Von „Papa Schlumpf“ bis zum klassischen Vanilleeis

von Redaktion

Was die Kugel im Landkreis Mühldorf kostet – Für Eigenkreationen wird meistens mehr verlangt

Mühldorf/Waldkraiburg/ Ampfing/Haag – Wenn die Temperaturen steigen, beginnt sie wieder – die Hochsaison der Eisdielen. Ob am Stadtplatz in Mühldorf, in Waldkraiburg oder in anderen Orten entlang des Inns: Das Eis gehört hier zum Sommer wie das Freibad. Doch was kostet die Kugel heuer? Welche Sorten liegen im Trend? Und wo gibt es besondere Spezialitäten? Ein Spaziergang durch Mühldorf zeigt schnell: Die Eisdielen sind mehr als nur Verkaufsstellen – sie sind soziale Treffpunkte.

Wer sich ein Eis gönnt, muss inzwischen etwas tiefer in die Tasche greifen. Bundesweit liegt der Preis für eine Kugel im Jahr 2026 im Schnitt bei rund zwei Euro – mit regionalen Abweichungen nach unten oder oben. Auch im Landkreis Mühldorf bewegt sich das Preisniveau in dieser Größenordnung.

Die Betreiber, darunter Patricia Rodrigues vom Eiscafé „Da Cristiano“ in Waldkraiburg, versuchen dennoch, die Preise stabil zu halten. Bei ihr zahlt man für die regulären Sorten (Erdbeere, Vanille, Schokolade) 1,80 Euro. Besondere Geschmäcker sind teurer: „Wir haben auch Pistazien-Eis aus richtig guten Pistazien – selbst gemacht. Für solche Spezialitäten verlangen wir 2,30 Euro.“ Rodrigues ist nun seit 14 Jahren in der Eisdiele in Waldkraiburg und verfolgt stets die Trends: „Letztes Jahr haben wir Dubai-Schokoladen-Eis gemacht – dieses Jahr lieben die Leute alles mit Pistazie.“ Deswegen gibt es bald auch Köstlichkeiten wie Waffeln mit Pistaziencreme. Sie berichtet, dass auch das Eisdielengeschäft unter den steigenden Energie- und Lebensmittelkosten leidet.

Auch bei Luca Sartori, Betreiber des Eiscafés „Venezia“ in Mühldorf, zahlt man 1,80 Euro. Für ihn gelte wie im vergangenen Jahr die Devise: „Alle Sorten kosten gleich!“ Die Klassiker bleiben unangefochten: Vanille, Schokolade, Erdbeere und Stracciatella sind nach wie vor im Rennen.

Doch das Angebot wird immer kreativer: Im Eiscafé Venezia am Mühldorfer Stadtplatz gibt es auch eher ausgefallene Sorten. „Butterkeks-Cookies“ oder mehr fruchtig-sahnig wie „Ricotta-Orange“ oder „Sahne-Kirsch“. Und das selbst gemacht.

„Quark-Mandarine“, „Joghurt-Holunder“ oder „Salziges Brezlkaramell“ – Marco Menarbin, Chef im Mühldorfer „Cappuccino“, musste – wie alle anderen – seine Preise im Vergleich zum letzten Jahr um zehn Cent erhöhen: Er liegt ebenfalls bei 1,80 Euro. Für Eigenkreationen verlangt er zwei Euro. „Es soll sich trotzdem noch jeder eine Kugel Eis leisten können“, sagt Menarbin.

Die Eisdiele „Smeralda“ in Haag hat neue Sorten: „Vanille-Creme-Mandarine“ und „Kinderüberraschung“. Der Inhaber setzt auf interessante Kreationen, für die der Kunde zwei Euro bezahlt. Nah dran: 1,90 Euro berechnet die Eisdiele „Il Sorbetto“ in Ampfing. Dort bekommt man „Baklava“, „Brezel“, „Pistazie-Lotus“ oder „Papa Schlumpf“ in den Becher.

Neben der Kugel „auf die Hand“ setzen viele Eisdielen auf aufwendige Eisbecher: Spaghetti-Eis, Früchtebecher oder extravagante Kreationen mit Keksen, Likören oder Sahne gehören längst zum Standard. Einige Betriebe experimentieren zudem mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen – von exotischen Früchten bis zu kreativen Kombinationen –, zum Beispiel für Erwachsene im Café Venezia der Curaçao-Becher (gemischtes Eis, Sahne, Curaçaolikör). „Siciliano“ heißt eine Eigenkreation von Marco Mernabin im „Cappuccino“ in Mühldorf. Dabei verbindet er Mandel, Pistazie und Mandarine – ein Hingucker in der Waffel. Theresa Gruber

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