Mettenheim – Große Freude herrschte im Saal des Kreuzerwirts: 30 Absolventinnen der Abteilung Hauswirtschaft der Landwirtschaftsschule Töging aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf feierten dort den Abschluss ihrer am 12. September 2024 begonnenen berufsbegleitenden Ausbildung zur „Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung“. Zur Feier waren insgesamt 150 Personen angemeldet.
Für Alfred Huber, Bereichsleiter Landwirtschaft und Leiter der Hauswirtschaftsschule beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Töging, war es eine doppelte Premiere. Zum einen als Schulleiter in Töging, zum anderen, weil er noch nie so viele Zeugnisse mit den Noten eins und zwei unterschrieben habe. Er freue sich, dass alle 30 Kursteilnehmerinnen ihre Ausbildung nach rund 630 Unterrichtsstunden erfolgreich abgeschlossen hätten, sagte Huber.
Beeindruckende
Bandbreite an Themen
Sie hätten sich mit einer „beeindruckenden Bandbreite an Themen“ auseinandergesetzt, die vom Haushalts- und Finanzmanagement bis hin zum Projektmanagement und der Kommunikation gereicht habe. Ihr Abschluss habe eine Grundlage für die Abschlussprüfung zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin geschaffen. „Es macht Ihre Leistung so besonders, dass sie Ihre Ausbildung berufsbegleitend absolviert haben“, betonte Huber. „Lernen nach der Arbeit, Prüfungen neben dem Alltag, Organisation zwischen Familie und Beruf erfordern Disziplin, Durchhaltevermögen und vor allem große Motivation.“ Die Hauswirtschaft sei „ein Fundament unseres gesellschaftlichen Lebens“. Abschließend wünschte der Schulleiter den Damen, sie sollten neugierig, mutig und sich ihrer eigenen Stärken bewusst bleiben.
Hubert Gschwendtner vertrat als stellvertretender Landrat des Landkreises Altötting den Schulaufwandsträger. Er erklärte, die Schülerinnen hätten nun einen „großen Meilenstein in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung“ erreicht. Sie hätten viele Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Zukunft in der Familie, als zweites Standbein eines Betriebs oder ganz im Dienstleistungsbereich. Zwei weitere Grußworte kamen von Therese Seidl, der stellvertretenden Kreisbäuerin aus Altötting, und von Hans-Jörg-Steinberger, Vorsitzender des Kreisverbands Altötting-Mühldorf des in der Weiterbildung tätigen Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern (vlf). Beide bescheinigten den Absolventinnen gute Weiterentwicklungs-Chancen.
Die stellvertretende Schulleiterin und Semesterleiterin Susanne Berger blickte in ihrem Semesterbericht auf rund 140 Schultage zurück und berichtete von der Aufteilung in drei Arbeitsgruppen mit ganz unterschiedlichen Charakteren, deren Vielfalt dieses Semester stark gemacht habe. Highlights seien unter anderem ein dreitägiges Haushaltstechnikseminar in Landsberg/Lech, ein Persönlichkeitsseminar und die Eröffnung des neuen Schulgartens gewesen.
Bei einem Studierendenprojekt mit der Mittelschule Töging seien die Studierenden selbst zu Lehrkräften geworden. Eine Berufs- und Arbeitspädagogikprüfung hätten 16 Studierende absolviert. „Damit können sie jetzt nicht nur Auszubildende, sondern auch Familienangehörige pädagogisch wertvoll unterweisen“, erklärte Berger unter dem Gelächter der Eltern im Publikum. Die Mehrfachbelastung von Schule, Arbeit, Familie und Freizeit sei für viele Realität gewesen. Es habe sie persönlich beeindruckt, dass die Schülerinnen mehr Selbstsicherheit und mehr Gelassenheit gewonnen hätten und ein „bemerkenswertes Zeitmanagement“, auch wenn das Schreiben der Zeitpläne sicher nicht ihre Lieblingsaufgabe gewesen sei.
Ein „wahnsinniger
Gesamtdurchschnitt“
Bei der Zeugnisübergabe überraschte Susanne Berger die Anwesenden mit der Botschaft, der „wahnsinnige Gesamtdurchschnitt“ habe bei 1,57 gelegen. Als Beste schloss Maria Grafetstetter aus Feichten mit einem Durchschnitt von 1,00 ab. Wegen Notengleichheit wurden außerdem vier Absolventinnen mit dem Schnitt 1,10 besonders geehrt: Anna Schmidt aus Unterreit, Lena Stadolka aus Feichten, Monika Reithmaier aus Kirchdorf und Simone Seidl aus Neumarkt-St. Veit. Die Fünf bekamen Schecks der Kreissparkasse sowie eine Bücherspende. Die repräsentativen Zeugnismappen aller 30 Schülerinnen stiftete die Volks- und Raiffeisenbank.
Nach den teilweise gereimten Rückblicken der Studierenden sorgten die jungen Damen selbst für eine Überraschung: Sie stifteten den Lehrkräften eine hölzerne Sitzbank für den Schulgarten. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Sonnleitn Tanzlmusi. Sie spielte schon beim Sektempfang, den der vlf spendiert hatte.