Kraiburg/Frauendorf – Seit 2019 steht fest: Die Frauendorfer Brücke ist nicht mehr zu retten. Ein Neubau ist längst geplant, Fördergelder beantragt – und nach langem Warten schließlich auch bewilligt. Im Sommer hat die Gemeinde den Auftrag vergeben, bis Mai sollte alles fertig sein. Doch wo schon längst gearbeitet werden soll, ist bis heute nichts passiert. „Der Ärger ist riesig“, fasst Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) die Situation knapp zusammen. Doch woran hakt es? Darauf hatte sie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats keine konkrete Antwort parat. „In unserem Auftrag ist es klar so ausgeschrieben, dass die Brücke bis Mai 2026 fertiggestellt sein muss.“
Möglichkeit einer
Vertragsstrafe
Noch vor Jahresende hätte die alte Brücke abgerissen werden sollen, doch schnell vertröstete die Baufirma die Gemeinde auf Januar 2026. „Es hieß, dass sie im Dezember 2025 nicht mehr abreißen, stattdessen soll im Januar begonnen werden“, führte Jackl aus. Jetzt ist März und die Brücke steht noch immer. Statt mit dem Abriss zu beginnen, legte die Baufirma der Gemeinde kürzlich einen neuen Zeitplan vor. „Bis zur KW39 soll die Brücke fertig sein“, sagte Jackl – also damit rund vier Monate später als vereinbart. Nicht nur für Anwohner wird der Neubau der Brücke problematisch, durch die Verzögerung sind auch Landwirte betroffen. Die Bauzeit war bewusst in die Wintermonate gelegt worden, um die Einschränkungen gerade für sie gering zu halten. Während der Arbeiten braucht es nämlich einen Umweg von rund fünf Kilometern, um auf die andere Seite zu gelangen. „Das war so nicht ausgemacht. Die Bauzeit wurde extra so gelegt, dass die Arbeiten im Winter stattfinden sollen“, ärgert sie sich. Denn im Winter bewirtschaften die Landwirte ihre Felder nicht.
Die Haltung im Gremium war klar: Für den Kraiburger Ortsteil ist das eine „Katastrophe“. Anton Voglmaier (CSU) und Franz Kifinger (UWG) konnten es nicht nachvollziehen, dass die Baufirma im Dezember nicht wie vereinbart mit dem Abriss begonnen hat. „Die Witterung war doch lange gut genug. An der Pürtener Kreuzung wurde bis kurz vor Weihnachten gearbeitet, das ist mir unerklärlich.“ Gerhard Preintner (UWG) brachte eine Vertragsstrafe ins Gespräch. Bürgermeisterin Petra Jackl geht es vorrangig darum, eine Lösung zu finden. Die Baufirma sei zunächst weder per E-Mail noch telefonisch erreichbar gewesen. Ein Gespräch soll Klärung bringen. Dann wird sich zeigen, wann die Brücke in Frauendorf endlich abgerissen werden soll. Raphaela Lohmann