Bürgerversammlung der Gemeinde Zangberg

von Redaktion

Schülerzahlen steigen: 1. Klasse künftig möglicherweise dreizügig

Zangberg – Bürgermeister Georg Auer (Wählervereinigung Zangberg) konnte bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Zangberg im Bürgersaal wieder rund 60 Besucher begrüßen. Darunter seine Vorgänger Altbürgermeister Franz Märkl und Altbürgermeisterin Irmgard Wagner, seinen Stellvertreter Ingo Fiebiger (WVZ), Mitglieder des Gemeinderats und den Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen Georg Obermaier.

Neun Sterbefälle
und neun Geburten

Nach einer Gedenkminute für die im vergangenen Jahr verstorbenen neun Einwohner der Gemeinde – vier davon lebten im Altenheim Schloss Geldern – ging das Wort an den Kämmerer zum Vortrag der aktuellen Daten und des allgemeinen Finanzberichts für 2024.

Mit Stand vom 31. Dezember 2025 wohnen 1.215 Personen (1.240 im Vorjahr) in der Gemeinde Zangberg, davon 56 mit Nebenwohnsitz. Den neun Sterbefällen stehen neun Geburten gegenüber. Vor dem Standesamt wurden zwei Ehen geschlossen.

Anhand der aufgezeigten Schautafeln stellte Georg Obermaier anschaulich dar, dass der Gesamthaushalt 2025 mit rund 4,8 Millionen Euro geringfügig höher war als 2024 (4,2 Millionen). Dabei fielen circa drei Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und circa 1,8 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt. Trotz vieler Ausgaben konnten 374.000 Euro Zuführung zum Vermögenshaushalt erzielt werden, wobei der Kämmerer anführte, dass man hier mit rund 12,6 Prozent gerade noch im Soll sei, aber die fetten Jahre wie 2022 (23,3 Prozent) wohl vorbei sind.

Steigende Personalkosten begründen wieder einen Anstieg der an die Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen zu zahlenden Umlage um rund 30.000 Euro auf 284.000 Euro und 40.000 Euro Erhöhung schlugen bei der erneut gestiegenen Kreisumlage (822.000 Euro) zu Buche. Der aktuelle Schuldenstand der Gemeinde beträgt knapp über eine Million Euro, denen rund 266.000 Euro als Rücklage gegenüberstehen.

Als Haupteinnahmen der Gemeinde konnten rund 1,1 Millionen Euro Einkommensteuerbeteiligung, 470.000 Euro Gewerbesteuer, 148.000 Euro Grundsteuern und 380.000 Euro Schlüsselzuweisung verbucht werden. Der Betrieb der Kläranlage und die Sanierung des Kanalnetzes sind weiterhin sehr kostenintensiv, Abhilfe könnte hier gegebenenfalls die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage auf dem Bauhof bringen. Die Wasserversorgung der Gemeinde arbeitet derzeit noch kostendeckend, jedoch wird man nach Einführung des Wassercents (10 Cent pro Kubikmeter) möglicherweise über eine Erhöhung der Wassergebühr reden müssen.

Derzeit besuchen 252 die vier Schulhäuser des Schulverbandes der VG. „Tendenz steigend“, sagte Obermeier, sodass die künftige 1. Klasse möglicherweise dreizügig geführt werden kann. Das Haus der Kinder ist gut ausgelastet, wobei gerade er als Kämmerer anführte, dass die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinanderklafft.

Im Folgenden berichtete Bürgermeister Auer umfangreich über die gemeindlichen Aktivitäten im Berichtsjahr. So wurden das Wasserleitungsnetz in Weilkirchen und zahlreiche Hydranten erneuert, Photovoltaikanlagen mit Speicher auf Schule und Feuerwehrhaus montiert, die Heizung im Gemeindehaus erneuert, die Lampen der Mehrzweckhallenbeleuchtung gewechselt und nicht zuletzt die Erweiterung der Kindertagesstätte abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wies er auf einen Tag der offenen Tür am 25. April hin, bei dem sich die Gemeindebürger selbst ein Bild des Geleisteten machen können.

Bevor er zur Vorschau auf das kommende Jahr zu sprechen kam, bedanke er sich bei allen, die in jeglicher Form zum Gelingen des Gemeinwesens beitragen, so zum Beispiel beim Dorfweiherfest, beim Ferienprogramm oder beim „Ramadama“, leider mit „großem Erfolg“. Das erneut gewählte Gemeindeoberhaupt versäumte es aber auch nicht, wieder einmal auf die Bürgerpflichten hinzuweisen und erwähnte hier ausufernde Hecken an Straßen und Gehwegen sowie die Räumpflicht im Winter.

Vorausschauend wurde auf die anstehende Schlammräumung des derzeit leeren Dorfweihers, die PV-Erweiterung auf dem Bauhof, die Straßensanierung in der Ortsmitte und die Anschaffung von Notstromaggregaten hingewiesen.

Noch vor der Fragerunde bat Bürgermeister Auer dringend um Rücksichtnahme auf die Technik und insbesondere die Mitarbeiter des Bauhofs, keine Feuchttücher in der Toilette zu entsorgen, denn es gibt wahrlich angenehmere Arbeiten als ständig verstopfte Pumpen in der Kanalisation zu reinigen.

In der ersten Wortmeldung bat Altbürgermeisterin Irmgard Wagner ihren Nachfolger, doch erneut zu versuchen, was ihr in ihrer Amtszeit nicht gelungen sei – die Verschiebung der Ortsgrenze und der 70 km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung an der Ortseinfahrt aus Richtung Lohkirchen, da das Beschleunigen und Abbremsen am Englhör Berg eine enorme Lärmbelästigung der anliegenden Wohnbevölkerung mit sich bringt. Bürgermeister Auer sicherte zu, ihr Anliegen weiterzutragen.

Irmgard Huber fragte, ob nach Schließung der Anlaufstelle in Zangberg neben dem Donnerstag nicht eine zweite lange Öffnungszeit der Geschäftsstelle in Oberbergkirchen, gegebenenfalls sogar bis 19 Uhr, möglich sei. Kämmerer Obermaier nahm die Anregung zur Kenntnis und wird diese der VG vortragen.

Neues Bauland
ausweisen

Richard Wieser erkundigte sich nach der Notwendigkeit, dem Sachstand und den Kosten der geplanten Aufstockung der Geschäftsstelle der VG. Hier antwortete Bürgermeister Auer, dass er momentan nichts Aktuelles sagen kann, da möglicherweise das Nachbargrundstück in Oberbergkirchen erworben werden kann und sich daraus ganz neue Ansätze einer Planung ergeben dürften. Als Wieser nachfragte, wie es mit einer künftigen Baulandausweisung in Zangberg aussehe, stellte der Rathauschef vergleichend fest: „Wäre das Ganze ein 100-Meter-Lauf, sind wir im Endspurt bei 95 Metern“, doch sind Grundstücksangelegenheiten zunächst im nichtöffentlichen Teil durch den Gemeinderat zu behandeln.

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