Waldkraiburg – Die Waldkraiburger Stadtratswahl hat die politischen Kräfteverhältnisse deutlich verschoben. Während die CSU wieder stärkste Kraft ist und die AfD stark zulegen konnte, gehört die UWG zu den klaren Verlierern der Wahl.
Vor zwölf Jahren war diese angetreten, um frischen Wind in die Stadtpolitik zu bringen. Der Abgang etablierter Stadträte hat bei der Wahl Stimmen gekostet, neue, jüngere Kandidaten konnten sie nicht ersetzen.
Amtsinhaber Robert Pötzsch muss zum ersten Mal in die Stichwahl. Offensichtlich hat die UWG das Vertrauen vieler Wähler verloren. Ein möglicher Grund könnte in der Sparpolitik der Stadt liegen. Nur von Konsolidierung zu reden, reicht nicht. Es braucht Innovationen, Ideen und Stadtpolitik, die transparent kommuniziert, wohin sich die Stadt entwickeln soll.
Die CSU wird wieder stärkste Kraft, doch die AfD legt kräftig zu und wird zweitstärkste Fraktion. Mit insgesamt sieben Gruppierungen im Stadtrat wird es zunehmend schwieriger, Entscheidungen zu finden. Wie sich die AfD in diesen Prozess einbringen will, ist noch unklar. Andere Fraktionen kritisieren, dass die AfD im Wahlkampf kaum kommunale Themen aufgegriffen hat. Wie dies die Zusammenarbeit beeinflusst, bleibt abzuwarten. Umso wichtiger wird es, dass die anderen Parteien zum Wohl der Bürger zusammenfinden und einen Kurs für die Stadt setzen. Es liegt an ihnen, Verantwortung zu übernehmen.
Für Waldkraiburg bedeutet das: Es reicht nicht, nur den Gürtel enger zu schnallen. Es braucht klare Prioritäten, innovative Ideen und einen Konsolidierungsplan mit erkennbaren Zielen. Es braucht eine Kommunalpolitik, die klar kommuniziert, wohin sich die Stadt entwickeln soll. Nur wenn der Stadtrat gemeinsam an einem Tisch sitzt, konstruktiv diskutiert und über Parteigrenzen hinweg Lösungen erarbeitet, kann Waldkraiburg in den nächsten sechs Jahren wieder vorankommen. Nur wenn es der Stadtrat schafft, seiner gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden, kann aus diesem Ergebnis auch eine Chance entstehen. Vielleicht gelingt es dann auch, bei der nächsten Wahl wieder mehr Bürger an die Urne zu holen.