Obertaufkirchen – In Frauenornau steht eine Kirche, eine von so vielen Kirchen, die in kleinen Orten stehen. Doch die Wallfahrtskirche „Unsere Liebe Frau vom Trost“ oder auch „Mariä Heimsuchung“, ist eine ganz außerordentliche Kirche. Der heutige Bau wurde 1473 errichtet und besitzt einen hohen Turm mit einem achteckigen Spitzhelm. Er wurde ihr erst später aufgesetzt, nämlich 1876 statt einer Zwiebelhaube. Das ist aber noch nicht alles an Besonderheiten. Im Inneren zeigt sich ein weiteres Kleinod.
Bedeutender
Rokokobau
Die Kirche stellt den bedeutendsten Rokokobau im weiten Umkreis dar, mit reichen Rokoko-Stuckaturen und -fresken. Die Fresken wurden 1879 übermalt, einige wurden später wieder freigelegt. Das Deckenbild im Langhaus zeigt Maria mit dem Jesuskind von Engeln umjubelt, schwebend über der Kirche. Davor kniend der Schwindegger Schlossherr Josef Fugger mit Gemahlin. Sehenswert ist auch der prunkvolle Hochaltar von 1770 mit dem Gnadenbild im Zentrum des Altars und die beiden Seitenaltäre. Weil sie keine Pfarrkirche ist, so wie die große Schwester in Obertaufkirchen, will die Erzdiözese München-Freising auch nicht so viel zu ihrer Erhaltung beitragen. Der Etat ist eng und knapp und die Kirchenverwaltung in Obertaufkirchen freut sich über Spenden für das Sanierungsprojekt der Kirchenstiftung. Denn der Zahn der Zeit nagt auch an der Wallfahrtskirche.
Zunächst gibt es nur einen Zuschuss zur Erhaltung der Außenfassade und des Dachstuhls. Putzschäden an der Fassade und verwitterte Dachbalken werden saniert. Schäden im Dach werden mit herkömmlichen Dachziegeln ersetzt und die Außenfassade wird neu gestrichen.
Die Erlaubnis für die Renovierung des denkmalgeschützten Gebäudes liegt bereits vor. Die Renovierung soll den historischen Baustand abbilden, was bedeutet, Dachstuhl und Gebälk werden erhalten, so weit es geht und die Fassade bekommt die gleiche Farbe wie zuvor.
Während der Renovierung kann die Kirche größtenteils offenbleiben. Das ist wichtig, denn sie hat für die Pfarrei große Bedeutung. Als Marienwallfahrt war sie immer schon ein geistliches Zentrum. Das Angebot an Messen, Wallfahrten und Lichterprozessionen ist durch das Jahr hinweg groß und wird verstärkt durch das geistliche Team. Es ist ein Grund, gerade diese Kirche zu schützen. Im Moment beginnen die Ausschreibungen für Zimmerer, Spengler und Gerüststellung. Im Herbst soll die Renovierung beginnen. Im Herbst und Winter wird daran gearbeitet, so weit es die Witterung zulässt. Hinzu kommt, dass es auf dem abschüssigen Gelände schwierig ist, die Baumaßnahmen auszuführen. Eine Baustraße muss extra dafür angelegt werden. Auch sind naturschutzrechtliche Gründe zu beachten. Der Turmfalke und die Fledermaus dürfen im Dachgebälk bleiben. Es wird um sie herum gearbeitet.
Arbeiten dauern
wohl bis 2028
„Bis Frühjahr oder Sommer 2028, optimistisch gerechnet, soll alles fertig sein“, erklärt Stefan Häusler vom Pfarramt in Buchbach. Es wird mit Kosten von 1.100.000 Euro gerechnet, wobei eine Preissteigerung wahrscheinlich ist. Es bedeutet, dass man sehr gut wirtschaften muss, betont Häusler, aber die Arbeiten sind nötig, um den Bestand zu erhalten. sn