Versprechen eingelöst

Es hat einen langen Atem gebraucht, jetzt hat Ministerpräsident Markus Söder das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling in Waldkraiburg eröffnet.Fotos  Lohmann

Es hat einen langen Atem gebraucht, jetzt hat Ministerpräsident Markus Söder das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling in Waldkraiburg eröffnet.Fotos Lohmann

Ministerpräsident Markus Söder eröffnet das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling (ZKR)

Von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg/Rosenheim – Wissenschaft und Innovation entstehen nicht nur in München, sondern seit Kurzem auch in Waldkraiburg. Die Idee für ein Forschungszentrum gibt es bereits seit Jahren, am vergangenen Freitag ging das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling (ZKR) offiziell an den Start, mit dem die TH Rosenheim ein wichtiges Signal für nachhaltige Innovation in der Region setzt. Ministerpräsident Markus Söder lobte bei der Eröffnung die Bedeutung des Zentrums für Forschung, Transfer und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.

Die Idee für das Forschungszentrum reicht mehrere Jahre zurück. Aus einer Vision sei jetzt ein Projekt mit einer Strahlkraft für ganz Bayern geworden. Kreislaufwirtschaft sei eine „extrem wichtige Aufgabe“ für den Wirtschaftsprozess, sagte Söder. Rohstoffe zu schonen und Ressourcen effizient zu nutzen, sei die „Superpower“ der Zukunft. Mit dem ZKR entstehe ein Zentrum, das wissenschaftliche Erkenntnisse gezielt in wirtschaftlichen Nutzen überführt.

Kreislaufwirtschaft als
„moderne Antwort“

Einen entscheidenden Impuls für ein Forschungszentrum hatte vor Jahren der frühere Staatsminister und Landtagsabgeordnete Marcel Huber gegeben. „Daraus ist heute etwas Großes, etwas Spannendes entstanden für ganz Bayern. Kreislaufwirtschaft und Recycling sind moderne Antworten“, lobte Söder den langen Atem.

Mit einer Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Wissenschaft könne Bayern auf Dauer erfolgreich sein. Bayern könne im internationalen Vergleich nur mit Wissen und Innovationskraft bestehen. „Wir müssen unsere Chancen nutzen. Pionierarbeit lohnt sich.“ Bayern habe es geschafft, sich von einem Agrarland zu einem Hightech-Land zu entwickeln. „Innovation bleibt nicht im Labor“, betonte Professorin Nicole Strübbe, Standortverantwortliche aus der Hochschulleitung. Forschung müsse ihre Wirkung in der Wirtschaft entfalten. Zunächst liege der Schwerpunkt auf Kunststoffen, perspektivisch sollen weitere Materialien wie Holz, Baustoffe oder biobasierte Materialien folgen.

Ziel ist es, Unternehmen im deutschsprachigen Raum dabei zu unterstützen, Produkte und Prozesse kreislauffähig, nachhaltig und wirtschaftlich attraktiv zu gestalten. Mit dem ZKR baue man eine „umfassende Rohstoff-Strategie von morgen“ auf. „Kreislaufwirtschaft ist kein ökologisches Zusatzprogramm, sie ist wirtschaftliche Notwendigkeit“, hob sie hervor.

Konkreter Nutzen
für Unternehmen

„Mit der Kreislaufwirtschaft legen wir den Startschuss für wirtschaftlichen Erfolg“, betonte Professor Johannes Eben, Leiter des Zentrums für Kreislaufwirtschaft und Recycling. Vergleichbare Einrichtungen gibt es im deutschsprachigen Raum bislang nur wenige. Das ZKR positioniert sich damit als strategisch bedeutende Forschungseinrichtung. Auch Hochschulpräsident Professor Heinrich Köster sieht im ZKR einen wichtigen Baustein: „Nachhaltigkeit ist ein zentrales Handlungsfeld unserer Hochschule.

Mit dem Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling stärken wir gezielt den Wissens- und Technologietransfer in die regionale Wirtschaft. Wir verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit konkretem Nutzen für Unternehmen vor Ort.“ Erste Kooperationen mit Unternehmen aus der Region bestehen bereits, darunter die Kraiburg-Gruppe und Netzsch.

Zukunftsweisende
Innovation

Rund eine Million Euro aus der Hightech-Agenda des Freistaats Bayern flossen in Geräte und Infrastruktur. Hinzu kommen industrielle Beistellungen in ähnlicher Höhe, weitere Investitionen sind geplant. Der Zweckverband Hochschulcampus Mühldorf-Waldkraiburg stellt die Räume mietfrei zur Verfügung. Am Standort arbeiten aktuell zwei Professoren und fünf wissenschaftliche Mitarbeitende, zwei Beschäftigte wollen promovieren. Für Landrat Max Heimerl, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Hochschulcampus Mühldorf-Waldkraiburg passt das ZKR perfekt in den Chancenlandkreis, der Heimat „hochinnovativer Unternehmen“ ist. „Mit der Eröffnung des ZKR setzen wir ein weiteres Zeichen für nachhaltige Wertschöpfung und zukunftsweisende Innovation.“

Starkes Zeichen für Politik,
Unternehmen und Region

Mit dem ZKR wird nach Meinung von Bürgermeister Robert Pötzsch ein „starkes Zeichen für Politik, Unternehmen und Region“ gesetzt. Mit der Eröffnung werde nun nach vielen Jahren ein wichtiges Versprechen „sichtbar eingelöst“. Die Stadt stehe parat, wenn es darum gehe, das ZKR weiterzuentwickeln.

Zum Abschluss hob Ministerpräsident Markus Söder nochmals die Bedeutung des Standorts hervor: „Die Kraft und Vitalität des Freistaats Bayern kommen aus den ländlichen Regionen. Hier in Waldkraiburg zeigen wir, wie Hightech, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stärke zusammengehören – ein wichtiger Baustein unserer Innovations- und Nachhaltigkeitsstrategie.“

<p>Bei einem Rundgang durch das Forschungszentrum verschaffte sich Ministerpräsident Markus Söder einen Überblick über die Arbeit.</p>

Bei einem Rundgang durch das Forschungszentrum verschaffte sich Ministerpräsident Markus Söder einen Überblick über die Arbeit.

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Samstag, 11. Juli 2026
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