Egglkofen/Flossing – Mit gerade einmal 67 Jahren starb Hans Bruckner; er hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Dabei war er immer für andere da. Er war hilfsbereit und hat stets mitangepackt. Selbst in der Rente wollte er nicht einfach nur Ruhe geben. Er übernahm einen Minijob beim Roten Kreuz, half beim Auf- und Abbau von Hausnotrufanlagen.
Hans Bruckners Start ins Leben war nicht einfach: Er wurde am 10. November 1958 in Tann geboren. Im Alter von acht Jahren verlor er, zusammen mit seinem Zwillingsbruder Helmut, die alleinerziehende Mutter Frieda Huppenberger. Pflegeeltern nahmen die beiden in Erlbach auf und so hießen die Zwillinge fortan Bruckner.
Nach dem Abschluss der Schule machte Hans Bruckner eine Lehre als Bäcker und Konditor. Seine Leidenschaft fürs Backen hat ihn bis zuletzt begleitet; ein guter Kuchen wurde regelmäßig gebacken.
Nach seiner Bundeswehrzeit wurde er mit 23 Jahren Polizist – aus Überzeugung. Er war mit Leib und Seele Polizist und hatte einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Für Hans Bruckner war die Familie sein Lebensmittelpunkt. Vor 40 Jahren heiratete er Renate und bekam zwei Töchter, Simone und Alexandra. Er war ein fürsorglicher Vater und unterstützte sie, wo er nur konnte. Gemeinsam bauten sie sich mit viel Eigenleistung ein Haus. Vor 18 Jahren kamen mit seiner Partnerin Ingrid zwei weitere Kinder dazu; Claudia und Thomas. Er behandelte sie wie seine eigenen Kinder. Vor zwei Jahren wurde er Opa seiner kleinen Enkelin Nora. Hans Bruckner liebte die Natur: Schwammerl und Früchte im Wald suchen und Marmelade selber machen. Im Garten Bäume und Sträucher zuschneiden, den Rasen pflegen. Das war sein Metier. Gleichzeitig liebte er Mountainbikeurlaube, von der Arbeit nach Hause zu radeln und Motorradtouren mit seinem Zwillingsbruder Helmut. Mit ihm hatte er eine ganz besondere Beziehung, sie standen fast täglich im Kontakt.
Jährlich waren die beiden unterwegs durch ganz Europa. Dabei war Hans Bruckner immer top vorbereitet. Er war jemand, der gerne mit der Straßenkarte und ohne Navigationsgerät durch die Gegend fuhr. Im vergangenen Jahr waren sie in Griechenland, Mazedonien, Montenegro und Albanien. Sein handwerkliches Geschick zeichnete ihn aus, in der Garage waren die Räder, Motorräder und die Autos der Familie immer im besten Zustand. Hans Bruckner war ein geselliger Mensch. Beim Stammtisch in Reischach war er viele Jahre dabei. Zum Schafkopfen traf er sich jeden Monat mit einer Flossinger Gruppe. Beim Judo war er in Töging beim TuS dabei und gab erlernte Wurftechniken an seine Töchter weiter. Er war einer, der sein Wissen gerne weitergab. Dann erfuhr er von seiner Krankheit. Es folgte ein halbes Jahr voller Sorge und Hoffnung. Lange dauerte es, bis die Diagnose Blutkrebs feststand. Im Dezember folgten Chemotherapien. Die Hoffnung auf die Stammzellenspende – sie war greifbar nahe. Diese Hoffnung trug Hans Bruckner durch diese schwierige Zeit. Am 1. Januar schaute er noch beim Neujahrsschwimmen in Flossing zu.
Er blieb aktiv, solange es ging. Hans Bruckner konnte sich noch von seiner Familie verabschieden, bevor er im Krankenhaus in Altötting starb. Die Urnenbestattung fand in Oberflossing statt. Die Pfarrkirche konnte die Trauergäste gar nicht fassen, Grabreden wurden von der Polizei und dem Roten Kreuz gehalten.hsc