Wiesbach – Gelbe Bücher mit bunt markierten Textstellen liegen auf den langen Tischen zwischen Schminksachen, einem Arztkittel samt Stethoskop sowie einer grauen Perücke im Schankraum des Gasthaus Zens in Hofthambach. Auf der Bühne gegenüber sieht man eine typische Stube, komplett mit grünem Kachelofen, Esstisch und weißem Kaffeegeschirr. So bereitet die Theatergruppe der Landjugend Wiesbach ihr neues Stück „A kloans Wunder“ aus der Feder von Marianne Santl vor.
Einige neue
Gesichter spielen mit
Das Lustspiel in drei Akten wird schon seit Anfang Januar fleißig geprobt. Unter den Gesichtern der Jungschauspieler befinden sich einige Neuzugänge, einige bereits bekannte Gesichter fehlen hingegen. Auch die Initiatorinnen Katharina Brams und Maria Moser befinden sich dieses Jahr hinter den Kulissen statt auf der Bühne. „Wir wollten trotzdem noch ein bisschen dabei sein“, erklärt Maria Moser ihre Funktion als Souffleuse, und Katharina Brams fügt hinzu: „Ja, also am liebsten würde man schon immer mitspielen, weil das Team einfach so super ist.“ Sie arbeitet dieses Jahr als Maske, und die Verletzungen, die sie mittels Schminke für eine Szene zaubert, sehen verblüffend echt aus.
Unter den neuen Gesichtern ist einmal die Tochter des Regisseurs, Maria Stadler. „Ich war jahrelang die Maske“, erzählt die 23-Jährige und gibt – als Grund für den Sprung auf die Bühne – an: „Und dann hab ich mir gedacht, wenn ich es jetzt bald nicht mache, dann ist es rum.“ Dabei liegt die Latte dieses Jahr besonders hoch nach dem Besucherrekord vom vergangenen Jahr.
Auch Simon Eisenreich, verkleidet mit feschem grünem Hut und Trachtenweste, schließt sich seinen Schwestern Veronika und Brigitte an, die schon länger ein fester Bestandteil der Theatergruppe sind. „Es hat jetzt zeitlich gepasst“, sagt er und Bernhard Haslbeck konnte letztes Jahr nur nicht mitmachen, weil es Überschneidungen mit der Schule gab. Denn sich für eine so lange Zeit zu verpflichten, fordert viel Engagement der jungen Leute, die aber offensichtlich mit ganzem Herzen dabei sind.
„Da musst du sozial schon so eingestellt sein, dass du da Bock drauf hast“, erklären die Jugendlichen überzeugt. Und dass die Theatergruppe letztes Jahr auf Anhieb so gut funktioniert hat, lag vor allem an der Motivation des Einzelnen, glaubt Veronika Eisenreich: „Das war so ein schönes Gefühl und wir haben uns jetzt vor Weihnachten richtig gefreut, dass es endlich losgeht.“
Ein Gefühl, das sich bis heute nicht geändert hat. Denn auch diesmal stehen zehn Jungschauspieler aus der KLJB Wiesbach zusammen auf der Bühne und erwecken das ausgesuchte Theaterstück zum Leben.
Doch auch hinter den Kulissen gibt es viele fleißige Helfer, ohne die das Stück oder gar das Bühnenbild nicht zustande gekommen wären.
Gemeinsam überlegen die Jugendlichen, wie sie am besten in die nächste Szene wechseln, besprechen Positionen mit dem Regisseur Hubert Stadler und stellen Mobiliar unter viel Gelächter um. Immer wieder unterbricht der Regisseur die geprobte Szene mit einer wichtigen Regieanweisung.
Irrungen und Wirrungen
bei geplanter Hochzeit
Und wovon handelt das Stück? Der Schreinersohn Lukas soll Marion, die Tochter eines reichen Sägewerksbesitzers, heiraten. Doch kurz vor dem großen Tag überschlagen sich die Ereignisse, als Sabine, Lukas Ex, plötzlich auftaucht. Daraufhin fassen Lukas und seine Spezln einen gewagten Plan. Wer nun wissen möchte, was dieser Plan beinhaltet und ob sich liebende Herzen am Ende doch noch finden, der sollte sich diese Aufführung nicht entgehen lassen. Schnell sein lohnt sich, denn es gibt nur eine limitierte Anzahl an Terminen: Am Sonntag, 22. März, um 14 Uhr ist Premiere. Um 20 Uhr und am Samstag, 28. März, sowie am Sonntag, 29. März, jeweils um 20 Uhr, wird „A kloans Wunder“ im Gasthaus Zens aufgeführt. Reservierungen sind bei Sophia Kühn unter Telefon 0174/9116376 möglich.