Anouk, die sicher ist, dass alle Kinder wissen, was es mit Märchenwelten auf sich hat.
Von Piraten, Prinzessinnen
und wichtigen Lektionen
Die mutige und neugierige Protagonistin lernt in ihren Traumreisen viel über die Bedeutung von Freundschaft, Vertrauen, Familie, Liebe und Toleranz. Obwohl kindgerecht eingepackt in ansprechende Geschichten, tolle Kostüme und freundliche Bühnenbilder, wird der Zeigefinger schon ein bisschen erhoben, wenn es um gesellschaftskritische Themen wie Umweltschutz und fremde Kulturen geht. Auch dass viele Erwachsene stets an ihren Handys kleben, wird nicht ausgelassen.
Anouk segelt in ihrer ersten magischen Traumnacht Richtung großes Meer. Dort trifft sie auf Piraten und geht mit ihnen sogar auf Schatzsuche. Vorher muss allerdings die Schatzkarte gelesen werden, was schwierig ist, weil Piraten nicht lesen können. Anouk hilft den wilden Gesellen und lehrt sie das Piraten-Abc.
Im Urwald trifft sie auf eine liebenswerte Dschungelprinzessin, die Anouk ihre „Schätze“ zeigt, die Touristen bei ihren Touren einfach so liegen lassen. Der Vater der Prinzessin wollte Anouk anfangs gar nicht akzeptieren, da sie doch eine Fremde sei. Aber dann stellte er fest: Anouk schaut eigentlich aus wie alle Dschungelbewohner, sie hat Augen, Ohren, Nase und einen Mund.
Ein spielfreudiges Ensemble begeistert das Publikum
Eine turbulente Nacht erlebte Anouk, als sie auf einem Jahrmarkt landete. Da warteten Spiele und sogar eine Geisterbahn auf sie. Oder war es vielleicht gar nicht Anouk, sondern ihre eigene Großmutter, die sich einst in ihrer Kinderzeit gleichermaßen mit Träumereien und Fantasiewelten auskannte? Das Publikum erlebte jedenfalls eine herzgewinnende Musicalaufführung mit einem spielfreudigen Ensemble, pfiffig angereichert mit lustigen Tänzen, Liedern und unterschiedlichsten Musikrichtungen. Die Inszenierung ist für Menschen ab dem vierten Lebensjahr geeignet.
Allerdings dürfte die Spieldauer von 90 Minuten mit großer Pause für kleine Buben und Mädchen etwas zu lang sein.