Mühldorf – Als Leuchtturm im Schützenbezirk Oberbayern bezeichnete der stellvertretende Landes- und Bezirksschützenmeister Stefan Fersch den Schützengau Mühldorf bei der Jahresversammlung beim Kreuzerwirt in Mettenheim.
In seinem Bericht stellte Gauschützenmeister Erich Jungwirth die Mitgliederzahlen vor, die sich aus 53 Vereinen mit 4.876 Mitgliedern und 561 Zweitmitgliedern zusammensetzen. Darin enthalten sind 1.139 Jungschützen und 1.461 Damen. Mitgliederstärkste Vereine sind Hörndlberg Flossing (596), FSG Mühldorf (372), 11+1 Neumarkt-St. Veit (288) und FSG Kraiburg, (254).
Neun Vereine haben
noch keine Jungschützen
Die Vereine mit den meisten Jungschützen sind Eichenlaub Lohkirchen (55), Bayerntreu Niedertaufkirchen (40) und die SG Steeg 1886 (36). Ein Wermutstropfen sei so Jungwirth, dass noch immer neun Vereine keine Jungschützen in ihren Reihen haben.
In seinem weiteren Bericht ging Jungwirth auf die zahlreichen Vereins- und Verbandsveranstaltungen ein, insbesondere das Damen- und Jugendschießen, die Bezirksportleitertagung, das Vorstandschaftsschießen, sowie das Gaukönigsschießen.
Gauschatzmeister Johann Stettner stellte umfangreichen Zahlen vor und berichtete von einem Überschuss von knapp 2.000 Euro und eine gute Vermögenslage, die Landrat Max Heimerl in seinem Grußwort zu der Feststellung veranlasste: „Der Unterschied zwischen dem Landkreis und dem Schützengau sei, ihr habt zumindest noch Geld“. Gausportleiter Josef Rottner berichtete über die Gaumeisterschaft und Meldungen zu den Bezirksmeisterschaften. Gaujugendleiterin Sophie Heiß berichtete vom Gaujugendschießen 2026 mit dem Gaujugendtag. 133 junge Schützen waren am Start. Es wurde nicht nur die Gaujugendscheibe, sondern auch der Gaujugendpokal, ein Wanderpokal, ausgeschossen. Auch wurde ein Trainingslager auf der Schießanlage der SG Steeg abgehalten, das auch heuer wieder stattfinden soll. Ebenso findet das Gaujugendtraining auf wechselnden Schießständen, jeweils am letzten Tag im Monat statt. 261 Schützinnen aus 23 Vereinen vermeldete Gaudamenleiterin Susanne Osenstetter vom Gaudamenschießen bei der ASG Mettenheim. Das beste Blattl erzielte Hildegard Kraus (RSG Mühldorf) und ist somit Gaudamenkönigin 2025. Die Mannschaftswertung gewannen die Damen der Altschützen Mettenheim. Dass Gaudamenschießen 2026 findet in Haigerloh im November statt.
Bastian Hollnburger berichtete über die Gau-Mitgliederverwaltung und vermittelte den Vereinen nochmals die Notwendigkeit, die Mitgliederverwaltung mit dem ZMI-Programm regelmäßig zu pflegen. Gaurundenkampfleiterin Lisa Wimmer informierte über den Stand der Gaurundenwettkämpfe. Sie teilte zudem mit, dass die Gauvorstandshaft beschlossen habe, dass Schützen der Nachwuchsliga künftig zusätzlich auch in den Seniorenklassen starten dürfen, ohne das Startrecht in ihrer Nachwuchsmannschaft zu verlieren. Sollte ein Verein zwei Nachwuchsmannschaften stellen, so ist ein Start in beiden Mannschaften nicht zulässig. Ansonsten gelten für die Rundenwettkämpfe die Regelungen der Rundenwettkampfordnung.
Zum Thema Wettkämpfe wies Erich Jungwirth auf die Möglichkeit von Schützen mit Handicap hin. Sie sollen sich, um sich mit Schießerleichterungen beteiligen zu können, beim Referenten für Behinderte, Franz Rampl, melden, der dann in Absprache mit der Gausportleitung Erleichterungen innerhalb des Schützengaues genehmigen kann.
Kassenprüfer Günther Koziol bestätigte eine einwandfreie Kassenführung, sodass die Entlastung nur eine Formsache war.
Die Ehrengäste waren sich in ihren Grußworten einig, welche herausragende Bedeutung ein starkes Schützenwesen für die Jugend, die Gesellschaft und die Tradition in Bayern und vor allem auch im Landkreis Mühldorf haben. Sascha Schnürer, der auch Vorsitzender der Kreisgruppe Mühldorf des Bayerischen Jagdverbands ist, wies darauf hin, dass für die Jäger in Aschau ein Schießkino mit Schießsimulator geschaffen wurde, was nicht nur für Jäger, sondern auch für Sportschützen offen sei, und auch, dass ihre Schießanlage in Rohrbach erneuert werde. Er hob den Mühldorfer Schützen- und Trachtenzug hervor, der seinesgleichen suche und nach dem Oktoberfestschützenzug zu den bedeutendsten seiner Art zähle.
Landrat Max Heimerl, würdigte die Arbeit, die im Schützengau und seinen Vereinen geleistet werde. Er stellte fest, dass das Schützenwesen sehr eng mit dem Landkreis verbunden und er sehr stolz sei, dass die Schützen ein absolut belebendes Element für die sportliche Entwicklung, das Brauchtum und Tradition sind. Es werde sehr viel Verantwortung übernommen und als Funktionär und Verantwortungsträger zahlreiche Fähigkeiten und Fertigkeiten eingebracht, wofür er sehr dankbar sei. BLSV-Kreisvorsitzender Erwin Zeug lobte die hervorragende Arbeit im Schützengau und führte die Wahl des neuen Referenten für Luftgewehr und LG-Auflage und KK 100 m und KK 100 m-Auflage durch. Hier wurde Thomas Haunreiter, einstimmig gewählt.
Stellvertretender Landes- und Bezirksschützenmeister Stefan Fersch stellte fest, dass einer Studie zu Folge, Schüler, die den Schießsport betreiben, in der Schule deutlich bessere Noten haben. Er dankte den Landkreisen und dem Bezirk, trotz klammer Kassen, für die Zuwendungen an das Schützenwesen. Er schilderte den Zuwachs von 1.500 neuen Schützen, was letztlich auch der Verdienst der Vereine und Gaue sei, vor allem auch im Jugendbereich.
Bezirk unterstützt bei
Jugendveranstaltungen
Dazu wies er auf den Jugendzuschuss des Bezirks für eine Jugendveranstaltung hin, der für verschiedene Initiativen auf Antrag gewährt wird. Er wies neben anderen Terminen auf das Bezirkskönigsschießen, das 75-jährige Bezirksjubiläum und das Oktoberfestschießen hin, wozu er auch den Gau Mühldorf einlud.