Stefan Streck siegt im ersten Wahlgang

von Redaktion

26-Jähriger wird neuer Bürgermeister in Neumarkt-St. Veit – Huber beerbt Winkler in Niedertaufkirchen

Neumarkt-St. Veit – Neumarkt-St. Veit – „Das Ergebnis ist für mich ein klares Zeichen, dass die Stadt einen Wechsel haben will!“, sagt Streck in einer ersten Reaktion. Peter Hobmaier (UWG) bringt es auf 27,9 Prozent, Thomas Döring (Grüne) auf 14,3 Prozent und Madlen Winterer (SPD) auf 4,3 Prozent.

Streck verhehlt nicht: „Für mich war klar, dass es eine Stichwahl geben wird. Intensiv hatten wir uns schon darauf vorbereitet, sagt er: „Ich hatte mit Peter Hobmaier gerechnet, weil die UWG lange regiert und auch keine schlechte Arbeit gemacht hatte. Aber scheinbar wollen die Leute jetzt einen Wechsel und frischen Wind. Für mich ist das ein klares Zeichen, mit dieser Prozentzahl hätte niemand von uns gerechnet.“

Erste Gratulantin war Strecks Freundin Madlen Heidenecker. „Mein absolutes Zugpferd, sie hat mir immer den Rücken freigehalten, ohne sie hätte ich nicht die Entscheidung getroffen, überhaupt anzutreten. Umso schöner ist es nun, dass es geklappt hat!“ Jetzt wird erst einmal gefeiert. Im Café Windhager, sagt Streck: „Zur Wahlanalyse!“

Enttäuschung hingegen bei Peter Hobmaier (UWG). „Es ist so, wie es ist!“, sagt er unmittelbar nach der Entscheidung. „Ich hätte schon mit einer Stichwahl gerechnet. Aber das Volk hat entschieden!“ Hobmaier, der nur 873 Stimmen holen konnte (27,9 Prozent) gratulierte Streck, hob dabei hervor, dass es ein fairer Wahlkampf gewesen sei, „es ist nie scharf geschossen worden“, betont er.

Liegt es an einer
UWG-Verdrossenheit?

Vor Streck lägen nun schwere Aufgaben, „wenn er das umsetzen will, was er versprochen hat“, so Hobmaier. Für ihn selbst sei jedoch wichtig, dass man im Stadtrat gut zusammenarbeite. „Sonst passiert nichts in Neumarkt-St. Veit. Die Niederlage begründet Hobmaier zum einen mit einer gewissen UWG-Verdrossenheit, nachdem Erwin Baumgartner nun 24 Jahre Bürgermeister war. „Für viele bin ich vielleicht auch schon zu alt“, sagt der 58-Jährige, der jetzt auf eine stabile Mehrheit der UWG-Fraktion im Stadtrat hofft.

14,3 Prozent (448 Stimmen) waren es am Ende nur für Thomas Döring von den Grünen. Leider war Döring bis zum Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

„Ich freu mich für den Wahlsieger, danke den Unterstützern“, heißt es seitens der SPD-Kandidatin Madlen Winterer. Sie gibt zu, dass zehn Prozent ihr Wunschziel gewesen wären. Davon ist sie mit 4,3 Prozent (133 Stimmen) weit entfernt. Sie weiß, man lebe in einer sehr spannenden Zeit, in der die SPD auf Bundesebene gerade nicht die größte Popularität genieße. Sie hoffe nun, vorausgesetzt, sie werde in den Stadtrat gewählt, auf eine ordentliche Arbeit im Gremium. Mehr Farbe würde nicht schaden, sagt sie grundsätzlich. „In sechs Jahren sehen wir dann weiter.“

