Waldkraiburg – Wohnraum ist knapp. Gleichzeitig haben steigende Baukosten zuletzt viele Neubauprojekte ins Stocken gebracht – auch bei der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg (WSGW). Nun soll es weitergehen: An der Peter-Rosegger-Straße plant die Genossenschaft eine neue Wohnanlage. Doch das Vorhaben stößt nicht überall auf Zustimmung.
Bereits vor knapp einem Jahr wurden erste Details im Bauausschuss der Stadt vorgestellt. Ziel war es, eine Änderung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren auf den Weg zu bringen, um eine Nachverdichtung auf den betroffenen Grundstücken zu ermöglichen.
Neue Gebäude
sollen höher werden
Geplant ist eine Anlage mit rund 85 Mietwohnungen, die ausschließlich an Genossenschaftsmitglieder vergeben werden sollen. In ihrer Struktur orientieren sich die Neubauten an den bestehenden Gebäuden, sollen jedoch etwas höher ausfallen. Eine Tiefgarage ist nicht vorgesehen: Nach dem Bayerischen Modernisierungsgesetz sind im sozialen Wohnungsbau nur noch 0,5 Stellplätze pro Wohnung erforderlich. Die Stellplätze sollen stattdessen oberirdisch im Quartier entstehen und begrünt werden.
In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurden die Stellungnahmen von Behörden und weiteren Trägern öffentlicher Belange behandelt, wie Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) erklärte. Die Details stellte Johannes Hofbauer vom Bauamt vor. Während die Regierung von Oberbayern das Projekt im Sinne der Innenentwicklung ausdrücklich begrüßt, kommt aus der Nachbarschaft Kritik.
Anwohner wenden sich in einem Schreiben gegen die Planung. Sie halten das Vorhaben für unvereinbar mit der bestehenden Bebauung. „Sie beeinträchtigt die Wohn- und Lebensqualität der Einwohner erheblich“, zitierte Hofbauer aus der Stellungnahme. Die Stadt bewertet die Lage allerdings anders und bewertet die geplante Bebauung als verträglich mit der Umgebung.
Einwände kommen
auch aus Heldenstein
Auch aus der Nachbargemeinde Heldenstein gibt es Einwände. Wie bereits bei früheren Projekten wird dort kritisiert, dass deren Belange der Trinkwasserversorgung nicht ausreichend berücksichtigt würden. Nach Angaben der Stadtwerke sei die Versorgung jedoch sowohl qualitativ als auch quantitativ „vollumfänglich gesichert“.
Ein Thema im Ausschuss war der Erhalt der Bäume, die für Frieder Vielsack (UWG) „Allee-Charakter“ haben. Für ihn spielte dieser Punkt eine zentrale Rolle – laut Bauamt sollen die Bäume bestehen bleiben.
Kritisch äußerte sich hingegen Ernst Schäffer (AfD) zu einem geplanten fünfstöckigen Gebäude am Eck zum Immanuel-Kant-Weg. „Ich sehe das kritisch, weil daneben ein Bungalow steht“, sagte er. Welche Größe und Höhe vorgesehen sind, steht aber jetzt nicht mehr zur Diskussion. „Diese Entscheidung wurde schon getroffen“, erinnerten Bürgermeister Pötzsch und Johannes Hofbauer.
Einen Vorschlag brachte Harald Jungbauer (CSU) ein. Angesichts der angespannten Parksituation regte er an, beim Bauherrn auf Besucherstellplätze hinzuwirken. Diese sind im sozialen Wohnungsbau allerdings nicht vorgesehen, wie der Bürgermeister mit Verweis auf die Stellplatzsatzung erklärte.
Dem Entwurf des Bebauungsplans stimmte der Bauausschuss schließlich einstimmig zu.