Waldkraiburg – Der lockere Spruch „Irgendwas mit Medien“ ist bereits zum Klassiker aufgestiegen, hauptsächlich bei jungen Menschen. In der katholischen Kindertagesstätte Maria-Schutz (Kindergarten und Kinderkrippe mit Außenstellen) ist dieser Satz jedoch nicht flapsig, sondern ernst gemeint. Denn das Personal weiß genau, wie es den kleinen Buben und Mädchen die digitale Medienwelt näherbringen kann.
Digitale Medien
ergänzen analoge Medien
Einrichtungsleiterin Cornelia Reichthalhammer verkündet stolz: „Wir wurden für die beste technologische Innovation in frühpädagogischen Einrichtungen ausgezeichnet. Und zwar als einzige Einrichtung in ganz Deutschland.“ Diese Ehre kommt nicht nur mit einer Urkunde, sondern zusätzlich mit einem Preisgeld von 7.500 Euro daher. Solche Auszeichnungen wachsen nicht auf Bäumen; die Erzieher müssen jeden Tag dahinter sein, damit sich eine Kita für die Zukunft digital aufstellen kann.
„Unsere Kinder sitzen aber keineswegs den ganzen Tag vor einem Tablet“, stellt die Einrichtungsleiterin sofort klar und betont: „Wir lesen auch Bücher. Digitale Medien ergänzen einfach analoge Materialien.“ In der Waldkraiburger Kindertagesstätte sind die Erzieher Sabrina Fritz und Florian Graml auch als Fachkräfte für Medienpädagogik unterwegs.
Kitas werden immer mehr herausgefordert, die Qualität ihres Angebots auf die Anforderungen einer digitalen Gesellschaft auszurichten. Technologien sind längst im Alltag von Familien und Kindern angekommen. Die Aufgabe ist es, Kinder so zu stärken, dass sie autonom die Entscheidung darüber treffen können, ob, wann, mit wem und zu welchem Zweck sie Technologien nutzen möchten. Und hier kommen Sabrina Fritz und Florian Graml ins Spiel, die mit ihren Kollegen ein Medienteam bilden. In einer Fachzeitschrift entdeckte Cornelia Reichthalhammer vergangenes Jahr eine interessante Ausschreibung. Die Habermaass Stiftung aus Bad Rodach in Oberfranken ist eine Stiftung, die sich unter anderem den Anliegen der Frühpädagogik widmet. Sie möchte einen Beitrag leisten und künftig jedes Jahr den Preis für die beste technologische Innovation in frühpädagogischen Einrichtungen ausschreiben. „Da machen wir auf alle Fälle mit“, so Sabrina Fritz, die sich gleich sicher war, den Preis absahnen zu können, denn Maria-Schutz hat auf dem digitalen Sektor allerhand zu bieten. Heuer wurde dieser Preis zum ersten Mal ausgelobt. Knapp 30 Einrichtungen in Deutschland beteiligten sich an diesem Wettbewerb.
Fritz und Graml verfassten in wochenlanger Arbeit ein 46 Seiten umfassendes Papier, in dem sie detailliert aufgegliedert haben, wie das technologische Konzept der Tagesstätte ausschaut. „Wir haben alles in die Waagschale geworfen“, schildert Florian Graml. Dabei ging es um die Nutzung technologischer Tools wie kleine Roboter, den Tellimerostift, Portfolioarbeit, Apps, Plattformen und Ähnliches mehr. „Ganz wichtig ist es uns, die Eltern mit einzubinden“, hob die Einrichtungsleiterin hervor und verwies in diesem Zusammenhang auf die Eltern-und-Kind-Workshops.
Preisverleihung auf der
Bildungsmesse „didacta“
Die Antwort auf das eingereichte Konzept fiel letztlich positiv aus. Freudig erzählt Sabrina Fritz: „Wir landeten unter den Finalisten und wurden daher von Professor Dr. Dr. Dr. Wassilios Fthenakis besucht. Dieser Mann ist Pädagoge und insgesamt eine Koryphäe, dem es oblag, persönlich unsere Einrichtung zu beurteilen, denn schreiben kann man ja viel.“
Anfang Februar war es dann so weit: Maria-Schutz erhielt die Nachricht, tatsächlich den Zukunftspreis gewonnen zu haben. Mitte März werden sich Cornelia Reichthalhammer, Sabrina Fritz und Florian Graml auf den Weg nach Köln zur Bildungsmesse „didacta“ machen, denn dort findet die Preisverleihung statt. Mittels eines selbst gedrehten Films dürfen die Waldkraiburger auf der Messe schließlich noch ihre Einrichtung vorstellen.
Was das Team von Maria-Schutz nicht unerwähnt lassen will: Bei einer Fachtagung im Mai in der Habermaass Stiftung sind Cornelia Reichthalhammer und Sabrina Fritz als Referentinnen geladen.