Obertaufkirchen – Nach der großen Flutkatastrophe Ende Januar ist das Wasser in Malawi zurückgegangen. Weil dort nichts reguliert ist mit Rohren oder betonierten Flussbetten, kommt das Wasser in so einem Fall in großen Wellen. Der Boden ist nicht aufnahmefähig und das bedeutet Riesenüberschwemmungen.
Anknüpfend an die Flut leistet die Malawi-Hilfe Schwindegg noch immer Unterstützung. 2.700 Menschen waren durch die Flut obdachlos geworden und wurden in Notunterkünften untergebracht. Mit 9.000 Euro konnte die Malawi-Hilfe ihnen helfen. Mais und Hygieneartikel wurden dafür gekauft und an einem Health Center konnte die Wasserversorgung repariert werden. Wenn die Menschen den Not-Campus verlassen, bekommen sie ein Hilfe-Kit, um einen Neuanfang machen zu können, denn sie haben alles verloren. Das Kit besteht aus einem Eimer, Tasse und Teller, einem Kochtopf und einer Wanne und ermöglicht ihnen, selbst zu kochen und zu waschen. In Zusammenarbeit mit World Vision, einer amerikanischen NGO, konnten Decken organisiert werden. Der Mais war ursprünglich für die Schulspeisung gedacht. Der Vorrat wurde für die Fluthilfekatastrophe verwendet und muss später nachgekauft werden.
Inzwischen geht die Arbeit von Konrad Ess und seinem Team an verschiedenen Projekten weiter. An sechs Schulen startete die Schulspeisung. Das größte Projekt, an dem in diesem Jahr gearbeitet wird, ist ein Zentrum für die Produktion von Schultischen in Likuche. Das Team der Malawi-Hilfe fährt von Schule zu Schule und registriert Schäden. 372 Schultische waren verschlissen und wurden repariert.
Daraus entstand die Idee eines Zentrums, in dem Schultische produziert werden, die dann die Gehälter zahlen. Eine Kreislaufwirtschaft soll so installiert werden. Ein zweites, kleineres Projekt ist der Kauf, Transport und Installation von Solardeckenlampen. „Solar ist die Zukunft in Malawi“ erklärte der Vorsitzende Konrad Ess beim Treffen im Gasthaus „Zum neuen Faßl“ in Obertaufkirchen. Normale Stromleitungen sind dort über die weiten Strecken zu teuer. Schon mit Blick auf das Stadtradeln wird dieses Projekt in Angriff genommen. Es soll über die Spenden aus dem Stadtradeln finanziert werden. Das Stadtradeln findet in diesem Jahr von 11. Juni bis 1. Juli statt. Für das Solardeckenlampen-Projekt sollen Solarlampen aus Deutschland gekauft und nach Malawi transportiert werden, wo sie in Schulen eingesetzt werden. Dafür sind die Anschaffungskosten von je 350 Euro zu finanzieren, der Transport per Container nach Malawi muss bezahlt und der Einbau organisiert werden. „Radeln für Licht“ ist das Motto der Malawi-Hilfe für das Stadtradeln. sn