Waldkraiburg – Als Stefan König am Tag der Kommunalwahl (8. März) abends ins Bett ging, war er noch kein zukünftiger Stadtrat. Das änderte sich aber am nächsten Morgen schlagartig, als er erfuhr, dass er als erster Nachrücker auf der CSU-Liste steht. Weil CSU-Bürgermeisterkandidat Emil Kirchmeier den Sprung in den Chefsessel schaffte, wurde sein Platz im Gremium frei.
Über Nacht
zum Stadtrat geworden
„Zwischen zwei anderen Stadtratskandidaten und mir gab es am Wahlabend ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen, das letztendlich zu meinen Gunsten ausfiel“, erzählt Stefan König und gibt zu: „Das war schon ziemlich aufregend.“ Der Patentanwalt rechnete sich ursprünglich nicht die größten Chancen aus, tatsächlich Stadtrat zu werden, da er auf der Kandidatenliste relativ weit hinten rangierte. Mit seiner Kandidatur wollte er das Team einfach nur unterstützen.
Völlig anders sah es bei seiner Gattin Susanne aus. Die CSU-Ortsvorsitzende errang mit über 6.000 Stimmen mühelos einen Platz in der neuen Ratsrunde. Außerdem sicherte sie sich noch ein Mandat im Kreistag. Das Ehepaar sitzt nun ab Mai gemeinsam im Stadtrat und das quasi als „Frischlinge“, da sie beide bisher noch keine entsprechenden Funktionen innehatten. Die Königs lächeln sich an und bekennen: „Wir sind aber immer schon politisch gewesen.“ „Eigentlich“, so Apothekerin Susanne König, „ist die Politik von jeher unser größtes Hobby.“ Jetzt gemeinsam für die CSU im Stadtrat tätig sein zu dürfen, sei zwar überraschend, trotzdem aber so was Ähnliches wie eine politische Krönung. Die Eheleute lernten sich einst über die Junge Union kennen. Sie sind seit fast 20 Jahren verheiratet und Eltern von zwei Söhnen. Die Buben Maximilian (16 Jahre) und Ferdinand (13 Jahre) tragen auch schon das Politik-Virus in sich. Der ältere Spross ist bereits in der Jungen Union als Schatzmeister aktiv. Der Gymnasiast findet seine Eltern cool und unterstreicht schmunzelnd: „Wenn Mama und Papa Stadtratstermine wahrnehmen, dann brauchen mein Bruder und ich in dieser Zeit keinen Babysitter, denn wir sind alt genug, auch mal alleine sein zu können.“ Ferdinand nickt zustimmend und sagt: „Super, dass unsere Eltern gewählt wurden.“
Der Wahlkampf sei jedoch eine sehr intensive Zeit gewesen, räumt die Familie ein. „Da mussten die Kinder schon ein bisschen zurückstecken“, gibt Susanne König preis. Ihr Mann Stefan liefert gleich einen Beweis, indem er verkündet: „Unser Maximilian braucht einen neuen Schrank. Daheim ist das Teil bereits, aber noch nicht aufgebaut, weil wir uns als Wahlkampfzentrale zur Verfügung stellten und daher wirklich alle Hände voll zu tun hatten.“
Der politische Diskurs kam bei den Königs trotz aller Aufgaben aber keineswegs zu kurz. Beim gemeinsamen Essen wurden weiterhin welt- und kommunalpolitische Themen diskutiert. „Die Kinder kennen es nicht anders und mischen kräftig mit“, freuen sich die Eltern.
Wenn es demnächst für das Ehepaar im Stadtrat ernst wird, könnte es da vielleicht bei eventuell unterschiedlichen Ansichten gar zu einem Ehestreit kommen? Dieser Frage sehen die zukünftigen Stadträte ziemlich entspannt entgegen, denn sie wissen aus Erfahrung: „Wir sind häufig einer Meinung und wenn es um die Zukunft unserer Stadt geht, dann sowieso.“
Die Stadtthemen
treiben beide um
Wie das Stadtratsleben tatsächlich ausschaut, das lassen die Königs auf sich zukommen. „Wir bringen uns mit Elan ein“, bekräftigt Susanne König und ergänzt: „Uns sind Themen wie das Waldbad, die Schulen und die Gesundheitsversorgung wichtig sowie die Frage, wie es mit dem Haus des Buches und dem Haus der Kultur weitergehen soll.“ Das Ehepaar wünscht sich für die neue Legislaturperiode jedenfalls mehr Transparenz, damit die Bürger umfassend informiert sind. „Die konstituierende Sitzung am Dienstag, 12. Mai, mit Vereidigung wird bestimmt recht feierlich“, vermutet Stefan König. Er und seine Frau sind schon gespannt.