Bissige Fastenpredigt und gelungenes Theater

von Redaktion

Erfolgreiche Premiere für Starkbierfest der Dirndlschaft – Lokalprominenz bekommt ihr Fett weg

Rechtmehring – Zweimal war der Kirchenwirt beim diesjährigen Starkbierfest voll besetzt. Erstmals richtete die Dirndlschaft das Fest aus. Deren Mut, das Fest zu veranstalten, hat sich gelohnt, wie Steffi Lechner bei der Begrüßung betonte. Bereits eine Stunde vor Beginn am Samstag war der Kirchenwirt voll belegt, als die Mehringer Blechblosn zur Unterhaltung aufspielte.

Höchst amüsantes Stück
auf Bühne gebracht

Außerordentlich gut kam das selbst geschriebene Theaterstück der Rechtmehringer Theatergruppe an. Es ging um den Modus der Aufstellungsversammlung für die Bürgermeisterkandidatin Irmi D. Das Thema war jedoch nicht trocken, sondern höchst amüsant verpackt.

In Anlehnung an das „Königlich bayerische Amtsgericht“ ging es vor allem um den Wettbewerb, wer bis wann wie viel Bier trinken konnte und wie ein „Wahlbetrug“ mit leeren Bierflaschen aussieht. Neben Stefan Stelmaszek und Matthias Demmel als Richter und Polizist spielten vor allem Xande Haunolder als Bürgermeister Linner, Martin Kneißl als Irmi D. und Christoph Stadler als Bürgerbüro-Leiter Markus Bauer ihre Rollen phänomenal. Allen dreien war gemein, dass sie natürlich ständig ihre Zigaretten rauchten – in unzweifelhafter Anlehnung an das echte Leben und damit an die echte lokale Politprominenz. Seppe Wimmer spielte den neuen Kirchenwirtpächter.

Fastenprediger war wieder Stefan Meidert, der dieses Mal nicht mit Mönchskutte, sondern im T-Shirt auftrat. Er las vielen Rechtmehringer Lokal-Prominenten in der fast halbstündigen Fastenpredigt die Leviten.

Obwohl er den Wahlkampf eigentlich außen vor lassen wollte, ging er natürlich darauf ein: „I hob rundrum koan oanzign potenziellen Kandidaten gsäng, der so vui Plakate am Start ghabd hod“ wie in Rechtmehring. Der Dank an Bürgermeister Wast Linner für 24 Jahre gute, vor allem sehr „bürgernahe und unbürokratische Lösungen“ war ihm dann doch sehr wichtig. Und Nachfolgerin Irmgard Daumoser wünschte er alles Gute.

Für die bevorstehenden Feste von Feuerwehr und Sportverein würden sich die Vereine und das Dorf wieder herausputzen, berichtete er außerdem. Dazu passe auch das stark verschmutzte Kirchendach der Pfarrkirche, der sogenannte Mehringer Tauben-Fall oder „Tauben-Gate“.

Und die Ortsmitte und die dortigen Geschäfte betreffend: „Wo i ma gwünscht hätt, dass des a Deepfake is, des is de traurige Nachricht, de mi vor Kurzem erreicht hod: da Ziamse head auf! Und des no in diesem Jahr! Des is aus meiner Sicht scho echt schod, sehr unangenehm. So a Edeka-Lodn mittn im Ort is ja ned nur dazua do, um dort sei Zeig eizumkaffa – na, do trifft ma si ja a, um de Top-News aus Mehring zu erfahren. Ja wo soi ma denn jetz unsere ganzn Informationen hergriang?“

Bruder Barnabas streifte außerdem das Kirchenwirt-Thema und bedankte sich speziell bei der Dirndlschaft für die Austragung des Starkbierfestes und bei Done für die Initiative dazu. Ansonsten streifte der „Meidi“ genannte Fastenprediger viele weitere Themen, vor allem den Sportverein inklusive etwaiger Ausflüge und deren Folgen über vermisste Mitfahrer. Dabei ging er mit manchem Mitfahrer ziemlich hart ins Gericht.

Zur guten Stimmung trugen auch so manche Trinksprüche bei. Mit viel guter Laune und zu den Klängen der Mehringer Blechblosn ging das Starkbierfest noch mehrere Stunden weiter.

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