Waldkraiburg – Klaus Penzenstadler öffnet die Türe zur Bücherzelle auf dem Waldkraiburger Stadtplatz. „Dieses hier zum Beispiel“, sagt er und nimmt ein Buch aus dem Regal. Das Bürgerliche Gesetzbuch aus dem Jahr 2014 benötige niemand mehr, sagt er. „Die, die jetzt studieren, brauchen die aktuelle Ausgabe“, erklärt der 66-Jährige. Penzenstadler betreut gemeinsam mit Thomas Lainer die Bücherzelle der UWG. Dazu gehört auch, alte Bücher wieder auszusortieren.
Bücher in der Telefonzelle
sollen aktuell sein
Rund zweimal im Monat schaut Penzenstadler nach dem Rechten. Derzeit ist die Telefonzelle, die eigentlich ein Bücherregal zum Tauschen ist, einigermaßen aufgeräumt. Aber das ist laut dem Waldkraiburger nicht immer so. Manchmal würden auch Zeitschriften oder alte Lexika abgegeben. Beides gehört laut Penzenstadler nicht in das offene Bücherregal. „Die Bücher sollen aktuell sein“, sagt er. Wenn kein Platz mehr ist, würden die Leute ihre Bücher auf den Boden stellen. Auch das sei nicht erwünscht, so der 66-Jährige. Schon mehrmals musste er laut eigenen Angaben deswegen einen Kofferraum voll Bücher zum Wertstoffhof fahren und dort entsorgen. „Letztlich sollte man sich selbst fragen, ob man das Buch auch aus dem Bücherregal nehmen würde, bevor man es dort abgibt“, erklärt Penzenstadler.
Manche Bücher seien nicht mehr zeitgemäß oder auch schon zu abgenutzt. „Taschenbücher sind einfach nicht für die Ewigkeit gemacht“, sagt er. Wenn sie zu lädiert sind, werden sie von Penzenstadler aussortiert.
Der Waldkraiburger appelliert an die Mitbenutzer, auf die Regeln zu achten und sorgsam mit der Zelle umzugehen. Sollte es einmal zu sehr vermüllt sein, müsse die UWG überlegen, die Bücherzelle wieder abzubauen, sagt Penzenstadler. Doch davon seien sie glücklicherweise noch weit entfernt. Und das Angebot werde zudem gut angenommen, erklärt der Waldkraiburger.
Seit 2017 gibt es die Bücherzelle. Sie werde von vielen Leuten genutzt, sagt Penzenstadler. Neben Thrillern und Liebesromanen gebe es auch Lektüre in verschiedenen Sprachen oder Lehrbücher für Sprachkurse, erklärt er. „Es ist für alle Altersgruppen etwas dabei“, sagt Penzenstadler.
Konzept hat auch eine
soziale Komponente
Der 66-Jährige ist selbst auch von dem Konzept begeistert. „Es ist eine gute Sache. Mir gefällt vor allem auch die soziale Komponente davon“, sagt er. Denn Bücher würden mittlerweile viel kosten. Nicht jeder könne sich immer ein neues Buch leisten. Umso schöner sei es, wenn ein Werk jemand anderem noch nutzen könne, erklärt Penzenstadler.
Der Waldkraiburger liest selbst gerne Bücher. Zuletzt hatte er den Thriller „The Secrets of Secrets“ von Dan Brown gelesen. Als „sehr empfehlenswert und spannend“ beurteilt Penzenstadler den neuen Roman des US-Amerikaners.