Obertaufkirchen – Am Karfreitag ist in der Pfarrkirche das Heilige Grab aufgebaut, eine Besonderheit, die sich nicht in jeder Pfarrei findet. Dazu gibt es eine besondere Feier, die der Kirchenchor Obertaufkirchen/Schwindegg mitgestaltet: am Karfreitag, 3. April, um 19 Uhr am Heiligen Grab.
Zum Thema „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“ finden Meditation, Gebet, Gesang und Stille am Heiligen Grab statt.
Der Brauch, Heilige Gräber in den Kirchen aufzustellen, hat eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition, die in der Barockzeit zu großer Blüte kam. Einer der wesentlichen Gründe dürfte im Verlangen der Menschen liegen, die Wirkungsstätten Jesu zu besuchen, was aber wegen der für viele unüberwindbaren Entfernung kaum möglich war. Konnte man die heiligen Stätten nicht vor Ort besuchen, versuchte man, den Gläubigen das Heilsgeschehen in Kirchen und Klöstern nachzubilden und näherzubringen. Die biblischen Zeugnisse stimmen darin überein, dass Jesus nach seiner Kreuzigung in einem Grab beigesetzt wurde. Dieses Grab gehörte dem Ratsherrn Josef von Arimatäa, der es wohl für sich und seine Familie erworben hatte. Im Johannesevangelium wird erwähnt, dass es sich in der Nähe des Kreuzigungsortes in einem Garten befand. Die vier Evangelien berichten zudem, dass es ein neues Grab war, in dem noch niemand bestattet worden war. Gemäß dem damaligen Brauchtum handelte es sich vermutlich um ein Felsengrab, also eine in den Fels gehauene Grabhöhle. In dieser befand sich eine Felsbank, auf die der in Leinentücher gehüllte Leichnam gelegt und anschließend mit einem großen Stein verschlossen wurde.
Die Tradition lebt mit dem großen Heiligen Grab in Obertaufkirchen wieder auf und kann das Geheimnis von Sterben und Auferstehen Jesu anschaulich erfahrbar machen.