Neue Bestattungstrends

von Redaktion

„Mehr als Steintürchen“: Neue Gräber am Friedhof in Heldenstein geplant

Heldenstein – In der Gemeinde Heldenstein sind immer häufiger alternative Bestattungsformen gefragt. Deswegen hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung darüber diskutiert, wie sich der Rupertifriedhof ändern könne. Bereits im Winter habe die Verwaltung erste Ideen ausgearbeitet, erklärte Geschäftsstellenleiter Markus Wagner. In Zukunft sollen nach dem Vorbild Waldkraiburgs auch Baum- und Rosenbestattungen in Heldenstein stattfinden.

Neue Bestattungsformen
fordern weniger Pflege

Der Vorteil: Beide Bestattungsformen hätten einen geringen Pflegebedarf, was sich viele Bürger wünschen würden, so Wagner. Bei der Verwaltung sei sogar ein Antrag zur Einführung von Baumbestattungen eingegangen. „Obendrein stellen sie eine würdige Form zur Verabschiedung und des Innehaltens dar“, so der Geschäftsstellenleiter.

Bürgermeisterin Antonia Hansmeier (CSU) erklärte dazu, die neuen Gräber auf einem freien Wiesenstück zu errichten. Sie sollen in einer Kreuzform angerichtet sein, wobei an den Enden jeweils ein kleiner Baum, wie ein Kugelahorn, gepflanzt werden soll. Auf Stelen sollen einheitliche Namensschilder angebracht werden können. Für die Rosengräber schlug Hansmeier Edelrosen vor. Letztlich „soll alles einheitlich und strukturiert aussehen“, sagte sie.

Zweiter Bürgermeister Rupert Müller (CSU) fragte nach, welche Beerdigungsformen für die neuen Gräber infrage kommen. Wagner erklärte dazu, dass hier nur Urnen in die Erde gelassen werden können. Bertram Häussler (UWG) wollte wissen, ob um einen Baum mehrere Personen verschiedener Familien begraben würden. Wagner bejahte dies. „Es gibt nicht nur Familiensäulen“, sagte er. Josef Lurz (CSU) befürwortete das Vorhaben. „Es gibt immer mehr Leute, die sich verbrennen lassen“, sagte er. Der Trend gehe zudem dahin, dass die Hinterbliebenen einen schönen Erinnerungsort wollten. „Mehr als ein Steintürchen in der Wand“. Eine Gemeinde könne verschiedene Grabarten anbieten. „Es soll jeder seine eigene Möglichkeit haben, einen Erinnerungsort zu schaffen“, sagte Lurz. Auch Rupert Höpfinger (CSU), der selbst schon einer Baum-Beerdigung beiwohnte, lobte die Idee. „Das wird immer mehr angenommen“, sagte er. Christian Hansmeier (W-E-W) wollte wissen, wer für die Pflege der Rosen und Bäume zuständig sei. „Das würden wir dem Bauhof übergeben“, sagte die Bürgermeisterin. Insgesamt würden erst einmal drei Bäume gepflanzt. Das Areal könne jedoch bei Bedarf erweitert werden, so Antonia Hansmeier. Harald Rudolf (UWG) fragte nach, ob der Wunsch nach neuen Gräbern tatsächlich so groß sei. Es werde stark nachgefragt, sagte Hansmeier. Bertram Häussler (UWG) sprach eine weitere Bestattungsform an. „Mir würde es auch gefallen, die Urne an einem Baum im Wald, den nur die Familie kennt, niederlassen zu dürfen.“ Lurz erklärte hierzu, dass dies nur in extra dafür ausgewiesenen Bestattungszonen möglich sei. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, auf dem Rupertifriedhof Baum- und Rosenbestattungen zuzulassen. Bürgermeisterin Hansmeier wurde damit beauftragt, Angebote zur Umsetzung einzuholen.

Artikel 1 von 11