Waldkraiburg – Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen mit E-Scootern. So auch am Samstag, 28. Februar, in Waldkraiburg. Wie die Polizei mitteilt, hat sich ein 17-jähriger E-Scooter-Fahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Auto schwer am Kopf verletzt. Er musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Laut einem Sprecher der Waldkraiburger Polizei trug der Jugendliche bei dem Unfall wahrscheinlich keinen Helm.
E-Scooter-Fahrer stößt
mit Auto zusammen
Der 17-Jährige fuhr erst auf dem Gehweg und zog dann laut Polizei – trotz beschränkter Sicht durch parkende Fahrzeuge – auf die Straße. Dort stieß er mit dem Auto eines 44-Jährigen zusammen. Der Autofahrer blieb unverletzt. Am Pkw entstand ein Schaden in Höhe von rund 10.000 Euro, am Roller von etwa 500 Euro. Der Jugendliche hatte zudem keine gültige Versicherung für den Scooter und muss deswegen mit einem Strafverfahren rechnen.
Mittlerweile sind viele E-Scooter in Waldkraiburg unterwegs, erklärt der Polizei-sprecher auf Nachfrage. Jedoch komme es in der Stadt nicht zu überdurchschnittlich vielen Unfällen. Dennoch könne ein Zusammenstoß für Scooter-Fahrer oft fatale Folgen haben, so der Sprecher.
„Ein E-Scooter hat null Knautschzone“, betont er. Die Roller fahren zwar maximal 20 km/h, doch auch bei dieser Geschwindigkeit kann ein Unfall mit einem stehenden Auto schwere Verletzungen nach sich ziehen, so der Polizist.
Aufgrund der hohen Geschwindigkeit sind E-Scooter auf reinen Gehwegen oder gemischten Geh- und Fahrradwegen verboten. „Für Fußgänger sind sie zu gefährlich“, sagt der Sprecher. Sie müssen deswegen häufig auf der Straße fahren. Eine Helmpflicht besteht laut dem Polizisten nicht.
Eine Studie der Björn-Steiger-Stiftung zu Unfällen mit E-Scootern aus den Jahren 2019 bis 2024 kam zu dem Ergebnis, dass es nicht genügend Argumente für eine Helmpflicht gebe. „Die Verletzungen in der Studie waren zwar überwiegend im Kopfbereich, jedoch waren von insgesamt begutachteten 322 Fällen nur in acht Fällen Kopfverletzungen schwer, davon nur eine lebensbedrohend“, heißt es. Meist sei zudem der Zahn- und Kieferbereich betroffen gewesen, wofür auch ein Helm keinen Schutz biete, so die Ergebnisse.
Unfall meist alleinbeteiligt,
Bordsteine als Hindernisse
Auffällig ist jedoch, dass „knapp die Hälfte aller Unfälle mit Schwerverletzten oder Getöteten Alleinunfälle ohne weitere Beteiligung gewesen sind“, heißt es in der Studie. Ursache für viele Unfälle sei, dass die Fahrer die Kontrolle über den Scooter verlieren würden. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Björn-Steiger-Stiftung, fordert deswegen, die Räder der E-Scooter zu vergrößern.
„Bei den üblichen Acht-Zoll-Rädern bringen selbst kleine Hindernisse so große Probleme, dass kleinste Unaufmerksamkeiten zu schweren Stürzen führen“, so Brockmann. Bordsteine oder andere Hindernisse am Straßenrand würden so leicht zu einem Sturz führen.
Fast die Hälfte aller auf einem E-Scooter Verunglückten ist laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes jünger als 25 Jahre. Im Jahr 2023 waren laut der Behörde 42 Prozent unter 25 Jahren, 2024 waren es sogar 48,6 Prozent. Insgesamt ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden in den vergangenen Jahren gestiegen, und zwar um 26,7 Prozent auf insgesamt fast 12.000 (Auswertung 2024). Im Vergleich zu 2021 (5.500 Unfälle mit Personenschaden) hat sich die Zahl sogar verdoppelt. Als Unfallursachen nennt das Bundesamt eine falsche Straßenbenutzung, Fahren unter Alkoholeinfluss oder nicht angepasste Geschwindigkeit.