Neumarkt-St. Veit – Gespannt wartete das Publikum im Festsaal des Gasthauses Zens in Hofthambach. Es war die Premiere des Stücks „A kloans Wunder“. Ein Glockenklingeln ließ den Saal schlagartig verstummen, und schon mit dem ersten gekonnten „Jo- mei-o-mei“-Seufzer der von Rheuma geplagten älteren Dame wurde das Publikum in den Bann gezogen.
Die erfahrene Schauspielerin Sophia Kühn erzählte: „Sobald ich auf der Bühne bin, ist die Aufregung verflogen und ich hab meine Rolle gefühlt.“ Das fand auch eine Bewohnerin aus dem benachbarten Dorf und sagte: „Ich fand die schnapselnde Oma sehr gut gespielt“ und ein Besucher aus dem hohen Norden stimmte zu: „Die waren alle lustig unterwegs und konnten es echt gut rüberbringen.“ Denn das Publikum wurde Zeuge, wie in der liebevoll eingerichteten Bauernstube bei Schreinerfamilie Hamperl langsam, aber sicher das Chaos ausbrach, und zwar im Namen der Liebe.
Vater Alois, überzeugend gespielt von Bernhard Haslbeck, und Mutter Emma, liebevoll dargestellt von Veronika Eisenreich, waren eigentlich ganz froh über die bevorstehende Hochzeit ihres Sprösslings.
Hingegen Daniel Wimmer, als Sohn Lukas, brachte sein Unbehagen darüber sehr authentisch zum Ausdruck. „Ich war sehr nervös, aber es hat alles gut funktioniert“, erklärte Brigitte Eisenreich als weit gereiste Ex-Freundin von Lukas erleichtert.
Dazu bemerkte eine Besucherin aus Oberndorf: „Was ich wirklich toll fand: Dass die einzelnen Rollenklischees, wie die Tratschtante oder der Landarzt so bezaubernd dargestellt wurden, dass man nicht wusste, in wen man sich verlieben sollte.“
Der Darsteller Simon Eisenreich, als reicher Sägewerksbesitzer, lachte bescheiden über seine Leistung: „Hat schon gepasst.“ Und der jüngste Darsteller der Truppe, Georg Wimmer alias der Landarzt und Freund des unglücklichen Bräutigams, sagte begeistert: „Ich war nervös wegen meiner großen Rolle, aber das Publikum war super, es waren viele Leute, das macht alles leichter.“ „Das Bühnenbild und auch die Menge an gelerntem Text waren beeindruckend“, bekannte eine andere Zuschauerin aus der Umgebung und auch die Initiatorinnen zeigten ihre Anerkennung. „Ich hab total mitgefiebert als Maske hinter der Bühne“, sagte Katharina Brams. Souffleuse Maria Moser musste selten auf die Sprünge helfen und erklärte: „Ich bin richtig stolz auf alle Spieler.“
Luis Huber zeigte sich als Tontechniker wie ein Profi und meinte: „Beim Ton hat alles reibungslos funktioniert, das war top.“
Doch was die Zuschauer nicht sahen, war der Anspruch der Darsteller und Mitwirkenden auf sowie hinter der Bühne. Noch bis zum Schluss wurde daran gefeilt, wie man es noch besser machen könnte, verrät Regisseur Hubert Stadler: „Mit der Coolness, wie alle spielten, wurde mir schier unheimlich und ich bin sehr stolz auf dieses Theaterteam, das wirklich an einem Strang zog.“
Und das umfasste auch den Rundum-Service des Gasthaus Zens, den man in manchen Sterneküchen vergeblich sucht. So wie das Theaterstück das Publikum begeisterte, wurden auch Leib und Seele mit regionalen Köstlichkeiten und herzlicher Gastfreundschaft verwöhnt.
Kein Wunder also, dass es zum Schluss für alle tosenden Applaus gab. „A kloans Wunder“ zu erleben ist am morgigen Samstag sowie am Sonntag, 29. März, jeweils um 20 Uhr im Gasthaus Zens möglich. Reservierungen nimmt Sophia Kühn unter Telefon 0174/ 9116376 entgegen. mst