Mühldorf – Die aktuelle Lage im Nahen Osten zeigt drastisch, wie schnell sich Reisebedingungen weltweit verändern können. Und warum Reisewarnungen für Urlauber derzeit wichtiger sind denn je. Innerhalb weniger Tage führte die militärische Eskalation rund um den Iran dazu, dass Lufträume gesperrt wurden, Flüge ausfielen und Zehntausende Reisende zeitweise nicht nach Hause zurückkehren konnten. Wer dort unterwegs war, hatte oft keine Möglichkeit zur Heimreise. Auch eine Touristin aus dem Landkreis Mühldorf hing in Dubai fest.
Reisewarnungen
muss man ernst nehmen
Für Urlauber bedeutet das vor allem eines: Reisewarnungen sind kein formaler Hinweis mehr, sondern können ganz konkret darüber entscheiden, ob eine Reise überhaupt sicher durchführbar ist. Die OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24 haben dazu mit dem Reisebüro Reiseland in Mühldorf gesprochen. Celine Czika erklärt im Namen der Geschäftsführung, was Reisende jetzt wissen müssen: „Wir müssen unsere Kunden auf die Reisewarnungen aufmerksam machen. Ganz schwierig im Moment sind die Emirate.“
Da der Flughafen in Dubai ein zentrales Drehkreuz für Traumziele wie die Malediven oder Bali sei, mussten bereits Buchungen storniert werden. „Man muss im Vorhinein überprüfen, ob eine Rückreisemöglichkeit besteht“, so Czika. „Ein Kunde wollte auf die Malediven reisen. Das war nicht möglich.“ Dennoch gebe es aber Kunden, die Reisewarnungen ignorieren würden. „Wir dürfen eine Stornierung nur empfehlen, entscheiden muss der Kunde selbst.“ Die Verunsicherung der Kunden sei in den Reisebüros der Region deutlich spürbar, bestätigt Julia Wild vom Reisebüro Wild in Ampfing. Da Reisen in den Nahen Osten oder über Dubai aktuell kaum möglich seien, ändern viele Urlauber derzeit ihre Reisepläne. Wer für Ostern oder Pfingsten eine „Badegarantie“ sucht, setze jetzt verstärkt auf die Kanaren oder Ägypten. Auch die Türkei bleibe ein Favorit, so Wild. Fernreisende ziehe es aktuell vermehrt in die Karibik.
Das Comeback
der Pauschalreise
Die Reisebüro-Experten raten derzeit nachdrücklich zur Pauschalreise statt zur individuellen Buchung von Flug und Hotel. Der Grund ist das Pauschalreiserecht: Wer im Paket bucht, trägt kein finanzielles Risiko bei Flugausfällen, ist besser abgesichert und bekommt im Ernstfall sein Geld zurück.
Das zeige sich auch bei den Rückholaktionen: Während Individualreisende oft auf sich allein gestellt wären, seien die meisten Pauschaltouristen aus dem Landkreis bereits wieder sicher zu Hause, erzählt Julia Wild. Die Reiseveranstalter und Airlines konnten hier schneller alternative Routen anbieten. Ihr Rat an alle, die noch in Gebieten wie etwa Thailand feststecken: Lieber vor Ort abwarten, bis sich die Fluglage entspannt und wieder mehr Rückflüge angeboten werden, anstatt wirre Gabelflüge zu buchen.
Wer nicht fliegen möchte, schielt an Ostern meist auf Italien oder Kroatien – doch die Nachfrage für Eigenanreisen sei laut dem Ampfinger Reisebüro aktuell eher spärlich. Das liege vor allem am unbeständigen Wetter. Statt an die noch kühle Adria zieht es viele Landkreisbewohner eher nach Oberösterreich. „Gefragt ist hier vor allem Wellness, idealerweise in Kombination mit großen Indoor-Kinderspielplätzen, damit die Kinder auch bei schlechtem Wetter beschäftigt sind“, so Wild. Skifahrer sind indes kaum in den Büros anzutreffen; sie buchen ihre Unterkünfte meist direkt über die Skigebiete.
Wohin an Pfingsten?
Städtereisen vorne dabei
„Wir wissen teilweise erst zwei Wochen davor, welche Regeln gelten“, sagt Carina Czika vom Reiseland in Mühldorf. Die Situation in den Pfingstferien sei noch ungewiss. Auch hier gelte: Wer einen Urlaub buche, müsse sich über die Sicherheit in dem Land im Klaren sein. Das könne sich jederzeit ändern, so die Tourismusfachfrau. Trotz der weltweiten Schlagzeilen und der nötigen Vorsicht bei der Planung haben die Reiseexpertinnen eine klare Botschaft an alle Urlauber: Wer einmal gebucht hat und sicher am Ziel angekommen ist, sollte die Sorgen zu Hause lassen. Der wichtigste Tipp laut Julia Wild: „Eine gute Zeit haben und den Urlaub genießen.“
Auch Zugreisen innerhalb Deutschlands sind wohl wieder mehr gefragt – das erzählt Thomas Dorfner von der Reisewelt Dorfner in Altötting. „Vor allem Städtereisen mit Musicalbesuch sind ganz weit vorne dabei.“ Außerdem fügt er hinzu: „Wir haben heuer auch viele Kreuzfahrt-Neulinge.“