Daimlerstraße: Mehr Sicherheit für Radfahrer

von Redaktion

Die Daimlerstraße in Waldkraiburg zählt zu den gefährlichsten Straßen für Radfahrer. Nun nutzt die Stadt die Chance, die Straße zu entschärfen und investiert dafür in die Sicherheit der Radler.

Waldkraiburg – „Nur wer Todessehnsucht hat, fährt dort mit dem Rad.“ Mit diesen drastischen Worten beschrieb im Bauausschuss Frieder Vielsack (UWG) vor zwei Jahren die Situation entlang der stark befahrenen Daimlerstraße. Geändert hat sich seitdem wenig – doch jetzt bietet sich die Chance, das Problem endlich anzugehen.

Umfangreiche
Arbeiten stehen an

Der Grund: Entlang der Daimlerstraße stehen umfangreiche Arbeiten an. Die Stadtwerke planen den weiteren Ausbau der Fernwärme. Gleichzeitig sollen Leitungen der Trinkwasserversorgung erneuert werden. Parallel dazu wollen die Energienetze Bayern eine ältere Erdgasleitung stilllegen und Hausanschlüsse auf die neue Leitung umlegen.

Zwischen Lindenthalstraße und Schilcherlinie muss die Straße deshalb ohnehin aufgerissen und erneuert werden – ein Eingriff, der sich nutzen lässt, um die Situation für Radfahrer grundlegend zu verbessern. Für diesen Abschnitt gibt es laut Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) schon lange den Wunsch, mehr Sicherheit zu schaffen.

Eine naheliegende Option wäre es, nach dem Leitungsbau den kompletten Oberbau der Straße zu erneuern. „Das wären knapp 130.000 Euro, bringt aber keine Verbesserung für Radfahrer“, erklärte Johannes Hofbauer vom Bauamt.

Bei 9.000 bis 12.000 Fahrzeugen pro Tag brauche es dort dringend mehr Sicherheit für Radfahrer – das ist unter anderem ein Ergebnis aus dem Verkehrsentwicklungsplan.

Eine Verbesserung könnte hingegen eine von zwei Varianten bringen: Ein 1,25 Meter breiter Schutzstreifen könnte auf beiden Seiten kostengünstig markiert werden. Dazu müssen die Park- und Grünstreifen auf der südlichen Fahrbahn zurückgebaut werden. Auf beiden Seiten gebe es dann ein Halteverbot, die Alleebäume fielen weg. Kosten: rund 532.000 Euro.

Für eine zweite Möglichkeit muss die Straße grundlegend neu gestaltet werden und ist damit deutlich teurer: ein kombinierter Geh- und Radweg. „Die Kosten liegen bei etwa 1,5 Millionen Euro“, erklärte Hofbauer. Die Stadt kann sich jetzt an den Ausschreibungen der Stadtwerke beteiligen, außerdem gebe es die Chance auf eine Förderung von bis zu 80 Prozent. Dass es Verbesserungen für die Radfahrer in der Daimlerstraße braucht – darüber sind sich die Stadträte schon lange einig. Die Frage ist nur: Was soll gemacht werden? Karl-Heinz Stocker (CSU) hatte eine klare Meinung: „Wir müssen hier zukunftsträchtig entscheiden, auch wenn es kostet. Das ist eine hochbelastete Straße.“ Als Verkehrsexperte der Polizei Mühldorf klärt er auf, dass ein Schutzstreifen von Autos befahren werden darf und somit für Radfahrer keinen ausreichenden Schutz biete. Weil die Daimlerstraße als Umleitungsstrecke für die Autobahn ausgewiesen ist, war er überzeugt, dass es für den Bau eines Geh- und Radwegs Fördergelder geben wird.

Damit schließt sich auch für Frieder Vielsack (UWG) der Kreis. Der UWG-Stadtrat, der vor zwei Jahren noch von „Todessehnsucht“ gesprochen hat und als Radfahrer die Daimlerstraße meidet wie „der Teufel das Weihwasser“, plädierte jetzt für die große Lösung. Dass konkrete Überlegungen auf dem Tisch liegen, erlebt er nun zum Ende seiner Zeit im Stadtrat.

Immer häufiger
Beinahe-Unfälle

Einen Impuls setzte Vielsack noch: Als nächster Schritt soll auch an der Teplitzer Straße ein Radweg entstehen. Dort komme es wegen der Betriebsausfahrten und parkenden Fahrzeuge immer häufiger zu Beinahe-Unfällen. „Die Straße wird mehr und mehr zur Todesfalle“, warnte Vielsack.

Für die Sicherheit der Radfahrer will die Stadt jetzt Geld in die Hand nehmen: Ohne Gegenstimmen sprachen sich alle Mitglieder des Bauausschusses für einen kombinierten Geh- und Radweg aus.

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