Stichwahl in Mühldorf

von Redaktion

Claudia Hungerhuber (SPD) gegen Michael Hetzl (UM)

Mühldorf – Im ersten Wahlgang votierten am Sonntag, 8. März, 35,1 Prozent der Mühldorfer für Claudia Hungerhuber (SPD) als Bürgermeisterin; 34,2 Prozent der Wähler gaben Bürgermeister Michael Hetzl (UM) ihre Stimme. Die OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de haben beide Kandidaten getrennt schriftlich zur Stichwahl befragt. Sie hatten die gleichen Fragen und insgesamt für ihre Antworten maximal 2.400 Zeichen Platz.

Wie bewerten Sie mit einer Woche Abstand Ihr Wahlergebnis vom 8. März? Was war am 8. März entscheidend für Ihr Wahlergebnis?

Claudia Hungerhuber: Ich danke allen, die mich gewählt haben, für ihr Vertrauen. Als Herausforderin im ersten Wahlgang 35,1 Prozent zu erreichen und sogar vor dem Amtsinhaber zu liegen, ist ein starkes Signal. Besonders freut mich auch das Ergebnis bei der Stadtratswahl: Mit 7.407 Stimmen habe ich das mit Abstand stärkste Ergebnis erreicht. Diesen Rückenwind nehme ich mit in die Stichwahl. Entscheidend war aus meiner Sicht, dass wir im Wahlkampf sehr präsent waren: in Gesprächen, bei Veranstaltungen und vor Ort in den Stadtteilen.

Michael Hetzl: Mit etwas Abstand betrachtet stimmt mich das Ergebnis zunächst einmal nachdenklich. Offensichtlich ist es mir nicht in dem Maße gelungen, die Öffentlichkeit von meinen Leistungen und denen der Verwaltung so zu überzeugen, wie ich mir das gewünscht hätte. Gerade in der täglichen Verwaltungsarbeit wird vieles sehr sachlich und oft im Hintergrund vorbereitet und umgesetzt. Für viele Bürger ist jedoch vor allem das sichtbar, was unmittelbar im Alltag spürbar wird. Das Wahlergebnis verstehe ich deshalb auch als Hinweis, noch stärker zu erklären und den Dialog zu suchen, woran im Rathaus gearbeitet wird und welche Ziele wir für unsere Stadt verfolgen.

Auf was kommt es jetzt an, damit Sie am 22. März gewählt werden? Welche Themen sind jetzt entscheidend?

Hungerhuber: Ich bitte alle, die mich unterstützen, am 22. März erneut wählen zu gehen. Zugleich werbe ich um die Stimmen der Unterstützer von Stefan Lasner und Christoph Schützenhofer. Bei wichtigen Zukunftsthemen gibt es große inhaltliche Übereinstimmungen, etwa bei Geothermie, Landkreiswerk und Innenstadtentwicklung. Es braucht den Willen zur Zusammenarbeit. Dafür stehe ich.

Wichtig ist eine bezahlbare Strom- und Wärmeversorgung. Die Geothermie kann eine nachhaltige und unabhängige Wärmeversorgung sichern. Ebenso müssen drängende Projekte vorankommen: die Entwicklung des Sümö-Areals mit Parkdeck, Nahversorger, großem Park und Begegnungsstätten, das beantragte Parkdeck am Stadtwall, das Hallenbad mit tragfähigem Betreiber- und Finanzierungskonzept, bessere Wege für Radfahrer und einen Linienbus für den Norden, ergänzend zum Rufbus. Auch Straßensanierungen, Spielplätze, sichere Schulwege, Barrierefreiheit und Klimaresilienz sind wichtige Aufgaben.

Pflichtaufgaben, wie die Sanierung der Grundschule Altmühldorf, größere Turnhallen und Lösungen für die Feuerwehren stehen an. Aber: Nicht alles geht sofort. Der finanzielle Spielraum ist eng. Deshalb müssen wir gemeinsam mit Stadtrat und Verwaltung priorisieren und Schritt für Schritt umsetzen.

Hetzl: Eine lebendige Stadt braucht klare Zukunftsprojekte. Dazu gehört der Bau neuer Feuerwehrhäuser in Mühldorf und Mößling. Damit stellen wir sicher, dass unsere Einsatzkräfte auch künftig schnell, modern ausgestattet und zuverlässig für die Menschen da sein können. Gleichzeitig gehen wir das Thema Wohnraum an: Mit zwei „Dreihaus“-Mehrparteienhäusern, die mithilfe moderner 3D-Druck-Technologie entstehen sollen, schaffen wir innovativen, effizienten und vor allem bezahlbaren Wohnraum.

Unsere Vereine sind das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft. Deshalb unterstütze ich sie mit voller Überzeugung – etwa durch die Sanierung der TSV-Halle und durch die neue sportliche Heimat des FC Mühldorf auf dem ehemaligen ESV-Areal.

Auch das Miteinander in unserer Stadt soll weiter gestärkt werden. Neue Veranstaltungen wie die Altstadtweihnacht oder der Stadtlauf bringen Menschen zusammen, ebenso wie die neue Städtepartnerschaft mit Salzburg. Gleichzeitig zeigt das zentrale Silvesterfeuerwerk, dass gemeinsames Feiern auch verantwortungsvoll möglich ist – mit mehr Sicherheit und einem spürbaren Beitrag zum Umweltschutz.

Warum sollten sich die Wähler am 22. März für Sie entscheiden?

Hungerhuber: Durch meine berufliche Erfahrung in der freien Wirtschaft weiß ich, wie wichtig eine vertrauensvolle und zielorientierte Zusammenarbeit ist. Ich denke unternehmerisch und suche pragmatische Lösungen. Als Stadträtin und stellvertretende Fraktionssprecherin habe ich gezeigt, dass man mit Ehrlichkeit, Diplomatie und klarer Haltung viel erreichen kann. Viele Menschen wünschen sich einen neuen Politikstil und dass im Stadtrat wieder stärker gemeinsam an Lösungen für Mühldorf gearbeitet wird. Das ist notwendig, um Entscheidungen voranzubringen. Dafür stehe ich – und bitte die Wähler um ihr Vertrauen und ihre Stimme.

Hetzl: Jetzt geht es um eine klare Richtungsentscheidung. Ich stehe für Fortschritt. In den vergangenen sechs Jahren habe ich Verantwortung für unsere Stadt übernommen, Entscheidungen getroffen und wichtige Projekte angestoßen. Ein Bürgermeister muss führen, entscheiden und Zukunft gestalten – nicht nur verwalten. Ich weiß, wie Verwaltung, Wirtschaft und Projekte zusammenwirken, damit Arbeitsplätze entstehen und unsere Stadt sich weiterentwickelt. Wichtige Vorhaben stehen jetzt an. Dafür braucht es Erfahrung, Mut und Verlässlichkeit. Deshalb bitte ich die Mühldorfer am 22. März um ihr Vertrauen und ihre Stimme.

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