Obermörmoosen/Polling – Auf die Frage seiner Gäste, was er sich denn zum 80. Geburtstag wünscht, gab Sepp Prambs die Devise aus: „I brauch nix. Was ihr mir schenkt‘s, wird gespendet.“ Diesem Wunsch kamen Freunde und Verwandte gerne nach – und so landete bei der Geburtstagsfeier die stolze Summe von 2.700 Euro im Spendentopf, die „der Sepp“ an die Hilfsorganisation Ambatana (1.000 Euro), die PNP-Stiftung (1.000 Euro) und an die Rettungshundestaffel des BRK Altötting (700 Euro) spendet.
Eine großzügige Geste, die wieder einmal zeigt: Er hat das Herz am rechten Fleck und denkt auch an diejenigen, die helfen beziehungsweise die Hilfe benötigen.
Josef Prambs wurde am 9. März 1946 in Obermörmoosen geboren, wuchs hier mit seinen Geschwistern Maria und Therese auf, besuchte die Volksschule und wollte eigentlich, wie sein Onkel Jakob, Pfarrer werden.
Ein Wunsch, den er bald schon wieder verwarf – und so führte der Weg in die Landwirtschaft auf den elterlichen Hof und auf die Landwirtschaftsschule, die er damals als Jahrgangsbester abschloss. Es folgte eine Empfehlung des Landwirtschaftsamtes an die bayerische Landessiedlung, die Mitarbeiter für die Buchführung in der Landwirtschaft suchte. Sepp war gleich Feuer und Flamme für diese Aufgabe.
Sein Vater dagegen war weniger erfreut, brauchte er den Buben doch daheim auf dem Hof. Seine Mutter sah das anders, und so durfte er ein entsprechendes Seminar besuchen und schon bald einige Betriebe in der Buchhaltung betreuen – es sollte der Beruf fürs Leben werden. Sein Faible für Finanzen führte ihn schließlich auch in den Aufsichtsrat der damaligen Raiffeisen Volksbank Tüßling, dem er 40 Jahre, davon 17 Jahre als Vorsitzender, angehörte.
In seiner Freizeit spielte er schon in jungen Jahren gerne Theater, und so schloss er sich der Mörntalbühne an, die damals als Wanderbühne unterwegs war. Eine glückliche Entscheidung, denn bei einem Auftritt in Engelsberg lernte er die junge Marianne Sax kennen. Die Bekanntschaft wurde zur Liebe seines Lebens und so läuteten am 25. November 1972 die Hochzeitsglocken. Einen Tag vorher ging es zum Standesamt mit seiner „Flamme“, wie er sie heute noch nennt.
Schon bald kehrte der Kindersegen mit der Geburt von Tochter Claudia im Dezember 1973 ein, vier Jahre später kam Sohn Markus zur Welt, der zum großen Leid der jungen Familie zwei Jahre später verstarb – ein Schicksalsschlag, der bis zum heutigen Tag in leidvoller Erinnerung blieb.
Eine Zeit, in der ihm seine Tochter Claudia großen Halt gab – und als später noch die Töchter Karin und Maria geboren wurden, war das Dreimäderl-Haus perfekt.
Die Jahre vergingen, was aber blieb, war seine Leidenschaft für das Theaterspielen, die ihn sein Leben lang begleitete. Nachdem ihn Dr. Sepp Hager fragte, ob er bei seiner Kabarettgruppe „Sepp Hager und Freunde“ mitspielen wollte, war Sepp Prambs gleich dabei.
Es begann eine Erfolgsstory mit Auftritten von Reit im Winkl bis Passau – immer in Zelten oder Wirtshäusern. Als sich Sepp und Marianne dann 1999 entschieden, ihren alten Getreidestadl zu einem Theaterstadl umzubauen, war dies die Geburtsstunde des heute weit über die Grenzen hinaus bekannten Prambsstadl, der auch zur Heimat der Mörntalbühne wurde.
So begleitete ihn seine Leidenschaft für das Theater bis vor wenigen Jahren und er ist froh darüber, dass nun seine Töchter dieses Lebenswerk weiterführen und in die Fußstapfen der Eltern getreten sind.
Ihm selbst bleibt die Freude über seine sechs Enkelkinder, die dem Opa so viel bedeuten, und die Hoffnung auf noch viele gemeinsame Jahre mit seiner „Flamme“ Marianne.wag