Mühldorf/Ampfing – Eine Legende des Bahnsports ist tot: Josef Frohnwieser ist seiner schweren Krankheit erlegen. Um ihn trauern seine Familie und die Rennsportszene.
Josef Frohnwieser war ein Funktionär, der sich über viele Jahre beim ADAC, der süddeutschen Bahnmeisterschaft und beim MSC Mühldorf einen großen Namen gemacht hatte. Der pensionierte Mittelschullehrer hat nicht nur bei seinen Schülern früher, sondern auch bis zuletzt im Bahnsport nachhaltige Spuren hinterlassen.
„Auf ihn konnte man
sich immer verlassen“
„Sepp war einer der größten Bahnsportler Süddeutschlands“, sagt Peter Jäckel vom MSC Mühldorf, der im Herbst 2025 als Vorsitzender die Nachfolge von Sepp Frohnwieser angetreten hatte. Dieser hatte zuvor aus gesundheitlichen Gründen nach 17 Jahren sein Amt niedergelegt.
Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre war Frohnwieser beim MSC als Rennleiter aktiv. „Er war Mentor und Vaterfigur für mich“, so Jäckel. Frohnwieser sei es gewesen, der ihn 2004 zum Rennfahren gebracht habe.
„Sepp hat sein letztes Rennen gefahren – die Erinnerungen an gemeinsame Zeiten, Gespräche und Erlebnisse bleiben“, schreibt der MSC „Hümmling“ Werlte e.V. im ADAC auf seiner Facebook-Seite. „Er war ein Mensch mit Herz, Verlässlichkeit und einem feinen Sinn für Humor. Auf ihn konnte man sich immer verlassen“, so sein Freund und Mitstreiter Josef Hukelmann vom MSC Werlte.
Die Ehrennadel in Gold mit Brillanten ist die höchste vom Automobilclub verliehene Würdigung für ehrenamtlich tätige Funktionäre im ADAC Südbayern. 2023 bei der ADAC Sport Gala in der Motorworld in München wurde sie Josef Frohnwieser ans Revers gesteckt.
„Frohnwieser lebt für den Bahnsport und hat in seinem Leben unzählige Veranstaltungen organisiert und geleitet“, hieß es damals in der Laudatio. Frohnwieser wurde 1995 Rennleiter, im Jahr 1998 Sportleiter und von 2008 bis 2025 war er Vorsitzender seines Heimatclubs, dem MSC Mühldorf, der jährlich mindestens eine hochkarätige Bahnsport-Veranstaltung durchführt.
Viele Events im
Bahnsport begleitet
Der Ampfinger hatte viele Events im Bahnsport begleitet, besonders die FIM Langbahn-Weltmeisterschaft. Seit 2006 war er Vorsitzender des Süddeutschen Bahnrennen-Veranstalters, der als Hauptaufgabe die Koordinierung der Veranstalterinteressen und die Ausrichtung der süddeutschen Bahnmeisterschaft hat.
Zudem engagierte sich Frohnwieser seit Jahren in der Verkehrserziehung. Dazu gehören unter anderem die Organisation von Fahrradturnieren und die Koordination des Projekts „Hallo Auto!“ in der Region. Seit Jahrzehnten unterstützte Josef Frohnwieser darüber hinaus die Mitgliederversammlung des ADAC Südbayern als Ortsclub-Delegierter.
Josef Frohnwieser kam am 29. Juni 1952 in Mühldorf als einziger Sohn von Josef und Anna Frohnwieser zur Welt. In der Innstadt ist er aufgewachsen. Bei einem Besuch eines Rennens an der Sandbahn kam er mit dem Rennsport in Kontakt. Fortan hat ihn die Faszination des Bahnsports nicht mehr losgelassen. Generell war er ein sportbegeisterter Mensch. Bei der Olympiade 1972 war er Dauergast. Das hat er sich selbst gegönnt – zum bestandenen Abitur.
1979 führte Josef seine Christine an den Traualtar. Zwei Mädchen wurden geboren: Eva Maria und Karin machten das Familienglück komplett. Sepp lag auch das Geschehen in Kirche und Gemeinde seines Heimatortes am Herzen. So engagierte er sich lange als Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Mitglied im Jugendausschuss. Ebenfalls war Frohnwieser als Gemeinderatsmitglied im Finanzausschuss und Schulverband engagiert.
1987 begann er zusammen mit seiner Frau, sich ein Nest in Ampfing zu schaffen. Ein Höhepunkt war die Teilnahme 1988 am Freilichttheater „Schlacht bei Ampfing 1322“ mit der Hauptrolle „Friedrich der Schöne“.
Seine größten Hobbys waren die Berge und das Skifahren – bis zu einem Unfall mit mehreren Knochenbrüchen 2003. Er machte gerne Wanderungen im Sommer und im Winter. Er liebte das Reisen. Mit seinem Wohnmobil war er europaweit unterwegs, wurde großer Kroatien- und Südtirol-Fan, war Johnny-Cash-Liebhaber und Country-Musik-Hörer.
Ein „Macher“ –
immer hilfsbereit
Seine Kämpfernatur, Loyalität, Ehrlichkeit, Treue und Zuverlässigkeit machten ihn zu einem sehr beliebten Menschen, mit dem man sich gerne umgab, wie seine Familie beschreibt. Josef Frohnwieser war ein „Macher in Person“, sehr sozial eingestellt, immer hilfsbereit, und pflegte einen respektvollen, freundlichen und wertschätzenden Umgang. Sechs Jahre lang kämpfte er gegen den Krebs und seine letzten Wochen waren begleitet von Reha-Aufenthalten. Nach einem Treppensturz musste er ins Krankenhaus. Hinzu kam eine Lungenentzündung. Als es soweit besser ging, war er dennoch zu schwach, um daheimzubleiben. Liebevoll umsorgt durch seine Frau Christine, Tochter Eva Maria und eine gute Freundin, kam er in die Kurzzeitpflege, wo er dann sein letztes Rennen verlor.