Ein wichtiger Baustein für die Zukunft

von Redaktion

Mit dem neuen kommunalen Wärmeplan legt Waldkraiburg den Grundstein für eine klimafreundliche Versorgung von Haushalten, öffentlichen Gebäuden und Industrie. Im Fokus steht dabei die Geothermie, die das Erdgas als dominierenden Energieträger ablösen soll

Waldkraiburg – Beim Thema Wärmeversorgung der Zukunft hat die Stadt schon früh die Weichen richtig gestellt. Mit der Geothermie schafft Waldkraiburg nachhaltige Wärme für Generationen – legt damit den wichtigsten Baustein für die kommunale Wärmeplanung. Den finalen Plan hat das Ingenieurbüro ecb in der jüngsten Sitzung des Stadtrats vorgestellt.

Noch vor Ablauf der Frist liegt der finale Wärmeplan vor. Laut Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) zeigt er, wie Grundstücke künftig klimaneutral versorgt werden können. Dafür ist noch ein weiter Weg zu gehen – trotz der Geothermie.

Leitungsnetz der
Stadtwerke wächst stetig

„Die Stadt war 2022 noch stark von fossilen Energien abhängig“, erklärte Matthias Trenkler vom Ingenieurbüro ecb. Dominierend ist Erdgas, das damals knapp 78 Prozent der Heiz- und Prozesswärme ausmachte. Fernwärme lag bei nur 13 Prozent, was sich bis 2025 auf 20 Prozent gesteigert habe.

Das Leitungsnetz der Stadtwerke wächst stetig: Bis Ende 2024 hatte es eine Länge von 32,5 Kilometer, 2025 sollten insgesamt weitere knapp drei Kilometer hinzukommen. Bis zum Ausbau-Ende 2045 sollen es insgesamt 110 Kilometer sein. Über die Geothermie werden bereits mehr als 4000 Haushalte sowie öffentliche Gebäude und erste Industriekunden versorgt. So werden pro Jahr rund 8000 Tonnen CO2 eingespart.

Insgesamt entstehen in Waldkraiburg energiebedingt etwa 55.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich – mit Erdgas als größtem Anteil von rund 88 Prozent. Alternative Energieträger hat das Ingenieurbüro ebenfalls geprüft, doch für ein flächendeckendes Wärmenetz eignet sich die Geothermie am besten.

Wirtschaftlich betreiben lässt sich dies aber vorrangig im Stadtzentrum. Das deckt sich mit den weiteren Ausbauplänen der Stadtwerke für die Geothermie, bis 2045 könnte eine Anschlussquote von 80 Prozent erreicht werden. In Gebieten, in denen kein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich ist, werde es auch weiterhin dezentrale Lösungen benötigen.

Auf Grundlage der Analyse hat das Ingenieurbüro 17 Maßnahmen erarbeitet, die sich in fünf Kategorien gliedern: Effizienz-Maßnahmen wie Gebäudesanierung, Informations- und Beratungsmaßnahmen, planerische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen, die eine effektive Umsetzung unterstützen, sowie technische und infrastrukturelle Maßnahmen wie Speicher oder erneuerbare Energiequellen.

Der kommunale Wärmeplan, der für alle Kommunen und Städte bis spätestens 2028 verpflichtend ist, dient der Stadt als Leitfaden. Er soll laufend aktualisiert werden, um auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Auf die aktuellen politischen Ereignisse nach dem Angriff auf den Iran konnte der Plan aber nicht mehr reagieren. Nach Meinung von Ulli Maier (UWG) sollte dieses Szenario gleich eingepflegt werden.

Blick in die Zukunft ist
Blick in die Glaskugel

In der Umsetzung zum jetzigen Zeitpunkt sah Trenkler allerdings Schwierigkeiten. Denn unter welchen Bedingungen künftig etwas angeboten werde, zeichne sich jetzt bislang nicht ab. „Der kommunale Wärmeplan wird fortgeführt, aber der Blick in die Glaskugel bleibt.“ Aktuell sei es jedenfalls zu unklar, was in welcher Art und Weise berücksichtigt werden müsse.

Einstimmig beschloss der Stadtrat den kommunalen Wärmeplan.

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