Pendler und Familien leiden am meisten

von Redaktion

Hohe Spritpreise sorgen für Ärger in Waldkraiburg. Besonders Pendler und Familien leiden unter den gestiegenen Kosten. Die Bundesregierung hat nun erste Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Bürger zu entlasten und die Preise zu regulieren.

Helga Lohwasser macht sich vor allem um Familien Sorgen. Fotos Weinfurtner

Waldkraiburg – Die teuren Spritpreise machen nicht nur Dienstleistern wie Pflegediensten zu schaffen. Auch Autofahrer mit Verbrennungsmotoren bekommen die Mehrkosten zu spüren. Viele Waldkraiburger empfinden die Preise mittlerweile als Zumutung.

„Es ist furchtbar“, sagen Ulrike und Anton Hampel (69 und 71 Jahre alt). Das Rentnerpaar wohnt in Waldkraiburg und ist froh, vieles zu Fuß erledigen zu können. „Wir versuchen, so wenig wie möglich mit dem Auto zu fahren“, erzählen sie. Dass die Preise belastend seien, sähen sie bei ihren Kindern. „Die müssen jeden Tag zur Arbeit fahren.“

Auch Sylwia Kazimierczyk (33) macht sich Sorgen. Im Radio hätte sie gehört, die Preise könnten noch mehr steigen. „Ich habe Angst davor“, sagt sie. Die Tagesmutter ihres Kindes sei kürzlich umgezogen. Sie müsse nun jeden Tag eine halbe Stunde Fahrt zurücklegen. Auch ihr Mann müsse manchmal nach Rosenheim oder München zur Arbeit, sagt die Waldkraiburgerin. Die hohen Spritpreise spüre die Familie deutlich. Besonders um Familien sorgt sich Helga Lohwasser (76). Die hohen Spritpreise findet sie „unmöglich“. Wer hier wohne, sei auf das Auto angewiesen. Das habe auch nichts damit zu tun, dass Autofahrer faul wären. „Es geht einfach nicht anders“, betont sie. Lohwasser selbst ist froh, zentral zu wohnen und vieles zu Fuß erledigen zu können.

Verärgert sind auch Karl-Heinz Huber (66) und Manfred Schüller (63) aus Waldkraiburg. „Es ist einfach unabwendbar“, sagt Huber. Er versuche, so gut es gehe, in den Nachbarländern zu tanken, lege seine Reisen deswegen nach Österreich. Ihn ärgert, dass die Preise nur in Deutschland so stark steigen würden. Er appelliert an die Regierung, hier gegenzusteuern. Pläne aus Berlin, dass Tankstellen nur mehr einmal am Tag den Preis erhöhen dürften, unterstützen Huber und Schüller nicht. „Das bringt nichts“, sagen die beiden. Für Schüller ist eine Höchstpreisgrenze sinnvoller, sagt er. Die Spritpreise sind aufgrund des Krieges im Iran derart gestiegen. Der Staat blockiert seit den Angriffen durch die USA und Israel die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltanker. Laut dem ADAC ist der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent von 72 US-Dollar (Stand 27. Februar) kurzzeitig auf 120 US-Dollar (9. März) gestiegen. Mittlerweile liegt der Preis bei rund 104 US-Dollar (16. März). Auch bei den Spritpreisen gab es kurzzeitig wieder Entspannung. Am 11. März waren die Kosten laut ADAC noch auf Höchstniveau. Ein Liter Super E10 kostete rund 2,05 Euro, ein Liter Diesel sogar fast 2,20 Euro. Anschließend sanken die Preise zwar um rund fünf Cent, steigen aber seit dem 13. März wieder leicht an. Am 1. März waren beide Kraftstoffe noch für weniger als 1,80 Euro verfügbar, so der ADAC. Die Bundesregierung hat am vergangenen Mittwoch Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise auf den Weg gebracht. In einer Mitteilung der Regierung heißt es: „Tankstellen in Deutschland sollen in Kürze nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen: um 12 Uhr.“ Preissenkungen hingegen sollen jederzeit möglich sein. Zudem will die Regierung gegen missbräuchliche Preiserhöhungen in Zukunft stärker vorgehen und einen Teil der Ölreserven freigeben.

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