Mühldorf/Altötting – Drei Kinderporno-Razzien haben den Landkreis Mühldorf im Jahr 2025 erschüttert. Nun haben die Ermittler erneut zugeschlagen: Am vergangenen Donnerstag durchsuchten Kriminalbeamte 20 Objekte in den Landkreisen Mühldorf und Altötting, in 15 Orten: in größeren Städten von Burghausen bis Mühldorf, aber auch in kleineren Landgemeinden, so das Präsidium.
Laptops, Handys und
Rechner sichergestellt
Die Beamten stellten laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd „umfangreiches Beweismaterial“ sicher. Es gehe dabei um elektronische Geräte wie Laptops und Rechner, Handys und Speichermedien. Jetzt sind im nächsten Schritt die IT-Forseniker an der Reihe, die das dort auszulesende Material auswerten müssen, so das Präsidium.
Zum Ablauf der Durchsuchungen macht die Pressestelle auf Anfrage aus ermittlungstaktischen Gründen keine Aussagen. Einen Zusammenhang zwischen den 20 Häusern und Wohnungen sowie den 20 Beschuldigten, Männer im Alter zwischen 14 und 68 Jahren, gebe es nicht. Dass gleichzeitig alle Objekte durchsucht wurden, ist laut Präsidium dem Ziel geschuldet, möglichst effizient vorzugehen. 25 Polizistinnen und Polizisten vollzogen die von der Staatsanwaltschaft Traunstein beim Ermittlungsrichter erwirkten Durchsuchungsbeschlüsse.
Hinweis aus den
USA und vom BKA
Die entscheidenden Hinweise kamen laut Präsidium aus den USA. Dort sind unter anderem private oder halbstaatliche Organisationen wie NCMEC ( „National Center for Missing and Exploited Children“) tätig. Sie haben sich den Schutz von Kindern gegen sexuelle Gewalt zum Ziel gesetzt und durchforschen das Internet sowie das Darknet auf kinderpornografische Inhalte. Verdächtige Informationen würden an das Bundeskriminalamt (BKA) weitergeleitet, das die potenziellen Fälle prüfe. Beim Verdacht auf strafbare Inhalte würden dann die Kriminalpolizeiinspektionen vor Ort informiert, so die Pressestelle des Präsidiums zum Ablauf.
So kam es am 26. März zu den groß angelegten Durchsuchungsaktionen in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Die Kriminalpolizei Mühldorf sei dabei von Kollegen der Kriminalpolizei Traunstein und der Zentralen Einsatzdienste Traunreut unterstützt worden. Eine konzertierte Aktion, die die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Polizei aufgrund des vorläufigen Ergebnisses als „Erfolg im Kampf gegen Kinder- und Jugendpornografie“ bewertet. Ziel sei es, deutlich zu machen: Tatverdächtige könnten sich in der vermeintlichen Anonymität des Internets nicht sicher fühlen, so das Präsidium.
Kriminalitätsschwerpunkt
in den Landkreisen?
Gefühlt kommt es relativ oft im Bereich der Landkreise Mühldorf und Altötting zu Durchsuchungsaktionen dieser Art. Der Eindruck, hier liege ein Kriminalitätsschwerpunkt im Bereich Kinderpornografie vor, ist jedoch nicht richtig, betont die Pressestelle des Präsidiums. Razzien und Ermittlungen wegen des Verdachts auf Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte fänden regelmäßig in allen Regionen Bayerns statt. Polizei und Justiz würden landesweit seit Jahren „erhebliche Anstrengungen“ unternehmen, um Straftätern das Handwerk zu legen. Hinter jedem Fall von Kinder- und Jugendpornografie stünden schließlich sehr junge Opfer und Schicksale.
Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, beheimatet bei den drei Kriminalpolizeiinspektionen in Rosenheim, Weilheim und Traunstein sowie bei der Kriminalpolizeistation Mühldorf. Die Verfolgung potenzieller Straftaten werde zentral von der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg koordiniert. Hier gebe es seit Oktober 2020 das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet. Mit Erfolg: Im vergangenen Jahr kam es laut Präsidium in Oberbayern Süd im Vergleich zu 2024 zu einem Rückgang der Fälle: um 20 Prozent auf 729.