Mühldorf – Mit einem Klick kann aus Unwissenheit ein Straftatbestand entstehen. Digitale Kompetenz bedeutet daher viel mehr als nur die Technik zu beherrschen. Gewaltvideos, Hakenkreuze und sexuelle Inhalte: Bayerns Staatsanwälte sind immer häufiger mit strafbaren Inhalten auf Handys konfrontiert.
Gerade Kinder und Jugendliche sind sich aber oft nicht bewusst, wie schnell sie eine strafbare Handlung mit dem Handy begehen können, und unterschätzen die Folgen. Dr. Simon Fink von der Staatsanwaltschaft Traunstein sensibilisierte die Schüler der neunten Jahrgangsstufe des Gymnasiums Mühldorf mit dem Vortrag „Mach Dein Handy nicht zur Waffe“ für das Thema. Es ist ihm ein großes Anliegen, Prävention zu leisten: „In meiner täglichen Arbeit bin auch ich immer wieder mit solchen Fällen befasst, oft geht der Straftatbestand mit Unwissenheit einher“, so Dr. Fink.
Das von Justiz- und Kultusministerium gemeinsam entwickelte und im Jahr 2021 gestartete Projekt wurde im Rahmen des Medienkonzeptes an der Schule durchgeführt.
Viele realitätsnahe Fallbeispiele wurden vorgestellt und diskutiert, auch mögliche strafrechtliche und schulrechtliche Konsequenzen erörtert. Am Ende blieb genügend Zeit für Fragen aus den Reihen der Schüler: Nachfragen zum Thema Handy, aber auch allgemein zur Tätigkeit der Staatsanwaltschaft und zum Jugendstrafrecht kamen zahlreich aus dem Plenum.
Schulleitungsmitglied Wolfgang Hirn dankte dem jungen Staatsanwalt für die zwei 90-minütigen Vorträge mit anschließender Diskussion.
Auch Eleni aus der 9. Klasse zog ein positives Fazit: „Es war wirklich informativ und überhaupt nicht langweilig. Super, dass man Fragen stellen kann, die nur ein Experte und nicht mal die KI richtig beantworten kann.“re