Mühldorf – Der Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung wieder einmal mit der Aufstellung des Bebauungsplans „Verkehrsfläche Trostberger Straße“ beschäftigt. Die Stadt Mühldorf plant schon länger, im Südosten der Stadt, einen Geh- und Radweg entlang der Trostberger Straße (Staatsstraße 2092) anzulegen. Über sie fließt der Verkehr aus beziehungsweise in Richtung Polling und Kraiburg.
Staatsstraße bringt viel
Verkehr vom Süden
Von der Traunstraße bis zur Isarstraße ist bereits ein Geh- und Radweg vorhanden, ab der Donaustraße ist die Verkehrsführung über die Brückenstraße geregelt. Ziel der Stadt ist es, diese Lücke zwischen Isar- und Donaustraße zu schließen. Geplant ist ein Geh- und Radweg mit Gegenverkehr. Zur sicheren Benutzung auch für mobilitätseingeschränkte Bürger, mit einer Breite von mindestens drei Metern. Ein Grünstreifen mit Bäumen und Sträuchern soll diesen Weg zusätzlich von der Straße abgrenzen.
Bürger, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange hatten von 10. Dezember 2025 bis einschließlich 22. Januar 2026 Gelegenheit, zu den Plänen Stellung zu nehmen. Von den Anwohnern hat sich, laut Bürgermeister Michael Hetzl (UM) „überraschend“ kein einziger zu Wort gemeldet. Denn, der notwendige Grunderwerb kann nur mit Zustimmung der betroffenen Grundstückseigentümer erfolgen. Damit sich die Stadt das Vorkaufsrecht sichern kann, muss eine Bauleitplanung durchgeführt werden.
Der Bund Naturschutz hat dringend darum gebeten, den Weg nicht mit einer Lichttemperatur von maximal 3.000 Kelvin (K), sondern nur mit 2.700 K zu beleuchten. Die Begründung: „Gerade die Temperaturerhöhung von 2.700 K auf 3.000 K ist wegen der starken Zunahme des Lichts im blauen Farbspektrum sehr schädlich für die Insekten.“
Gottfried Kirmeier (SPD) drängte ebenfalls darauf, bei 2.700 K zu bleiben. Denn auch die schon bestehende Beleuchtung an der Straße habe nur 2.700 Kelvin: „Wir sollten bei der gleichen Lichttemperatur bleiben und nicht das schreckliche Blaulicht einführen.“ Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner kündigte an, diese Frage bis zur entscheidenden Sitzung des Stadtrats zu klären.
Im Stadtrat erklärte Weichselgartner schließlich, dass die 3.000 K außerhalb der Altstadt vorgegeben seien. Das wäre jetzt die erste Abweichung außerhalb der Altstadt. Deshalb sollte es bei den 3.000 Kelvin bleiben.
Im Bauausschuss bestand kein Zweifel an der Notwendigkeit des Bebauungsplans für diesen Geh- und Radweg. Denn nach übereinstimmender Ansicht, würde der Weg an der besonders im Berufsverkehr und Schulverkehr stark befahrenen Trostberger Straße für deutlich mehr Übersichtlichkeit und Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Verkehrsteilnehmer sorgen.
Stadtrat folgt der
Argumentation
Ohne Gegenstimme wurde dem Stadtrat empfohlen, allen vom Bauausschuss vorbehandelten Punkten „vollinhaltlich und ohne Änderungen zuzustimmen“ und den Satzungsbeschluss zu fassen. Das Büro Köppel Landschaftsarchitektur und die Verwaltung sollen das weitere Verfahren durchführen. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung in seiner jüngsten Sitzung ohne Diskussion einstimmig. Auf Anfrage von Kathrin Enzinger (Grüne) erklärte Weichselgartner im Stadtrat außerdem, dass die Stadt in diesem Bereich ein Vorkaufsrecht habe.