Marode Brücken in Aschau

von Redaktion

Ein Ingenieur-Test hat ergeben, dass mehrere Brücken in Aschau am Inn in schlechtem Zustand sind. Besonders betroffen ist die Brücke am Pichlmeier-Anwesen, die neu gebaut werden muss. Eine weitere, ungenutzte Brücke soll abgerissen werden.

Die Brücke über die Howaschen am Maierweg weist Mängel auf.

An der Brücke bei Wolfsgrub bilden sich bereits Stalaktiten.

Diese Brücke zur Lärchenstraße wird nicht mehr benutzt und soll abgerissen werden.

Aschau – Etwa 30 Brücken hat die Firma Coplan im Sommer 2025 in Aschau geprüft. Nun wurden die Ergebnisse in der Gemeinderatssitzung vorgestellt. Nicht alle bekamen dabei eine gute Note. „Wir haben drei Brücken, die relativ schlecht beinand sind“, sagte Bürgermeister Christian Weyrich (CSU). Eine davon ist die Brücke im Mayerweg über die Howaschen. Sie erhält laut Verwaltung nur die Note 3,1. Die Brückenplatte sei in einem schlechten Zustand, weise viele Hohlstellen, Abplatzungen und Aussinterungen auf.

Der Prüf-Ingenieur schlage vor, dass maximal nur noch Fahrzeuge bis 16 Tonnen die Brücke passieren dürften, sagte Weyrich. „Das ist an der Stelle kein Problem. Es fährt kein Fahrzeug darüber, das schwerer als zwölf Tonnen ist.“

3,2 für Brücke beim
Gasthof Pichlmeier

In „sehr schlechtem Zustand“ ist auch die Brücke am ehemaligen Gasthof Pichlmeier, die zwischen dem Schmiedweg und der Kirchstraße verläuft, heißt es in den Ausführungen der Verwaltung. Sie hat eine Note von 3,2 erhalten. Eine dringend empfohlene Chloriduntersuchung habe bereits stattgefunden – „mit einem deutlich schlechteren Ergebnis“. Die zulässigen Werte seien zum Teil um das Fünffache überschritten worden. Es gebe viele Abplatzungen, Risse und Aussinterungen. Die Pichlmeier-Brücke spiele zudem im Hochwasserschutz-Konzept eine Rolle. Auch hier sei der Querschnitt „grenzwertig“, ergänzte Weyrich. „Es bilden sich auch Stalaktiten.“

Das Bauwerk müsse „zumindest in Teilbereichen komplett erneuert werden“, heißt es. Das koste in etwa 1,8 Millionen Euro, erklärte Weyrich. „Eine Sanierung ist ausgeschlossen. Es kommt nur ein Neubau infrage.“ Der Bürgermeister konnte angesichts des schlechten Zustands aber auch Entwarnung geben. „Die Brücke wird jetzt nicht zusammenfallen. Man muss aber ein Auge darauf haben“, sagte er.

Bis die Arbeiten beginnen, soll auch diese Brücke nur noch für Fahrzeuge bis zu 16 Tonnen freigegeben werden. „Ich habe mit den Landwirten gesprochen.“ Das gehe auch hier in Ordnung. Lukas Salzeder warf ein, dass das Müllauto möglicherweise über 16 Tonnen wiege. Weyrich konnte aber auch hier beruhigen: Solange nur gelegentlich ein schweres Auto die Brücke befahre, wäre das nicht schlimm. „Durch die Gewichtsbegrenzung altern die Bauten weniger schnell“, sagte er.

Ein anderes Beispiel stelle die Brücke nördlich von Wolfsgrub über die Howaschen (Note 2,9) dar. „Sie sieht von außen schlecht aus, hat viele Roststellen, ist aber innendrin noch in gutem Zustand“, sagte Weyrich. Sie solle aber auch außen wieder besser aussehen und sauber sein. So sollen Einwirkungen von Pflanzen auf die Oberfläche reduziert werden. Bewuchs sei bei fast allen Brücken festgestellt worden. Deswegen hätten Mitarbeiter des Bauhofes bereits die Bauwerke freigeschnitten und würden sie künftig zweimal im Jahr auf Bewuchs, Verklausung und kleinere Schäden kontrollieren, heißt es in den Unterlagen der Verwaltung.

Brücken mit
schlechtester Note

Am schlechtesten schnitt eine alte und nicht mehr benutzte Brücke östlich der Zufahrt zur Lärchenstraße ab. Sie erhielt den schlechtesten Wert (Note 4) und soll abgerissen werden, erklärte Weyrich. Ebenfalls mit einer Vier bewertet wurde die Brücke bei der Waldzufahrt westlich von Waldwinkel über den Steinbach. Hier fehlt laut den Unterlagen ein Geländer, zudem sind die Portalwände gebrochen. Im Vergleich zur vorangegangenen Brückenprüfung habe sich der Zustand jedoch nicht verschlechtert. Die Tragfähigkeit der Brücke sei nicht beeinträchtigt und es würden nur wenige Fahrzeuge darüber fahren. Deswegen müsse die Gemeinde nicht unmittelbar agieren, würde die Brücke aber weiterhin im Auge behalten.

Martin Höpfinger (SPD) erinnerte daran, dass über die Brücke ein Weg von der Förderschule zum Sportplatz führe, hier auch der Zustand des Weges ein Problem sei. Weyrich erklärte, dass man das Bauwerk fürs Erste beobachten müsse. 2028 stehe die nächste Brückenprüfung an, dann gebe es weitere Informationen.

Die besten Noten bekamen die Brücken zum Friedhof über den Thalerbach (1,1), der Viehdurchlass unter der Hauptstraße (2,1) und der Wellstahldurchlass in Waldwinkel (2,2). In Zukunft will die Gemeinde ein Budget für Planungs- und Untersuchungskosten von Brücken einplanen. Die Erneuerung der Brücke in der Kirchenstraße und am Schmiedweg soll zeitnah erfolgen, so Weyrich.

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