Egglkofen – Das freut den „Antiquitätensammler“ im Egglkofener Rathaus, Bürgermeister Johann Ziegleder: Der Bayerische Landtag stellt 480.000 Euro aus einem Sondertopf für die Sanierung des alten Forsthauses bereit. Eingesetzt hatte sich dafür der Landtagsabgeordnete Markus Saller (Freie Wähler).
Der 71-jährige Ziegleder arbeitet seit 24 Jahren an einer Lösung für das denkmalgeschützte Haus, das verfallen ist. Nun scheint die Rettung des 270 Jahre alten Gebäudes in greifbare Nähe zu rücken. Auch das Denkmalamt hat Zuschüsse für die Sanierung signalisiert.
Trauungen und Empfänge
im Alten Forsthaus
Ziegleder, der „Altes mit Geschichte“ mag, träumt davon, dass repräsentative Räumlichkeiten für Egglkofen geschaffen werden. „Das Haus hat kleine Räume, zwei Kachelöfen sind noch vorhanden. Wenn wir eine Wand rausnehmen, schaffen wir Platz. So kann man Trauungen oder Kulturtermine abhalten, Vereine können ihre Sitzungen machen und wir als Gemeinde können etwa Gäste aus der Politik empfangen“, so Ziegleder. „In meinem alten Büro kann ich nicht mal einen Kaffee anbieten“, sagt er lachend.
Auch Schaukästen, wie in einem Museum, sollen Platz finden. In Egglkofener Archiven befinden sich seinen Angaben zufolge noch Urkunden und Schriften von Maximilian Joseph Graf von Montgelas, der 1833 das Schloss Egglkofen erworben hatte. „Auch die Fahnenbänder der Vereine, die zum Teil 150 Jahre alt sind, könnten in die Schaukästen.“
Der Weg zum neuen Juwel, das das Ortsbild aufwerten wird, ist in seinen Augen nicht mehr so steinig wie in der Vergangenheit. Sein Amtsvorgänger habe das Forsthaus 1990 gekauft. Weil es denkmalgeschützt war, war ein Abbruch nicht erlaubt. Mehrere Bemühungen, eine Sanierung auf die Beine zu stellen, verliefen im Sande.
„Viele Leute sagten immer wieder, es sollte weggerissen werden“, so der Bürgermeister. Besonders seit die Gemeinde vor zwei Jahren die Metzgerei Schönhuber gekauft und abgebrochen hat. Denn damit war der Blick auf das verfallene Haus frei.
„Warum kümmert sich keiner? Macht doch endlich mal was für das Ortsbild.“ Das höre er immer wieder, so Ziegleder seufzend. Dabei sei er all die Jahre dran geblieben. Im Sommer 2025 sei er an den Landtagsabgeordneten Markus Saller (Freie Wähler) herangetreten und habe ihm die Bedeutung des historischen Gebäudes für die Entwicklung des Ortskerns nähergebracht. „Das Forsthaus in Egglkofen ist ein Stück Heimatgeschichte – und genau solche Orte müssen wir erhalten“, so Saller.
Er hatte sich dafür eingesetzt, dass die Sanierung als Fraktionsinitiative in den Haushalt des Landtags aufgenommen wurde. 480.000 Euro stellt der bayerische Landtag nun aus dem Doppelhaushalt bereit. Die Mittel stammen aus einem Sondertopf, über den die Regierungsfraktionen Projekte in den Regionen gezielt unterstützen können.
Sascha Schnürer, als CSU-Landtagsabgeordneter auch für den Landkreis Mühldorf zuständig, gratuliert Egglkofen zu dem Projekt. „Der Freistaat setzt sich für ländliche Gemeinden ein“, so Schnürer. Er freue sich, dass die Sanierung des Forsthauses von den Fraktionen der Freien Wähler und der CSU gemeinsam unterstützt wird. „600 Projekte werden beraten. Im Topf sind 110 Millionen Euro“, erklärt Schnürer. Weil es sich um viel Geld handle, werde stets genau abgewogen.
Saller freut sich, dass mit der nun geplanten Sanierung das verfallene Haus langfristig gesichert und mit Leben gefüllt werden kann. Er sieht darin einen „echten Gewinn für Egglkofen und die Region“. Hier können Denkmalschutz und moderne Nutzung zusammenwirken.
Kann der Startschuss
bereits 2027 fallen?
Ziegleder verliert keine Zeit. Bereits am Tag nach der Zusage aus dem Landtag hat er ein Ingenieurbüro beauftragt, eine Kostenschätzung zu erstellen. „Vom Denkmalamt erwarten wir 50 Prozent Zuschuss. Ich denke, die Sanierung wird eine Million Euro kosten. Und so könnten wir mit dem Geld vom Landtag die Sanierung auch mit unserem Sparhaushalt realisieren“, ist der Bürgermeister überzeugt.
Wenn sämtliche Zusagen vorliegen, folgen die Ausschreibungen, die Genehmigung des Bauplans seitens des Landratsamts liegt bereits vor. „Wenn alles gut geht, können wir 2027 loslegen.“