Ampfing/Buchbach/Heldenstein/Mettenheim/Obertaufkirchen/Rattenkirchen/Schwindegg — Im westlichen Landkreis Mühldorf haben die amtierenden Bürgermeister und eine Bürgermeisterin klare Wahlsiege eingefahren. Die Ergebnisse sind für die Rathauschefs eine deutliche Bestätigung ihrer bisherigen Arbeit und zugleich ein Auftrag, die Entwicklung ihrer Gemeinden weiter voranzutreiben.
„I bin total happy, das Ergebnis gfreit mi brutal“, sagt Ampfings wiedergewählter Bürgermeister Josef Grundner. 57,4 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimmen abgegeben, was Grundner „als nicht schlecht“ bezeichnet. Dass davon 90 Prozent dem CSU-Mann ihr Vertrauen schenken, „gibt mir Rückenwind für bevorstehende große Projekte, wie etwa die Geothermie“.
Der 53-Jährige tritt seine zweite Amtsperiode für die nächsten sechs Jahre an. Die erste dauerte 7,5 Jahre: Weil der frühere Bürgermeister Ottmar Wimmer überraschend nach 28 Jahren seinen Rückzug erklärte, gab es 2019 vorgezogene Wahlen. Gegenüber der Heimatzeitung und Innsalzach24 erklärte Grundner am Wahlabend, das Ergebnis sei eine Bestätigung der Bürger für seine Arbeit und das stärke ihm den Rücken. „Und die, die mich nicht gewählt haben, möchte ich gerne noch überzeugen“, so der Ampfinger.
In Buchbach gab gegen 18 Uhr die Website der Gemeinde auf und war nicht mehr erreichbar. „Ein unguter Zeitpunkt“, sagt der wiedergewählte Bürgermeister Thomas Einwang (WVR). Das technische Problem tut allerdings seiner Freude über die 86,2 Prozent, mit denen er im Amt bestätigt wurde, keinen Abbruch. „Das ist ein deutliches Votum. Damit sagen mir die Menschen: Bittschön, mach amoi so weiter.“
Der 65-Jährige ist seit 18 Jahren Bürgermeister. Weiß man da, wie der Hase läuft? „Meistens, aber nicht immer“, sagt er lachend. Immer wieder gebe es Spannendes oder Unvorhergesehenes. „So wie bei der Wahl vor sechs Jahren. Da kam nach der Auszählung um Mitternacht der Lockdown“, erinnert er sich.
„Überwältigt, überglücklich, zuversichtlich“, so beschreibt Heldensteins wiedergewählte Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) ihre Gefühle, nachdem alle Wahlzettel ausgezählt sind. Bei einer Wahlbeteiligung von 66,38 Prozent haben 89,3 Prozent ihr Kreuzerl bei der 42-Jährigen gemacht. „Ich bin jedem dankbar, der zur Wahl gegangen ist, sein Wahlrecht in Anspruch genommen hat, denn davon lebt die Demokratie. Die muss man pflegen“, sagt die Heldensteinerin.
Der Spatenstich für den Breitbandausbau erfolgt im Mai. Der Breitbandausbau versorge jeden Weiler und jedes Haus. Und im Herbst steht der Spatenstich für die Turn- und Gemeindehalle an. „Das sind zwei bedeutsame Projekte und ich freue mich, sie vorantreiben zu dürfen.“ Die Attraktivität von Heldenstein werde gesteigert.
In Mettenheim hat sich Josef Eisner (CSU) mit 67,9 Prozent der Stimmen gegen seine Herausforderin Petra Asanger (unabhängig) durchgesetzt. „Ich habe schon damit gerechnet, dass einige Stimmen abwandern werden“, sagt Eisner auf Nachfrage. Doch das Ergebnis sei „einigermaßen deutlich“ für ihn ausgefallen. „Mi g‘freits narrisch. Ich hab schon Blumen von meinem Geschäftsleiter bekommen“, sagt er gut gelaunt. Der 51-Jährige ist seit sechs Jahren Bürgermeister und davor war er zwölf Jahre im Gemeinderat engagiert.
„Ich wünsche dem gewählten Bürgermeister und dem neuen Gemeinderat alles Gute für ihre Aufgabe“, sagt Petra Asanger, die 32,1 Prozent der Stimmen (bei einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent) bekam. Natürlich hätte sie sich ein anderes Ergebnis gewünscht. Im Wahlkampf sei sie von Haus zu Haus gegangen, sei als Einzelkämpferin unterwegs gewesen und habe viele bereichernde Gespräche geführt. „Da hab ich viel für mich mitgenommen.“
In Obertaufkirchen hat es Franz Ehgartner (FWG Obertaufkirchen) zum vierten Mal auf den Sessel des Rathauschefs geschafft. Bei einer Wahlbeteiligung von 67,6 Prozent haben 92,5 Prozent der Menschen ihr Kreuzerl für ihn abgegeben. „Das g‘freit mi natürlich“, sagt der 57-Jährige, dass er nach 18 Jahren im Amt noch einmal so viele Stimmen bekommen habe. Die Bevölkerung habe ihm wieder ihr Vertrauen geschenkt.
Über 50 Prozent der Wähler in seinem Ort haben die Briefwahl in Anspruch genommen. „Das ist gut, denn mit der Briefwahl erreicht man auch jüngere Leute“, so Ehgartner.
„Ich freu mich über das tolle Ergebnis“, sagt Rainer Greilmeier aus Rattenkirchen. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,87 Prozent. 92 Prozent davon wollten den 60-Jährigen eine dritte Amtsperiode als Rathauschef sehen. „Es macht stolz, dass die Bürger sich für Kommunalpolitik und Demokratie interessieren und dass sie mitbestimmen wollen.“
Mit Spannung blicke er auf die Ergebnisse für den Gemeinderat. „Wir sind nun über 1000 Einwohner, das bedeutet, statt 8 Gemeinderäten bekommen wir zwölf“, so Greilmeier. Rattenkirchen warte mit einer tollen Liste auf. „Besonders schön ist, dass drei Frauen antreten. Es dürften gerne noch mehr sein.“
In Schwindegg verfolgen Roland Kamhuber (CSU) und Gemeinderatskollege Florian Empl (FWG Schwindegg) gemeinsam in Empls Wohnzimmer die Wahlergebnisse am Laptop. Bei einer Wahlbeteiligung von 66,7 Prozent wollten 89,9 Prozent der Wähler, dass Kamhuber zum zweiten Mal ihr Gemeindeoberhaupt wird. „Ich bin sehr zufrieden, glücklich und dankbar, für das großartige Vertrauen. Das beschreibt das gute Miteinander in unserer Gemeinde über Parteigrenzen hinweg“, so Kamhuber. „Wir entscheiden hier im Ort gemeinsam, ohne Parteibrille.“
Mit einem Glas Bier stößt er mit Empl auf das Ergebnis an. Die beiden sind langjährige Freunde und gute Kollegen im Gemeinderat, wie sie sagen. „Als Bürgermeister sitzt man an der Spitze, aber was bringt das, wenn man den Gemeinderat nicht überzeugt? Wir entwickeln unseren Ort gemeinsam ohne Partei-Querelen.“