Waldkraiburg – Um ein Land erfolgreich voranzubringen, braucht es kluge Köpfe, und diese sind nicht nur, aber auch im Gymnasium Waldkraiburg daheim. Unlängst stellte die Schule wieder unter Beweis: Hier wachsen talentierte junge Forscher, Techniker und Informatiker heran, die bei „Jugend forscht“ erneut ganz schön absahnten. Im Bereich Technik holten sich drei Schüler einen zweiten und einen dritten Preis. Bei Mathematik/Informatik gab es noch einen zweiten Preis.
Über den Regionalsieg – den ersten Preis Geo- und Raumwissenschaften sowie den Sonderpreis „Mit Sicherheit die Zukunft gestalten“ – darf sich Moritz Reichgruber freuen. Er tritt im April in München zum Landeswettbewerb an.
Die Lehrer und Projektleiter Reinhard Hille und Florian Gschwendtner begleiteten die fünf schlauen Füchse Tom Holly, Jozef Valicek, Niklas Rochus, Jonas Drews und Moritz Reichgruber zum Regionalwettbewerb Jugend forscht nach Rosenheim. „Unsere Schüler präsentierten der Jury ihre Arbeiten aber völlig selbstständig“, betonte Hille.
Automatischer Helfer
für den Haushalt
Im Vorfeld suchten sich die Gymnasiasten Forschungsthemen aus, die zu einem Fachbereich von „Jugend forscht“ passen müssen. Die Lehrer geben zwar Hilfestellung, doch grundsätzlich arbeiteten die jungen Leute allein an ihren Projekten, wie die Youngsters Tom Holly und Jozef Valicek. Die beiden Sechstklässler sind ziemlich gute Freunde. „Meine Familie ist sehr technikbegeistert“, erzählt Tom. So kam er mit seinem Spezl auf die Idee, die tägliche Hausarbeit zu vereinfachen. Die Buben entwickelten einen Tischwischroboter, der den Tisch automatisch abwischt, wenn man ihn einschaltet.
Zu diesem Zweck ist unter dem Roboter ein Spülschwamm befestigt, der den Tisch sauber macht, während sich das Gerät bewegt. Mit kleinen Motoren fährt der Roboter über die Fläche. Sensoren verhindern, dass er über die Tischkante hinausfährt. Was Jozef und Tom unterstreichen: „Wir planten genau, wie der Aufbau, die Steuerung und die Stromversorgung funktionieren sollen“. Bei „Jugend forscht“ errang dieses Werk den zweiten Preis im Bereich Technik.
Intelligente Fütterung
für Kater Tiger
Streng genommen ist Familienkatze „Tiger“ schuld, dass der dritte Preis auf dem Gebiet Technik an Niklas Rochus gegangen ist. Wie der 14-Jährige aus Oberbergkirchen erzählt, sei es immer umständlich gewesen, jemanden mit dem Füttern der Katze zu beauftragen, wenn er und seine Familie in den Urlaub gefahren sind. Abhilfe kommt nun vom automatischen Fütterungsautomaten. Der Neuntklässler tüftelte erfolgreich an einem selbst programmierten Futterautomaten für draußen.
„Natürlich soll nur unsere Katze gefüttert werden“, sagt er. Ziel war es daher, dass „Tiger“ durch eine Kamera mit künstlicher Intelligenz erkannt wird. Der Automat öffnet dann eine Klappe und gibt das Futter aus. Wie Niklas bereits mehrfach beobachten konnte, funktioniert die intelligente Fütterung einwandfrei.
Die Suche nach der
perfekten MP3-Bitrate
Mit Musik, oder, besser gesagt, mit der Bestimmung der optimalen MP3-Bitrate für maximale Klangqualität und minimale Dateigröße befasste sich Jonas Drews. Der 19-jährige Ampfinger erklärt: „Das Ziel meines Projekts war es, anhand einer selbst erstellten Bewertungsmetrik, die sowohl die Dateigröße als auch die wahrgenommene Klangqualität einer Audiodatei berücksichtigt, eine optimale Bitrate zur Kompression von MP3-Dateien zu bestimmen“.
Einfach ausgedrückt: Musikdateien, die man heutzutage herunterladen kann, sollen nicht zu viele Daten enthalten und trotzdem gut klingen. Drews, der heuer Abitur macht, erhielt dafür den zweiten Preis in Mathematik/Informatik.
Regionalsieg für
Wetterdaten-Analyse
Ob das Wetter hält, was es verspricht, darüber machte sich Moritz Reichgruber Gedanken. Der 19-Jährige sammelte Wettervorhersagedaten von verschiedenen Wetterdiensten für Parameter wie Temperatur, Niederschlag und Wind mithilfe eines Raspberry Pi und Python unter Verwendung von APIs oder durch Webscraping. Diese Daten wurden systematisch in einer Datenbank gespeichert und anschließend miteinander sowie mit Messungen einer Wetterstation verglichen.
Der junge Mann heimste für seine Arbeit den Regionalsieg – also den ersten Preis in Geo- und Raumwissenschaften – ein sowie den Sonderpreis „Mit Sicherheit die Zukunft gestalten“. Obwohl Moritz bald zum Abitur antritt, fährt er im April noch nach München, um dort am Landeswettbewerb „Jugend forscht“ teilzunehmen.
Stolze Betreuer und
verdiente Anerkennung
Die Gymnasiallehrer Reinhard Hille und Florian Gschwendtner sind stolz auf ihre fünf Gewinner. Ganz nebenbei erwähnen sie noch den Erhalt eines Betreuerpreises, der sich mit 100 Euro niederschlägt. „Dieses Geld kommt natürlich den Projekten zugute“, versichern die beiden Projektleiter.