Mühldorf/Rattenkirchen/
Traunstein – Dank der Polizei Mühldorf konnten zwei Einbrecher nicht nur auf frischer Tat geschnappt und rechtskräftig verurteilt werden; zugleich war das das Ende einer Einbruchsserie in Schwaben und Oberbayern. Das teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd aus Rosenheim gestern mit.
Am 3. Juni 2025 waren nachts gegen 2.45 Uhr zwei Moldauer in Rattenkirchen unterwegs. Dabei leuchteten sie mit ihren Taschenlampen auch in das Wohnzimmer eines Rattenkirchners. Der bemerkte das und sah wenig später, wie die zwei Männer bei einer nahegelegenen Firma einstiegen, berichtet Präsidiums-Sprecher Daniel Katz den OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de. Sofort wurde eine Fahndung eingeleitet. An der waren Beamte der Polizeiinspektion Mühldorf sowie umliegender Polizeiinspektionen und der Bundespolizei beteiligt sowie ein Polizeihubschrauber.
Die Mühldorfer konnten noch an Ort und Stelle den ersten Mann auf frischer Tat festnehmen. Er sollte wohl Schmiere stehen. „Nach kurzer Flucht“, berichtet Katz, wurde auch dessen Komplize geschnappt – und schon am nächsten Tag kamen beide in Untersuchungshaft.
Schon das war ein erster Erfolg. Die beiden hatten Bargeld im dreistelligen Bereich sowie Büroartikel erbeutet. Der Sachschaden betrug 3000 Euro.
Schnell war klar, das war nicht ihr einziger Einbruch: Ihnen konnten zwei weitere Einbrüche in Firmen zugeordnet werden; auch ein Einbruch in Weidenbach wurde überprüft.
Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Die beiden 60 und 43 Jahre alten Moldauer waren für wesentlich mehr Einbrüche verantwortlich – weit über den Landkreis Mühldorf hinaus. „Das war relativ früh klar“, sagt Andreas Hinterschwepfinger, Vize-Chef der Mühldorfer Polizei. Also gaben die Mühldorfer die Ermittlungen ab: an die Kripobeamten in Garmisch-Partenkirchen und Weilheim.
Gegen Ende November und Anfang Dezember 2024 hatte es in Eschenlohe und Wolfratshausen ebenfalls Einbrüche bei Firmen gegeben. Damals konnten die Täter mit ihrer Beute noch unerkannt entkommen. „Die umfangreichen Spurensicherungsmaßnahmen sowie die eng abgestimmte Zusammenarbeit der betroffenen Kriminal- und Schutzpolizeidienststellen führten nun zu einem großen Ermittlungserfolg im Kampf gegen die organisierte Einbruchskriminalität“, schreibt Katz in seiner Pressemitteilung. Den Moldauern wurden unter anderem Fingerabdrücke sowie DNA-Spuren zum Verhängnis. Aber nicht nur. Hinzu kamen „auch weitere Tatmerkmale“, ergänzt Katz: ähnlich gelagerte Fälle, ähnliche Firmen und ähnliche Vorgehensweise. Letztlich konnten den beiden Männern nicht nur Einbrüche im Landkreis Mühldorf nachgewiesen werden, sondern auch zahlreiche weitere: unter anderem in die Gewerbegebiete „Blauänger“ in Eschenlohe, in „An der Loisach“ in Wolfratshausen aus dem Spätherbst und Winter 2024 sowie weitere Einbruchsserien in den Landkreisen Aichach-Friedberg und Neuburg-Schrobenhausen.
Für all diese Taten mussten sie sich jetzt vor dem Landgericht Traunstein verantworten.
Die gesammelten Beweise reichten dem Landgericht. Es verurteilte die beiden Täter jetzt zu Freiheitsstrafen von vier Jahren und acht Monaten sowie von drei Jahren und acht Monaten. Die Urteile sind rechtskräftig, teilt Katz mit.
Ob die Verurteilten auf eigene Faust agierten oder Teil einer größeren Organisation waren, konnte er nicht sagen.esc