Töginger warten noch auf ihre Briefwahlunterlagen

von Redaktion

Post ist mit der Zustellung in Verzug – Neue Briefwahlunterlagen können im Rathaus beantragt werden

Töging – Wie jeden Morgen der Gang zum Briefkasten. Sind die Kuverts denn endlich zugestellt worden? Doch dem Blick ins heimische Postfach folgt Ernüchterung. Wieder nichts drin.

Viele Töginger warten bisher vergeblich seit Tagen auf ihre Briefwahl-Unterlagen. Vergangene Woche hatte die Stadt angekündigt, dass sie spätestens am Montag eingetroffen sein müssten. Mehrere Dutzend oder vielleicht sogar Hunderte Sendungen müssen aber bei der Post hängengeblieben sein, ausgeliefert sind sie noch nicht. Das Warten auf die Unterlagen ist in Töging derzeit Ortsgespräch.

„Langsam wird‘s eng“, kommentiert auf Nachfrage der Töginger Rudolf Neumaier seinen leeren Briefkasten. Seit Tagen warten er und seine Familie, insgesamt vier wahlberechtigte Bürger, auf ihre Briefwahlunterlagen. Doch bislang vergebens. „Was eigenartig ist. Denn mein unmittelbarer Nachbar, der hat die Unterlagen schon!“, wundert sich Neumaier.

Neumaier sagt, er habe bei der Stadt nachgefragt, könnte ja sein, dass seine Familie und er vergessen wurden. „Dort hieß es, dass die Unterlagen am vergangenen Donnerstag verschickt wurden. Wenn am Dienstag noch nichts da ist, soll ich mich nochmal melden.“ Tatsächlich war der Briefkasten leer. Neumaier berichtet von weiteren Bekannten, die ebenfalls auf die Unterlagen für die Stichwahl warten, mit der der neue Töginger Bürgermeister gewählt wird. Marco Harrer (SPD) und Daniel Blaschke (CSU) waren mit 37,7 Prozent beziehungsweise 37,9 Prozent in die Stichwahl gekommen. Er habe von einem Haushalt gehört, in dem drei Personen leben. „Der erwachsene Sohn hat die Wahlunterlagen bekommen, die beiden Eltern noch nicht.“

So geht es auch Peter Mundweil aus Töging. Er und seine Frau seien am Sonntag nicht vor Ort und deswegen auf die Briefwahl angewiesen. Von seinem Wahlrecht möchte er unbedingt Gebrauch machen. Was er mache, wenn die Unterlagen nicht rechtzeitig eintreffen würden? „Da bin ich ratlos“, gibt der Töginger zu. „Wenn Demokratie so funktioniert, dann bin ich nicht einverstanden“, sagt er.

Mundweil habe auch schon die Stadt besucht, wurde da vertröstet. Er erzählt, dass ein großes Plakat zur Stichwahl in der Stadt hänge. Auf diesem werde versichert, dass die Briefwahlunterlagen bis spätestens 18. März ankommen würden. Darauf würde er sich jetzt verlassen.

Könne Mundweil am Sonntag bei der Stichwahl seine Stimme nicht abgeben, weil die Unterlagen nicht rechtzeitig zugestellt werden, würde er dagegen vorgehen, sagt er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Der Töginger Wahlleiter Alexander Winkler erklärt: „Wir haben die Briefwahlunterlagen auf zwei Sendungen aufgeteilt, die erste kam an, die zweite war in Verzug.“ Er sei aber mit der Post im Austausch und es sei versichert worden, dass die Briefe bei allen Wählern ankommen sollten.

In einer Pressemitteilung der Stadt Töging sagt Tögings Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst: „Wer noch keine Briefwahlunterlagen erhalten hat, kann neue Briefwahlunterlagen im Rathaus beantragen und dort persönlich abholen. Hierzu gelten erweiterte Öffnungszeiten: Heute von 8 bis 18 Uhr; Samstag, 21. März, von 8 bis 12 Uhr. Ein Postversand ist nicht mehr möglich.

Im Rathaus wird dann ein neuer Wahlschein ausgestellt, die „alten“ Briefwahlunterlagen sind nicht mehr gültig. Falls also die „alten“ Briefwahlunterlagen doch noch von der Post zugestellt werden sollten, sind diese ungültig. Außerdem ist es möglich, am Sonntag von 8 bis 18 Uhr in der Mehrzweckhalle vor Ort im Spiegelsaal die Briefwahl durchzuführen. Hierzu wenden Sie sich bitte an das Wahlamt im Spiegelsaal der Mehrzweckhalle“.

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