Betrugsmasche mit Fake-Shop

von Redaktion

Ein täuschend echter Online-Shop sorgt in Waldkraiburg für Ärger. Betrüger haben einen Fahrradladen kopiert und Kunden in die Falle gelockt. Die Polizei ermittelt, doch die Seite ist weiter aktiv. Experten geben Tipps, wie man sich vor solchen Betrugsmaschen schützen kann.

Waldkraiburg – Die Seite ist tatsächlich professionell aufgezogen. Oben links ein Logo, in dem „BackToBike“ steht, dazu eine Slideshow mit älteren Bildern aus dem Original-Laden in Waldkraiburg, darunter die Angebote mit reduzierten Fahrrädern, vom City-Bike über Trekking-Fahrräder bis zum Lasten-Fahrrad. Und auch das Impressum ließe vermuten: Da handelt es sich um das Fahrradgeschäft von Günther Lech und Georg Tatsiopoulos in Waldkraiburg. Wer allerdings die hinterlegte Handynummer wählt, bekommt immer nur ein Belegtzeichen zu hören. Grund skeptisch zu werden und nachzuforschen.

Der Hinweis kam aus dem
Norden Deutschlands

Es gibt jedoch Kunden, die nicht genau nachgeforscht und offenbar bei diesem Online-Fahrrad-Händler bestellt haben. „Die haben sich dann bei uns gemeldet“, berichtet Günther Lech, der seitdem weiß: Da gibt es einen Betrüger, der nicht nur den Firmennamen kopiert, sondern auch eine täuschend echte Internetseite kreiert hat. Offenbar sind bereits Kunden auf die Fake-Seite hereingefallen. Lech spricht davon, dass sich eine Frau aus Norddeutschland bei ihm gemeldet habe, mit dem Hinweis auf die Fake-Seite.

Lech hat sich daraufhin mit seinem Geschäftspartner Georg Tatsiopoulos hingesetzt und recherchiert. „Back To Bike“ in der Suchmaschine alleine macht die Seite nicht auffindbar. Erst in Verbindung mit der Firmenbezeichnung „CUBE“, deren Fahrräder das Geschäft vertreibt, wird die Seite auf Google sichtbar. „Eine Betrügerseite, die sogar unsere Adresse kopiert hat. Die Bilder sind ein Jahr alt, wohl von der echten Seite heruntergeladen worden.“ Das Logo allerdings ist falsch, Links funktionieren nicht. Spätestens wenn dann bei den Angeboten auch noch ein Thermomix auftaucht, sollte der Verbraucher stutzig werden.

Firmenname, Adresse
und Bilder kopiert

Lech und Tatsiopoulos werden also tätig. Sie melden die Seite der Polizei. Nicht, weil sie finanziell geschädigt wurden, sondern in erster Linie, weil der Firmenname, die Adresse und auch urheberrechtlich geschützte Inhalte verwendet werden. Lech stellte außerdem einen Warnhinweis auf seine Facebook-Seite mit den richtigen Links zu seinem Online-Shop. „Doch wann die falsche Seite verschwindet, wissen wir nicht. Sie ist immer noch online“, stellten die beiden Geschäftsführer am Mittwoch noch fest.

Auf Nachfrage bestätigt die Polizei in Mühldorf, dass es gar nicht so einfach sei, eine aktive Internetseite vom Netz zu nehmen. „Viele Domains haben ihren Ursprung im Ausland. Es ist schwer nachzuvollziehen, wohin die Spur führt“, sagt dazu ein Polizeisprecher. Man benötige bei der Recherchearbeit handfeste Hinweise, eine Bankverbindung zum Beispiel. Er verhehlt dabei nicht, dass es oft Wochen dauern könne, bis es tatsächlich zu einer Abschaltung einer Seite kommt.

„Fake-Shop-Finder“ hilft
bei der Identifizierung

Wie kann man sich also vor betrügerischen Seiten schützen? Hier empfiehlt die Polizei als eine der sichersten Methoden den sogenannten „Fake-Shop-Finder“ der Verbraucherzentrale Bayern. Über eine Suchmaschine ist es lediglich erforderlich, die Webadresse, bekannt auch als „URL“ (Uniform Resource Locator), also die eindeutige Adresse einer Ressource, einzugeben. Der Finder stellt dann relativ schnell mit den Farben einer Ampel fest, ob es sich um eine echte oder eine gefälschte Seite handelt.

Im Falle der BackToBike-Kopie steht die Ampel auf Rot. „Zu diesem Shop liegen Anzeichen für einen Fake-Shop vor. Es wurden zwar Impressumsdaten gefunden, diese könnten aber falsch sein“, heißt es in der Einschätzung auf der Seite der Verbraucherzentrale, die gleich einen Tipp liefert, um sich zu schützen: „Überprüfen Sie die Adressdaten am besten und schauen Sie, ob die Firma auch in Karten oder ähnlichen Verzeichnissen an diesem Standort eingetragen ist.“ Am schnellsten könne man sich einen Eindruck verschaffen, wenn man als Verbraucher versuche, die angegebene Telefonnummer im Impressum zu kontaktieren.

Wichtiges Kriterium: Kann
man über Paypal zahlen?

Als weitere technische Merkmale gelten, dass die Webseite und deren Daten im Vereinigten Königreich gespeichert wurden und die Domäne erst vor 70 Tagen geändert oder angemeldet wurde.

Und auch die Polizei hat einen Tipp, um einen Online-Händler auf seine Echtheit zu überprüfen: „Wenn es keine Möglichkeit gibt, über Paypal zu zahlen, dann sollte man stutzig werden“, warnt sie. Wenn man sich stattdessen auch noch auf eine Zahlung mit Kreditkarte einlässt: „Dann ist es ohnehin zu spät. Das Geld wandert meistens ins Ausland und ist weg!“

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