84,9 Prozent
für Ziegleder

Seit 2002 ist Johann Ziegleder im Amt, er wird es auch bis 2032 bleiben. Als einziger Kandidat war er in Egglkofen angetreten (für die Unabhängige Liste Egglkofen) und vereinte 84,9 Prozent der Wählerstimmen (569 von 1.050 Wahlberechtigten) hinter sich. „Das ist nicht überragend, aber ich bin damit sehr zufrieden.“ In letzter Zeit habe es viele Diskussionen gegeben wegen der Kläranlage, vermutet er als einen Grund dafür, dass ihn knapp 15 Prozent nicht gewählt haben. Warum er nach 24 Jahren weitermacht? „Es stehen einige Sachen an, die ich fertig machen will.“ Die Klage gegen das Gewerbegebiet und die Nutzung des Forsthauses würden ihn noch fordern. „Mir macht die Arbeit Spaß und mein Hausarzt hat auch gesagt, ich soll weitermachen. So bleibt man fit“,findet der 71-Jährige.

Die Ergebnisse aus der
VG Oberbergkirchen

Das erste Ergebnis der Bürgermeisterwahl in der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen steht fest. Georg Auer von der Wählervereinigung Zangberg vereint als alleiniger Kandidat 97,5 Prozent der Stimmen auf sich. Das hat ihn selbst überrascht: „Ich hatte mir um die 80 Prozent Zustimmung erwartet, denn jedem kann man es nie recht machen. Aber 97,5 Prozent, damit hätte ich nie gerechnet.“ Das große Interesse an der Kommunalwahl (70,3 Prozent Wahlbeteiligung, 42 Prozent Briefwähler) zeige ihm, wie interessiert die Zangberger an der Politik seien.

89,7 Prozent für
Hausperger

73,3 Prozent Wahlbeteiligung, 991 Wähler von 1.352 Wahlberechtigten gingen in Oberbergkirchen an die Wahlurne. 89,7 Prozent davon gaben Michael Hausperger (CSU/PFW) erneut das Vertrauen. „Ich will erst einmal Danke zu den Oberbergkirchener sagen“, freut sich Hausperger über die Zustimmung. Dass er Abstriche hinnehmen musste, sieht er selbst im Alter begründet. „Vielleicht glaubt ja der ein oder andere, ich hätte langsam das Alter aufzuhören.“

Doch alt fühlt sich Hausperger noch lange nicht. Seit 2008 ist er im Amt und es gebe schließlich noch einiges zu tun. Ein neues Baugebiet, ein neues Gewerbegebiet, die Verbundleitung zur Wasserversorgung nach Schönberg, Radwegebau. „Da wird es nicht langweilig!“, sagt Hausperger, der fest davon ausgeht, dass der Gemeinderat, wie in den Jahren zuvor, „hinter mir steht“. Er spricht jedenfalls von einem guten Ergebnis, „eine Rückendeckung für die nächsten sechs Jahre“.

Lantenhammer fühlt sich in seiner Arbeit bestätigt

„Das Wahlergebnis freut mich riesig“, kommentiert der amtierende Schönberger Bürgermeister Alfred Lantenhammer (CSU/FWG/WA) die Bestätigung bei der Kommunalwahl. Als alleiniger Kandidat angetreten, holte er sich die Zustimmung von 92,2 Prozent der abgegebenen 603 gültigen Stimmen. Er sei mit konkreten Zielen angetreten und in seiner Arbeit bestätigt worden. Erneuerbare Energien, der Bau von Windrädern, neue Baugebiete: „Poltiisch gesehen sehe ich mich vom Wähler in meiner Arbeit bestätigt“, sagt Lantenhammer, der 1996 als 30-Jähriger Bürgermeister geworden ist.

Erst die Arbeit, dann der Lohn: Martin Gruber konnte seine Wahl zum neuen Lohkirchener Bürgermeister erst gar nicht feiern. Er war am Sonntagabend damit beschäftigt, die Stimmen für den Kreistag auszuzählen. Mit 94 Prozent aller Stimmen wurde er zum Nachfolger von Siegfried Schick (UWG) gewählt. „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Lohkirchener. Es ist für mich eine überwältigende Zahl, damit hätte ich nicht gerechnet“, zeigt er sich überwältigt vom Zuspruch.

