Erasmus-Projekt am Ruperti-Gymnasium

von Redaktion

Lehrkräfte aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Niedersachsen tauschen sich über „Gelebte Inklusion“ aus

Mühldorf – Ein Erasmus-Projekt fand am Ruperti-Gymnasium statt. Die Schule, beim Projekt vertreten durch Studiendirektorin Dorthe Musebrink und Studiendirektor Philipp Wölfl, hatte Kollegen aus der Schweiz (Zürich), aus Österreich (Innsbruck), aus Südtirol (Meran) und aus dem niedersächsischen Oldenburg für vier Tage nach Mühldorf eingeladen.

Das Thema der Arbeitstagung lautete: „Gelebte Inklusion im Schulalltag“ und es wurde in Form eines „Peer Review Transnational“ durchgeführt. Ein „Peer Review“ ist ein Verfahren zur Qualitätssicherung von Projekten. „Transnational“ bedeutet, dass die gleichrangigen Teilnehmer am Projekt aus verschiedenen Ländern anreisen.

„Es geht darum, über den
Tellerrand zu schauen“

Der Schulleiter des Gymnasiums, Oberstudiendirektor Markus Höß, meinte bei der Begrüßung: „Ich finde dieses Projekt spannend und wertvoll. Es geht hierbei darum, über den eigenen Tellerrand zu schauen, den Blick auf andere Schulen zu richten. Denn jede Schule entwickelt eigene Ideen und Selbstverständlichkeiten. Die internationale Dimension bei diesem Projekt ist lehrreich. Unterschiedliche Erfahrungen und Unterrichtssysteme auf bayerische Verhältnisse zu übertragen, ist ein Gewinn für uns.“ Landrat Max Heimerl spannte den Bogen von seiner eigenen Tätigkeit als Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf (BSZ), bevor er 2020 zum Landrat gewählt wurde. „Ich kenne mich daher mit Schulentwicklung aus. Vor dem BSZ war ich der persönliche Referent des damaligen Kultusministers. Schon damals wurde das Thema ‚Eigenverantwortliche Schule‘ diskutiert.“ Im Kultusministerium sagte die eine Hälfte, man müsse den Schulen mehr Freiheiten geben. Das gehe nicht an – das war die Ansicht der anderen Hälfte, man müsse für alle Schulen gleiche Bildungsstandards haben. „Was dann kam, das war die Evaluation (eine Bewertung von Schulen, die Redaktion) mit wahnsinnig viel Bürokratie.“ Sie setzen sich hier in Mühldorf in lockeren Runden zusammen und besprechen wichtige Themen wie zum Beispiel die Inklusion, meinte Heimerl weiter und versicherte, dass das Landratsamt für einen vernünftigen Rahmen sorge, in dem die Schulen arbeiten können.

Stadt und Landkreis
ist Bildung viel wert

„Im Landkreis haben wir drei Gymnasien, für die wir zuständig sind. Wir fördern aber nicht nur Gymnasien, wir investieren jetzt gerade 50 Millionen Euro in ein Sonderpädagogisches Förderzentrum, womit wir wieder bei der Inklusion wären. Dies entsteht in Aschau-Waldwinkel und wird in 25 Klassen etwa 380 Schüler unterrichten.“ Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl machte Werbung für die Kreisstadt: „Wir in Mühldorf sind das Herzstück des Landkreises. Genießen Sie die Altstadt. Wir gehörten bis 1802 zu Salzburg, darum haben wir auch einen rot-weißen Maibaum. Hier in der Kreisstadt haben wir eine komplette Kinderbetreuung, jedes Mühldorfer Kind kann in eine Kita oder in einen Kindergarten gehen. Sie sehen, der Stadt und dem Landkreis ist die Bildung viel wert.“ Bevor die Tagung begann, konnten noch Fragen gestellt werden. Personalratsvorsitzender Daniel Seeharsch wollte ganz einfach wissen: „Was machen Sie denn?“. Darauf gab ihm Dr. Lutz Oertel aus Zürich folgende Antwort: „Ich hoffe, wir können hier bei unserer Abschlusstagung die Erasmus-Früchte ernten, die ich bei der Antragstellung zusammen mit der leider verstorbenen Schulleiterin Christine Neumaier initiiert habe. Jede teilnehmende Schule erhält Antworten auf die erarbeiteten Fragen, beispielsweise ob die Inklusion so läuft, wie wir uns das vorstellen. Wir machen hier aber keine Beurteilung der Schulen.“

Einblicke in das
bayerische Schulsystem

Die Gäste blieben vier Tage in Mühldorf. Ihnen wurde ein Einblick in das bayerische Schulsystem vermittelt, sie besuchten verschiedene Klassen und Lerngruppen. Natürlich durfte auch eine Stadtführung nicht fehlen. Am Ende der Veranstaltung wurde eine gemeinsame Dokumentation über die Tagung erstellt.

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