Engelsberg – Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht vom Tod von Nikolaus Maier junior, der am 24. Februar im Alter von 54 Jahren im Krankenhaus gestorben ist. Wie beliebt der Harrer-Nik, wie er genannt wurde, war, zeigte sich an der Anteilnahme seiner Freunde und Weggefährten. Pfarrer Hans Speckbacher zeichnete den Lebensweg des Verstorbenen nach. Nikolaus Maier kam am 2. November 1971 in Mühldorf zur Welt, wuchs mit seiner Schwester Gabriele auf dem Unterharrer-Hof auf. Er machte eine landwirtschaftliche Lehre, die Meisterschule konnte er nicht mehr absolvieren, weil er bereits mit 22 Jahren Dialysepatient wurde. Nach der Hofübernahme modernisierte er den stattlichen Harrer-Hof, stellte von Rind- auf Schweinemast um und baute eine große Biogasanlage. Sein letztes großes Projekt war der Umbau eines Schweinestalles zum Erlebnishof im Jahr 2023.
Im Jahr 2006 lernte er Agnes kennen, die er 2009 heiratete. 2010 wurde zu seinem großen Glück der Sohn Lorenz geboren. Bereits 2013 erkrankte Agnes Maier an Brustkrebs, sie kämpfte lange, verlor den Kampf gegen ihre Krankheit und starb 2018. Damit begann eine sehr schwere Zeit für den Harrer-Nik, er musste seinem Sohn die Mutter ersetzen und hatte zudem fast täglich Dialyse, jetzt aber daheim. Es war ihm aber dann doch noch mal ein Glück vergönnt: Er lernte im März 2021 Angela Rose kennen, sie zog zu ihm und gemeinsam gründeten sie den Erlebnishof Unterharrer.
In jungen Jahren war Niklaus Maier erfolgreicher Boogie-Tänzer, er war Mitglied bei der Feuerwehr Maisenberg, bei der Altschützengesellschaft Engelsberg und bei den Böllerschützen aktiv. Zudem war er ein guter Skifahrer und gerne ging er zum Segeln, wenn er Zeit hatte. Sein Segelboot am Chiemsee war sein „Heiligtum“, wie seine Lebensgefährtin erzählte. Nikolaus Maier war vielseitig interessiert, aufgeschlossen und unternehmungslustig. Vor vielen Jahren hatte er auch noch seine „schauspielerische Ader“ entdeckt, er spielte bei vielen Stücken bei der Engelsberger Bühne mit. Unvergessen bleibt seine Parodie von „Wir sind König“ beim Festabend zur Feier der Engelsberger Selbstständigkeit. Sein „trockener Humor“ war allseits bekannt. Maier war ein ruhiger Mensch, der hochgeschätzt in der Gemeinde und in seinem großen Freundes- und Bekanntenkreis war.
2008 wurde er in den Engelsberger Gemeinderat gewählt. Seither war er kommunalpolitisch engagiert. Er war einer, der nicht lange redete, sondern anpackte, wie sein Gemeinderatskollege Franz Gsinn in einem Nachruf sagte. Seit 2020 war er Aufsichtsratsvorsitzender der Engelsberger Fernwärme. Auch für die kommende Wahlperiode hatte er sich wieder aufstellen lassen. Eine weitere Periode im Gemeinderat war ihm aber nicht mehr vergönnt.
Nikolaus Maier war kulturinteressiert, aber auch ein ausgesprochener Familienmensch. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt starb er völlig überraschend und unerwartet.
Der Harrer-Nik war auch Fastenprediger beim Starkbierfest. Seit dem vergangenen Jahr hat er die Engelsberger derbleckt, und das auf recht witzige, humorvolle Art. Seine Fastenpredigt hat er bereits geschrieben. Das Starkbierfest fällt aus Rücksicht auf seinen Tod heuer aus.gg