Sudetendeutsche Gedenkfeier in Waldkraiburg

von Redaktion

Heimatrecht und das Recht von Minderheiten sind Menschenrechte – „Nicht in Anklage verfallen“

Waldkraiburg – In der Vertriebenenstadt Waldkraiburg hat der 4. März 1919 nach wie vor einen hohen Stellenwert. Dies wurde deutlich, als die Sudetendeutsche Landsmannschaft zur Gedenkfeier am Vertriebenendenkmal einlud.

In seinem Rückblick erinnerte der Vorsitzende Andreas Pawel an die umstrittenen Gebiete Böhmen und Mähren, die aufgrund der tschechischen Wahlverhinderung nicht mehr in der Nationalversammlung vertreten waren. Daher kam es an diesem 4. März nach Forderungen des Selbstbestimmungsrechts der Völker in sieben Städten wie Karlsbad oder Aussig zu Auseinandersetzungen, die durch Schüsse blutig unterdrückt wurden: 54 Sudetendeutsche kamen ums Leben.

Diese Ereignisse nahm der Präsident der Vertriebenen, CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer, in seiner Gedenkrede zum Anlass, die Auswirkungen der Ereignisse vor 107 Jahren in Bezug zu setzen zur Situation nach dem Zweiten Weltkrieg, als 15 Millionen Deutsche vertrieben wurden und drei Millionen ums Leben kamen. „Auch die heutigen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind eine Folge von gefordertem Selbstbestimmungsrecht“, so Stephan Mayer. Wie im Nahen Osten die Palästinenser ein eigenes Staatsgebiet fordern oder China Anspruch auf das selbstständige Taiwan erhebt: Das Heimatrecht als Menschenrecht werde nach wie vor sträflich missachtet. Die Einhaltung dieses Rechts durch einen Staat wurde von US-Präsident Woodrow Wilson als Grundprinzip proklamiert. Es zeigt sich daran, wie ein Staat mit seinen Minderheiten umgeht, und so wären auch heute viele Zwiste vermeidbar.

Waldkraiburg erwarb
sich besondere Verdienste

„Unser gutes Verhältnis zu Tschechien beruht darauf, dass man nicht in Anklage verfallen ist. Dies konnte ich mit dem tschechischen Botschafter in Berlin erleben und der Präsident wird noch im März zu Besuch sein“, so Stephan Mayer. Als historisches Geschenk bezeichnete er es, dass der Sudetendeutsche Tag zu Pfingsten in diesem Jahr in Brünn in Südmähren stattfindet. „Ein besonderes Verdienst erwarb sich Waldkraiburg mit seiner Stadtregierung und dem Brückenschlag nach Tschechien. Die Sudetendeutschen als fester Bestandteil ließen die Stadt blühen und mehr denn je gilt für die Jetztzeit das Selbstbestimmungsrecht als Fundament“, so Stephan Mayer. Begleitet von den Fahnenabordnungen legte er zusammen mit Andreas Pawel am Denkmal einen Kranz nieder. Mit ‚Wir beten an die Macht der Liebe‘ beendete die Egerländer Trachtenkapelle die eindrucksvolle Feier. fis

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