Die Wahlbeteiligung lag bei 74,1 Prozent. 440 Stimmen von 468 gültigen holte Gruber. Dabei sei ihm die Prozentzahl nicht wichtig, sagt Gruber. „Das Wichtigste wird in Zukunft sein, dass wir zusammenarbeiten und zusammenhalten.“

Erfahrung bringt er mit. Denn Gruber war nicht nur zwölf Jahre Gemeinderat, sondern auch Zweiter Bürgermeister. „Siegi Schick war ein guter Lehrmeister, hat mich viel zu Terminen mitgenommen“, sagt der 55-Jährige, der sich nun auf die neue Aufgabe freut.

Die Ergebnisse aus der
VG Rohrbach

In allen drei Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach ist jeweils nur ein Bürgermeisterkandidat angetreten. In Erharting belief sich die Wahlbeteiligung auf 64,8 Prozent. 92,3 Prozent davon, das sind 496 von 766 Wahlberechtigten, gaben ihre Stimme Matthias Huber (UWG). „Ergebnis top. Jedem kann man es nicht recht machen. Dafür ist das Ergebnis eh super!“ Zur Wahlbeteiligung sagt Huber: „Die ist bei uns immer um die 70 Prozent herum, ein normales Verhältnis!“

Man hatte in Erharting nur eine Liste: „Wir hatten da nichts dagegen. Für mich war das eine umso ruhigere Zeit in der Vorbereitung. Ich habe früh genug Leute im Ort gefragt, fähige Leute, damit hat sich die andere Liste aufgelöst.“ Sechs Gemeinderatsmitglieder hören auf, der Rat wächst von acht auf zwölf Mitglieder an. Huber betont, er habe auch Frauen gefragt, sich für ein Mandat zur Verfügung zu stellen. Aber nur eine wollte auf die Liste, Christina Oszinda. „Mal schauen, ob sie es schafft!“

Huber will Gemeinde in
die Zukunft führen

In Niedertaufkirchen tritt Andreas Huber ((FWGN/FWGR) die Nachfolge von Sebastian Winkler an. Der 30-Jährige, der sechs Jahre lang als Jugendreferent im Gemeinderat mitgewirkt hat, hat 95,4 Prozent Zuspruch unter den 808 abgegebenen Stimmen erhalten. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,3 Prozent und damit fünf Prozent über der von 2020 (63,1 Prozent).

„Ich bedanke mich bei allen Wählern herzlich für das große Vertrauen. Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag, unsere Gemeinde verantwortungsvoll und mit Blick auf die Zukunft zu führen“, sagt der 30-Jährige. Huber betont, dass er auf Zusammenarbeit, Transparenz und gegenseitigen Respekt setze. „Ich freue mich darauf, mit dem Gemeinderat, der Verwaltung sowie unseren engagierten Bürgern zusammenzuarbeiten – gemeinsam, für unsere Niedertaufkirchen.“

Vierte und „wahrscheinlich letzte Amtszeit“

„Man hat halt nicht nur Freunde in diesem Amt. Aber das gehört dazu, da stehe ich drüber“, kommentiert Werner Biedermann (CSU/NBL) die 86,9 Prozent der abgegebenen Stimmen, die er am Wahlsonntag erhalten hat.

Von den 1.009 wahlberechtigten Niederbergkirchener Bürgern stimmten 617 für ihn, 768 waren zur Wahl gegangen. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,1 Prozent.

Werner Biedermann, der seit 2008 im Amt ist, tritt im Mai seine vierte „und wahrscheinlich letzte Amtszeit an“, sagt der 64-Jährige, der sich in der nächsten Legislaturperiode den Fokus auf den Breitbandausbau, den Wasser-Notverbund nach Mühldorf und den Katastrophenschutz setzen will. „Das fordert uns!“

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