Waldkraiburg – Auf dem Grundstück des Kindergartens St. Franziskus und in dem angrenzenden Waldgrundstück wurden im vergangenen Jahr rund 30 Vogelnistkästen als Artenhilfsmaßnahme von Thomas Pecher an geeigneten Bäumen und Sträuchern angebracht. Gespendet wurden die Nisthöhlen von der Zeidler-Stiftung und der Sparkasse.
Außerdem pflanzte der Landschaftsplaner zur Förderung der Biodiversität noch einheimische Wildsträucher- und Baumarten an. Diese Gehölze dienen Kleinsäuger-, Vogel- und Insektenarten als Nahrungs- und Wirtspflanzen sowie als sichere Brutplätze, da viele der ausgewählten Arten Dornen und Stacheln zur Abwehr von Katzen bilden.
Die verschiedenen Vogelarten werden von dem reichen Fruchtangebot der Wildsträucher profitieren. Die Wildgehölzarten dienen einer Vielzahl an Schmetterlingsarten als Raupenfutterpflanzen. Ohne diese Wirtspflanzen gibt es keine schönen Falter, denn zuerst brauchen die Schmetterlingsraupen ihre Fraßpflanzen, um sich über das Puppenstadium zum erwachsenen Schmetterling zu entwickeln. Auch Wildbienenarten werden von dem vielfältigen Blütenangebot angelockt.
Die Leitung der Kita St. Franziskus, Teresa Nalewaja freut sich, mit den Kindern zusammen die Vogelwelt auf dem Gelände des Kindergartens zu beobachten. Die Nisthöhlen bestehen aus atmungsaktiven Holzbeton. Thomas Pecher wählte verschiedene Nisthöhlen für Wald- und Gartenbaumläufer, Kleiber, Stare, Kohl-, Blau-, Tannen- und Haubenmeisen, Haus- und Feldsperlinge sowie sogenannte Nischenbrüter- und Halbhöhlen für Garten- und Hausrotschwanz, Rotkehlchen und Zaunkönige aus. Speziell für Rotkehlchen und Zaunkönig legte Pecher vier Asthaufen an, da diese beiden Vogelarten gern in Bodennähe in solchen Haufen brüten. Dabei ist es empfehlenswert, dünneres sowie dickeres Astmaterial gemischt aufzuschichten, damit möglichst viele Hohlräume entstehen. Diese Asthaufen werden auch von Erdkröten, Grasfröschen, Berg- und Teichmolchen, Blindschleichen und Igeln als Unterschlupf und Versteck genutzt. „Mit geringem Aufwand lässt sich viel für den Artenschutz in der Stadt machen. Man braucht den Platz, die geeigneten Pflanzen und Nisthöhlen sowie etwas Toleranz.“
Besonders freut es den Landschaftsplaner, der die Nisthöhlen kontrollierte, dass rund zwei Drittel belegt waren. Insgesamt initiierte Pecher die Aufhängung von etwa 100 Vogelnistkästen auf geeigneten Grundstücken im Stadtgebiet. Da natürliche Baum- und Spechthöhlen im Stadtgebiet selten sind, stellt das Anbringen von unterschiedlichen künstlichen Nisthöhlen eine wichtige Artenhilfsmaßnahme dar. „Gartenbesitzer können im eigenen Garten Nistkästen aufhängen oder sich dafür engagieren, dass im öffentlichen Raum welche angebracht werden. re