Gemeinde steht unter Zeitdruck

von Redaktion

In Kraiburg benötigen mehrere kommunale Gebäude wie das Rathaus, die Schule und die Turnhalle neue Heizungen. Die Gemeinde sucht nun nach einer klimaneutralen Lösung, die im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung gefunden werden soll und auch für private Haushalte als Vorbild dienen könnte.

Kraiburg – Die Gemeinde Kraiburg hat akuten Handlungsbedarf: Das Rathaus braucht ebenso eine neue Heizung wie das Feuerwehrhaus, außerdem die Schule und die Turnhalle. Damit steht die Gemeinde in den kommenden Jahren vor der gleichen Problematik wie viele Privathaushalte: Wie wird künftig geheizt?

Diese Frage ist mehr als nur eine technische Entscheidung – sie markiert den Startpunkt für eine umfassende Wärmeplanung, deren nächste Schritte so bald wie möglich auf den Weg gebracht werden sollen. Denn was für die kommunalen Liegenschaften gilt, könnte auch für private Haushalte zur Lösung werden.

Die Wärmeplanung ist für alle Kommunen und Städte bis spätestens 2028 verpflichtend. Sie soll zeigen, wie Gebäude künftig klimaneutral mit Wärme versorgt werden können. In Kraiburg drängt die Zeit bereits: Kurz vor Weihnachten fiel im Rathaus die Heizung aus, seitdem wird das Gebäude über eine mobile Heizzentrale versorgt. Die Ölheizung ist aber nur als Übergangslösung gedacht.

Wie künftig nicht nur das Rathaus, sondern ein Großteil der Gemeinde klimaneutral beheizt werden kann, darauf soll die kommunale Wärmeplanung als Grundlage Antworten liefern. Erste Ergebnisse stellte Florian Heindl von der beauftragten Firma Max-Solar im Gemeinderat vor.

Biomethan wurde als mögliche Option geprüft – scheidet für Kraiburg jedoch aus. „Wir werden mit Biomethan nicht unabhängig werden“, erklärte Heindl mit Blick auf die begrenzte Verfügbarkeit und vage Prognosen. Im Fokus steht stattdessen ein zentrales Fernwärmenetz für den Ortskern. Das geplante Netz hätte eine Länge von knapp 13 Kilometern und würde etwa 14,3 Millionen Euro kosten. Außerhalb des Ortsbereichs müsste man auf dezentrale Lösungen setzen.

Ob das Projekt umgesetzt werden kann, hängt entscheidend von den Bürgern ab. „Es braucht genügend Interessenten, damit ein Wärmenetz wirtschaftlich sein kann“, sagte Heindl. Dazu müsste in einer Machbarkeitsstudie die Anschlussbereitschaft abgefragt werden. Um Wärmeverluste zu minimieren, sei es wichtig, das Netz möglichst effizient zu planen und unnötige Leitungen zu vermeiden.

Eine Entscheidung sollte die Kommune nicht auf die lange Bank schieben. „Der Bedarf ist jetzt sehr hoch. Je später man mit einem Wärmenetz beginnt, desto geringer wird das Interesse“, warnte Heindl.

Auch Kraiburgs Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die Entscheidungen bei unseren Liegenschaften stehen an.“ Gleichzeitig gebe es bereits Interesse bei privaten Eigentümern, insbesondere im Bereich des Marktplatzes.

„Was kann ich aus der Wärmeplanung konkret mitnehmen?“, fragte Ludwig Kamhuber (CSU) nach. Ein Fazit der Planung ist klar: „Kraiburg eignet sich für ein Wärmenetz“, brachte es Heindl auf den Punkt. Im Außenbereich gebe es keine Alternative zu dezentralen Lösungen.

„Das ist nicht der Masterplan, sondern Grundlage für die nächsten Schritte“, sagte Bürgermeisterin Petra Jackl.

In denen könnte es darum gehen, sich aktiv mit detaillierten Fragen zum Netzausbau auseinanderzusetzen. Der Wärmeplan sei Voraussetzung für spätere Fördermittel. Angesichts der aktuellen politischen Lage wies Heindl auf die globalen Abhängigkeiten hin. „Die Preise werden nicht günstiger werden.“

Der Gemeinderat stimmte der kommunalen Wärmeplanung einstimmig zu.

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