Der Wählerwille zählt

von Redaktion

Vor der Bürgermeister-Stichwahl in Mühldorf erhält SPD-Kandidatin Claudia Hungerhuber Unterstützung von CSU und Grünen. Beide Parteien gaben eine offizielle Wahlempfehlung ab und begründeten dies mit inhaltlichen Übereinstimmungen und dem Wählerwillen aus dem ersten Wahlgang.

Mühldorf – Claudia Hungerhuber (SPD) geht nicht nur als Gewinnerin des ersten Wahlgangs in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt, sie bekommt jetzt auch von der CSU und den Grünen Rückenwind. Beide Parteien haben sich am Freitag offiziell für Hungerhuber ausgesprochen und rufen ihre Wähler auf, am 22. März die SPD-Kandidatin zu wählen. „Klare Wahlempfehlung der CSU-Fraktion für die Stichwahl am 22. März“, schreibt Stefan Lasner, Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, in einer Pressemitteilung. Die CSU spricht damit erstmals eine Wahlempfehlung aus. „Grundlage dieser Empfehlung der CSU-Fraktion ist der eindeutige Auftrag der Wählerschaft und die inhaltlich gemeinsamen Positionen“, unterstreicht Lasner.

Stimmenzahl sei
eine „klare Richtung“

Lasner verweist zum einen auf die Stimmen für die Stadträte. Das sei eine „klare Richtung“. Hungerhuber habe die meisten Stimmen (7.407) erhalten, gefolgt von ihm (6.525), der amtierenden Zweiten Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag (5.690) und der UM-Fraktionssprecherin Karin Zieglgänsberger (5.089). Erst auf Platz fünf liege Michael Hetzl (UM, 4.835). Die Schlussfolgerung der CSU: „Ein klares Signal für die Unterstützung der Bürgermeisterkandidatin der SPD.“

Das werde auch von gemeinsamen Themen getragen, unterstreicht Lasner: eine Veränderung des Politikstils hin zu einer bürgernahen Politik auf Augenhöhe mit dem Stadtrat; eine konsequente Weiterentwicklung der Energiepolitik für Mühldorf, damit Energie langfristig bezahlbar bleibt; die Weiterentwicklung der Innenstadt mit ausreichendem Parkraum, mehr Belebung sowie die Entwicklung des Sümö-Geländes mit Verbrauchermarkt und öffentlichem Park; die Weiterentwicklung des ÖPNV durch einen Beitritt zum MVV sowie eine echte kommunale Zusammenarbeit zwischen der Stadt Mühldorf, den Nachbargemeinden und dem Landkreis. „Die Stadt Mühldorf kann es sich nicht mehr leisten, dass wichtige Entscheidungen nicht vorankommen“, schreibt Lasner. „Nach demokratisch getroffenen Beschlüssen müssen die notwendigen Umsetzungen in der Verwaltung zeitnah erfolgen und dürfen nicht verzögert werden.“ So könnten zum Beispiel dezentrale Parkmöglichkeiten bereits in der Umsetzung sein.

„Die CSU-Fraktion bittet daher die Bürgerinnen und Bürger, der Empfehlung, Claudia Hungerhuber zu unterstützen, zu folgen – die Empfehlung basiert ausschließlich auf den Wahlergebnissen und auf inhaltlichen Überzeugungen“, schreibt Lasner.

Auch die Grünen stehen
hinter Hungerhuber

Auch Werner Bohrer, Kreisvorsitzender der Senioren-Union, hat seine Mitglieder inzwischen dazu aufgerufen, in der Stichwahl Hungerhuber das Vertrauen zu schenken: „Die Argumentationslinie von Stefan Lasner ist absolut überzeugend.“

Die Grünen stehen ebenfalls hinter Hungerhuber. Das Votum der Mitgliederversammlung am Donnerstag (12. März) sei einstimmig gewesen, teilen sie in einer Pressemitteilung mit: „Die Entscheidung unterstreicht die Überzeugung der Grünen, dass Mühldorf eine Bürgermeisterin benötigt, die konstruktiv mit dem Stadtrat zusammenarbeitet und demokratische Prozesse stärkt.“ Mühldorf stehe vor großen Herausforderungen. „Dafür brauchen wir eine Führungspersönlichkeit, die Brücken baut und nicht Gräben vertieft“, erklärt der Mühldorfer Co-Vorsitzende Daniel Mareyen. Hungerhuber habe gezeigt, „dass sie eine echte Teamplayerin ist“. Sie steht für Transparenz, sachliche Zusammenarbeit und eine Politik, die die Bürger ernst nehme.

„Die Stichwahl ist eine Richtungsentscheidung“, ergänzt Co-Vorsitzende Kristin Martl-Hassan. Ein Bürgermeister müsse den Stadtrat als Partner und nicht als Hindernis begreifen. Hungerhuber lebe das – „und genau das braucht Mühldorf jetzt“.

Oliver Multusch, Kreisvorsitzender der AfD Mühldorf, hatte bereits vor dem 8. März seinen Wählern erklärt, dass keine Kandidaten infrage kämen, die nicht mit der AfD zusammenarbeiten wollen, also weder Kandidaten der Linken, der Grünen, der SPD und „auch nicht die Schwarzen“. Multusch damals: „Von daher bleibt nicht mehr viel. Ihr wisst, was ich meine.“ Auf Nachfrage erklärt Multusch jetzt, dass es von ihm für die Stichwahl keine Empfehlung geben werde. Wichtig sei, dass der Stadtrat nach der Wahl wieder zur Zusammenarbeit zurückfinde. Im ersten Wahlgang lag Claudia Hungerhuber mit 35,1 Prozent vor Michael Hetzl (34,2 Prozent). Stefan Lasner kam auf 23,7 Prozent und Christoph Schützenhofer (Grüne) holte 7,0 Prozent. Die Stichwahl ist am Sonntag, 22. März.

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