Nachruf

von Redaktion

Ampfing – „Heute dürfen wir alle einen besonderen Menschen verabschieden, mit Tränen, aber auch mit einem Lächeln voll Dankbarkeit, so Karin Langosch bei der Verabschiedung von Helga Engelbrecht.

Geboren am 10. März 1938 in München kam sie bereits mit acht Wochen zur Familie Hell nach Stefanskirchen, die damals in der schweren Zeit des Zweiten Weltkriegs, Pflegekinder aufgenommen haben. Eigentlich nur für eine unbestimmte Zeit, aber Helga blieb ganz dort und hatte das große Glück, in einem sehr liebevollen Zuhause aufwachsen zu dürfen. Hilde, die Tochter der Familie war für sie wie eine leibliche Schwester, was zeitlebens so blieb.

Nach Abschluss der Schule arbeitete sie als Haushaltshilfe in der St-Martins-Apotheke. Dort lernte sie auch ihren späteren Mann Franzl, kennen. Im April 1959 haben sie geheiratet. 62 Jahre wurden daraus. Franz und Helga bekamen zwei Kinder: Helga und Werner, und bauten sich ein Häuschen in der Kraiburger Straße. Ab 1966 arbeitete Helga Englbrecht 23 Jahre lang bei Familie Baur als Haushaltshilfe, was sie mit großer Freude, Zuverlässigkeit und Sorgfalt gemacht hat. Aufgrund ihrer Nervenerkrankung musste sie diese Arbeit aufgeben, aber auch die Arbeit im eigenen Haushalt hat sie voll und ganz gefordert. Außerdem kamen mit der Zeit vier Enkel und drei Urenkel dazu, sodass ihr nie langweilig wurde. Helga Englbrecht hat gerne in ihrem geliebten Garten gearbeitet. Gemüse und Blumen gedeihen rum um das Haus. Im Alter war dies für sie oft beschwerlich, aber so lange es ging, hat sie sich zusammen mit ihrem Mann mit großer Sorgfalt der Gartenarbeit gewidmet.

Helga Engelbrecht war eine Perfektionistin; alles musste ordentlich sein, draußen und drinnen. Schmutz war ihr ein Gräuel, Besen und Putzlappen waren im Dauereinsatz. Auch auf ein sehr gepflegtes Äußeres legte sie bis ins hohe Alter viel Wert. Den allergrößten Perfektionismus hat sie aber beim Backen an den Tag gelegt:

Ihre Schwarzwälder Kirschtorte war unschlagbar und der Höhepunkt jedes Geburtstags. Dazu kamen jedes Jahr bis zu 30 Sorten Plätzchen. Exakt ausgestochen und verziert, die dann in der Adventszeit an ihre Liebsten verteilt wurden. Erinnerungen an Helga Engelbrecht, die unvergessen bleiben. Trotz der schweren Zeiten im Leben von Helga Engelbrecht; geboren zum Ende des Zweiten Weltkriegs war sie gerade mal sieben Jahre, es waren bestimmt keine einfachen Jahre, wo sie ihre Kindheit und Jugend erlebt hat. Schwere Zeiten durchlebte sie durch ihre Nervenerkrankung, die ihr Leben stark beeinträchtigt und viele Schmerzen verursacht haben. Auch andere Krankheiten, Operationen, die Sorgen um ihren Mann, der es mit Diabetes auch nicht leicht hatte. Dann vor fünf Jahren der Tod ihres geliebten Franzl; einer der schwersten Einschnitte in ihrem Leben. Vergangenes Jahr hatte sie zu Hause einen Unfall, von dem sie sich nicht mehr erholen konnte und schweren Herzens nach Tüssling ins Seniorenheim zog.

Begleitet von Familie, Freunden, Nachbarn, trat sie jetzt ihre letzte Reise an und fand auf dem Margarethenfriedhof in Ampfing ihre Ruhestätte. stn

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